Straßenfotografie in Berlin

Böse Zungen sagen, wer nicht fotografieren kann, der betreibt halt Straßenfotografie (oder »Street Photography«). Ist natürlich totaler Quatsch. Es gibt großartige Street-Fotografen und obwohl ich selbst ja eher ein Freund der Naturfotografie bin, schaue ich mir auch urbane Fotografie immer mal gerne an.

Ich bin echt kein Experte, was das Thema Straßenfotografie angeht. Aber ich weiß, dass es dabei vorwiegend um den Menschen gehen sollte. Damit tue ich mich ja persönlich etwas schwer. Menschen ohne ihr Wissen die Kamera ins Gesicht halten und das dann vielleicht auch noch online stellen … na ja, nee, anständig ist das nicht. Aber jedes Mal vorher fragen und im Zweifel mit einem Modelvertrag wedeln? Macht wohl kaum jemand.

Nun wohne ich halt in Berlin und hier gibt’s mehr Stadt als Natur. Um das Thema Fotografie nicht zu gezwungen anzugehen, schnappe ich mir immer wieder gerne mal einfach die Kamera und ziehe los. Dann knipse ich, was mir so vor die Linse kommt – ganz ohne allzu hochwertiges und schweres Equipment. Das können zum Warmwerden auch schon mal kleine Details sein, wie hier am Gendarmenmarkt:

Löwenkopf
Kleine Details wie dieses findet man am Gendarmenmarkt an jeder Ecke.
Löwenkopf 2
Mit den Löwenköpfen waren sie hier wirklich nicht sparsam.

Praktischerweise hatte es zuvor geregnet, sodass ich die Pfützen für ein paar nette Reflexionen in den Bildern nutzen konnte.

Straßenfotografie: Gendarmenmarkt von ... unten
Man muss schon einen Moment hinschauen, um zu erkennen, dass das Bild nicht nur gedreht ist.

Straßenfotografie mal anders

Die Menschen umgehe ich beim Fotografieren auf der Straße gerne mehr oder weniger elegant. In Großstädten hat man eh immer das Gefühl, die meisten Leute würden achtlos aneinander vorbei rennen. Also lasse ich sie auf meinen Bildern genau diesem Gefühl nach verwischen. Netter Nebeneffekt: Man erkennt meist keine Gesichter.

Straßenfotografie: Gendarmenmarkt
Charakteristisch für Straßenfotografie ist meist der Schwarz-Weiß-Look. Das muss aber nicht so sein.
Straßenfotografie: Schwarz-Weiß-Look
Wenn schon schwarz-weiß, dann sollten auch wirklich schwarze und weiße Bereiche im Bild vorkommen. Saufen die Bilder in Grautönen ab, dann wirken sie meist langweilig.

Natürlich kann man sowas auch ganz wunderbar in Farbe fotografieren. gerade in großen Städten gibt es überall Neonreklamen, die sich super ins Bild einbauen lassen. Hier flanieren allerdings mal keine Leute durchs Bild:

Straßenfotografie: Kurz Schluss?
Der Laden hier machte seinem Namen offenbar alle Ehre. Das leuchtend rote Schild hat was von einem Noir-Film.

Ich hätte noch den ganzen Abend durch die Stadt stromern und mich an der Straßenfotografie versuchen können. Allerdings war es doch ziemlich kalt. Als nächstes hätten entweder die Kameraakkus aufgegeben oder meine Finger wären abgefroren. Aber es wird sicher ein nächstes Mal geben!

Frühblüher mit langen Brennweiten fotografieren

Da ich gerade ein paar Tage am Stück frei, habe ich die Zeit genutzt, um ein paar Frühblüher zu fotografieren. Letztes Jahr habe ich den Moment verpasst, also habe ich das dieses Jahr schon mal ein wenig nachgeholt.

Wer an Blumenfotos denkt, hat wahrscheinlich entweder bunte Blütenfluten aus der Smartphone-Knipse im Sinn oder aber detailreiche Makrofotos. Anders geht’s jedoch auch, nämlich mit langen Telebrennweiten. Weil ich eigentlich geplant hatte, Vögel zu fotografieren, war ich abermals mit dem Panasonic Leica 100-400mm unterwegs, sodass ich auch gar keine andere Wahl hatte.

Die Vögel waren heute allesamt etwas schläfrig und gaben langweilige Motive ab. Gerade als ich mich enttäuscht Richtung Zuhause aufmachen wollte, entdeckte ich am Rande eines kleinen Birkenwäldchens einige Frühblüher: Aus dem grünen Gras lachten mich doch glatt Schneeglöcken an, da konnte ich nicht widerstehen.

Frühblüher: Auf Augenhöhe mit dem Motiv

Die Olympus OM-D E-M1 Mark II ist zusammen mit dem Panasonic Leica ein ziemlicher Kaventsmann und ohne Stativ nicht ganz einfach ruhig zu halten, vor allem aus der Hocke! Denn hier ein Tipp zur Güte: Fotos von Blumen sehen selten schön aus, wenn man von oben »draufballert«. Ich versuche immer, einigermaßen auf dieselbe Höhe zu kommen wie mein Motiv (die Regel gilt eigentlich fast immer). Nur so entsteht im Bild so etwas wie ein Vorder- und Hintergrund; in diesem Fall »zerläuft« beides in Unschärfe, wodurch die Frühblüher besonders schön herausgearbeitet werden.

Und als hätte sie mich für meine Beobachtung belohnen wollen, schaute auch die Sonne ganz kurz durch die Wolken, sodass sogar noch etwas Lichtstimmung ins Spiel kam. Nächstes Mal nehme ich aber trotzdem zumindest mein kleines Tischstativ mit!

Ohne Stativ
Gar nicht so leicht, mit 400mm eine scharfe Aufnahme aus der Hand hinzubekommen. Da das Stativ fehlte, musste mein Fuß als Unterlage herhalten. 😉 Einigermaßen im Fokus ist letztlich aber dennoch nur das dritte Schneeglöckchen von rechts.
Frühblüher: Schneeglöckchen im grünen Gras
Auch im Hochformat durchaus ein schönes Motiv!
Frühblüher: Von der Sonne geküsst
Für einige Sekunden warf dann auch die Sonne ihr Abendlicht auf die Blümchen.
Versunken im Gras
Optisch versinken die Schneeglöcken förmlich im satten Grün.

Kurztest: Das Panasonic Leica 100-400mm

Ich hatte mir zum Jahreswechsel vorgenommen, wieder etwas mehr hier zu bloggen, also los geht’s. Vor einigen Wochen habe ich mir in weiser Voraussicht auf unseren nächsten Urlaub an der Müritz das Panasonic Leica 100-400mm f4-6.3 gekauft. Mit einem aktuellen Straßenpreis von fast 1.500 Euro kein Schnäppchen für mich als Hobbyfotograf. Aber da die Linse erstens gerade im Angebot war und zweitens Panasonic eine nette Cashback-Aktion laufen hatte, konnte ich letztlich nicht widerstehen.

Grundsätzlich bevorzuge ich Olympus-Objektive, eben weil meine Kameras vom selben Hersteller sind. Dummerweise hat Olympus aber aktuell kein derart flexibles Super-Teleobjektiv im Sortiment. Entweder kauft man dort das M.Zuiko 40-150mm f2.8 Pro, oder das 300mm f4 Pro. Letzteres wäre dann noch einmal doppelt so teuer wie die Panasonic-Variante und zudem eine Festbrennweite. So gesehen relativiert sich natürlich der hohe Preis. 😉 Insgesamt aber schön, dass man als Micro-Four-Thirds-Nutzer immer die Wahl zwischen mehreren Anbietern hat, egal welche Kamera man verwendet.

Stabilisiertes Metall

Nach dem Auspacken war ich wieder mal positiv überrascht. Das optisch schlicht gestaltete Objektiv ist komplett aus Metall gefertigt. Es wirkt direkt, als könnte man damit Einbrecher erschlagen. Über einen Schalter lässt sich der übrigens sehr, sehr zügig arbeitende Autofokus auf mindestens 5 Meter begrenzen. Außerdem lässt sich über einen weiteren Schalter die Bildstabilisierung an- und abschalten. Diese ist, nebenbei bemerkt, in den oberen Brennweitenbereichen deutlich effizienter als die ansonsten hervorragende Stabilisierung in den Olympus-Kameras. Wer eine Panasonic-Kamera verwendet, kann deren Stabilisierung mit der des Objektivs kombinieren. Bei Olympus-Kameras geht das leider nicht, was sehr schade ist.

Auch sonst lässt sich ausstattungstechnisch nicht meckern. Panasonic liefert eine Schelle mit, mittels der sich das Objektiv auf einem Stativ befestigen lässt. Leider muss man selbst eine Arca-Swiss-Schnellwechselplatte drunterpappen, weil die Schelle sonst nur das übliche Schraubgewinde bietet. Immerhin lässt sie sich um 90 Grad drehen, sodass man bequem vom Quer- ins Hochformat wechseln kann, wenn die Kamera auf einem Stativ steht. Neben dem fast schon obligatorischen Objektivköcher wird weiterhin eine Streulichtblendenverlängerung mitgeliefert. Am Objektiv selbst ist bereits eine kurze Blende befestigt, die sich vor und zurückfahren lässt. Die Verlängerung schraubt man dann bei Bedarf einfach dazu. Eine merkwürdige Konstruktion, wie ich finde, aber wenig störend.

Das Panasonic Leica: Ein Kompromiss aus Gewicht und Lichtstärke

Das Panasonic Leica wiegt fast 1 Kilo und ist damit mein mit Abstand schwerstes Objektiv. Was nach viel klingt, ist gemessen an der Brennweite aber ein Fliegengewicht. 100-400mm am Micro-Four-Thirds-Sensor sind immerhin 200-800mm im Kleinbild! Hier wöge ein vergleichbares Objektiv locker ein paar Kilo mehr. Fairerweise muss man dazu sagen, dass selbiges für die Blende von f4-6.3 gilt, was die Tiefenschärfe (Oder Schärfentiefe? 😉 ) angeht. Man bekommt also den Look einer Linse mit f8-12.6. Damit gewinnt das Bokeh keinen Preis in Sachen Cremigkeit, aber die 400mm (800mm) bieten immer noch erfreulich viel Hintergrundunschärfe – für meine Ansprüche einstweilen genug.

Ein Nachteil der hohen Blendenzahl ist natürlich die Lichtstärke an sich: Während meines Testlaufs war der Himmel recht wolkenverhangen und grundsätzlich wirkte der Tag sehr dunkel. Bei einer Blende von f6.3 auf 400mm kommt man, sofern man beispielsweise Vögel fotografieren möchte (worauf die Linse ja abzielt), schnell an die Grenzen dessen, was ISO-technisch auf Micro Four Thirds erträglich ist: Grundsätzlich gehe ich nie über ISO 1600 und der Wert war fix erreicht. Ich hatte aber den Eindruck, dass das entstandene Bildrauschen deutlich weniger drastisch ist als bei billigeren Objektiven im selben ISO-Bereich. Da haben die Ingenieure von Panasonic und Leica echt gute Arbeit geleistet.

Scharfe Bilder

Ebenso, was die Schärfe angeht: Als Olympus-Nutzer ist man da ja ohnehin etwas verwöhnt, weil hier selbst die günstigen Objektive schon wunderbar scharf bis an den Rand abbilden. Aber das Panasonic Leica muss sich hier echt nicht verstecken. Auch chromatische Abberationen konnte ich kaum feststellen, allerdings hätte ich das in dem Preissegment und mit einem Leica-Stempel drauf auch so erwartet. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden und hoffe, in den nächsten Tagen noch mal bei besseren Lichtbedingungen fotografieren zu können. Bis dahin lasse ich ein paar ausgewählte Bilder für sich sprechen:

Ente beim Putzen
Mit 800mm auf Kleinbild gerechnet konnte ich wenig genug weg bleiben, um das Kerlchen nicht beim Putzen zu stören.
Panasonic Leica 100-400mm: Tiefenschärfe
Wie man sieht, ist das Bokeh immer noch brauchbar, auch wenn es etwas ruhiger sein könnte.
Panasonic Leica 100-400mm: Krähe mit chromatischen Abberationen
Hier erkennt man, wenn man genau hinschaut, kleinere Farbsäume am Rand der Krähe. Diese halten sich aber in Grenzen.
Pferdchen beim Lunch
Auch dieses Pferd (Ist es ein Pony?) ließ sich von mir nicht stören.
Erwischt!
Diese Gans fühlte sich trotz meiner Entfernung offenbar dann doch beobachtet.
Ich sehe dich!
Und das Schaf blökte ordentlich vor sich hin, weil es wohl nicht fotografiert werden wollte. Hab ich trotzdem gemacht. 😉
Spatz nach dem Fressen
Der kleine Spatz hat vergessen, seinen Schnabel nach dem Essen zu säubern.
Panasonic Leica 100-400mm: Paradedisziplin Vogelfotografie
Mit ordentlich Brennweite lassen sich auch Kleinstvögel ausreichend groß abbilden.

Inselfieber (Teil 3): Sassnitz – Grauer Osten

Im Urlaub kann man sich – speziell im Herbst – das Wetter nicht immer aussuchen. Manchmal ist es schön, manchmal halt gar nicht. Und so fanden wir auf unserem Ausflug in den Ort Sassnitz eben alles grau in grau vor. Dort angekommen war dieses Einheitsgrau erst einmal gar nicht so unpassend: Speziell der Bereich um den Busbahnhof herum versprüht irgendwie ziemlichen Post-Wende-Charme. Schade war’s trotzdem, denn eigentlich wollte ich unbedingt den Leuchtturm dort in schönem Licht fotografieren, aber dazu gleich mehr.

Hafenromantik in Sassnitz

Dass Sassnitz deutlich mehr zu bieten hat als Klischeetristesse, sieht man, sobald man in den Hafen kommt. Hier gibt’s nicht nur Fischkutter, sondern sogar ein waschechtes U-Boot: Die H.M.S Otus ist ein U-Boot-Museum, das man für etwas Geld besichtigen kann. Da wir daran aber nicht wirklich interessiert waren, sparten wir uns das und erkundeten in Ruhe den Hafen.

Ich konnte dabei meine vor einiger Zeit erworbene neue Festbrennweite ein wenig testen: Das Olympus M.Zuiko 25mm f1.8. Durch den Crop-Faktor von 2, den MFT-Sensoren nun mal haben, hat das Objektiv auf Kleinbild umgerechnet 50mm Brennweite. Ein »Nifty-Fifty« also; das Objektiv, das jeder als erstes kauft oder kaufen soll. Ich habe es halt, nun ja, eben etwas später in meinen Fundus aufgenommen. Und bei dem scheußlichen Licht konnte es auch direkt mal zeigen, was es so draufhat.

Die H.M.S. OTUS
Im Sassnitzer Hafen ruht die H.M.S OTUS, ein britisches U-Boot.
Sassnitz: Fast alles grau in grau
Es war gar nicht leicht, bei diesem Wetter Fotos zu machen, die nicht nur nach grauer Suppe aussahen. Hier und da durften Farbkleckse nicht fehlen.
Boote überall
Boot- und Schifffans kommen in Sassnitz auf ihre Kosten.
Möwen in Sassnitz
Auch in Sassnitz durften die Möwen natürlich nicht fehlen. Die waren mitunter fast schon zu zutraulich. 😉

Fisch futtern am Leuchtturm

Vom Leuchtturm in Sassnitz findet man beeindruckende Fotos. Speziell hoher Wellengang bei Minusgraden sorgt dafür, dass das Wasser am Turm gefriert, sodass ein surreal anmutendes Motiv entsteht. Umso enttäuschender war die Kulisse, als wir da waren. Keine Abendsonne, keine blaue Stunde, einfach nur ein grüner Leuchtturm in grauer Suppe bei leichtem Wellengang.

Leuchtturm in Sassnitz von der Mole aus
Um zum Leuchtturm zu kommen, muss man vom Sassnitzer Hafen aus über die recht lange Mole laufen.
Leuchtturm in Sassnnitz
Das Licht war Mist, da halfen auch führende Linien im Bild nur wenig.

Um überhaupt zum Leuchtturm zu kommen, ist einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Der Turm befindet sich am Ende einer langen Mole, über die ein Weg führt. Direkt an der Mole festgemacht waren diverse Boote, so auch ein schwimmendes Fischrestaurant: die MS Manfred. Hier kann man bei schönem Wetter auf und an miesen Tagen unter Deck essen. Ich versuche seit einiger Zeit, weniger Fleisch zu essen, was auf Rügen gar nicht so leicht ist. Fisch gibt es überall, Vegetarisches eher nicht so, so auch auf der MS Manfred. Wer damit kein Problem hat, sollte hier unbedingt Pause machen. Die Menüs sind riesig und dennoch sehr preiswert und wirklich lecker (die Bratkartoffeln waren ein Traum).

Möwen, Kormorane und Schwäne

Frisch gestärkt beschlossen wir, uns den Ort noch etwas anzuschauen. Rein fotografisch war das auch bei schlechtem Wetter unerwartet lohnenswert. Auf einem kleinen abgesperrten Pier hatten sich Möwen und Kormorane versammelt und gaben ein hervorragendes Motiv ab. Der graue Himmel und die flaue Lichtstimmung harmonierten damit wunderbar.

Möwen und Kormorane
Als hätten sich die Möwen und Kormorane extra fürs Foto aufgereiht.
Möwen und Kormorane 2
Vielleicht sogar mein Lieblingsfoto des Urlaubs. Eigentlich eine Langzeitbelichtung, habe ich eine kurze Belichtung darübergelegt, damit die Vögel scharf abgebildet sind.
Sassnitz: Blick aus der Ferne
Der Pier mit den Vögeln aus einiger Entfernung. Hier wirkt die Ostsee fast wie ein Schwimmbecken.

Folgt man dem Uferpfad, kommt man an einem sehr skurrilen Gebäude vorbei: der sogenannten Kurmuschel von Ulrich Müther, einem Musikpavillon. Auf den ersten Blick hielt ich das Ding, ehrlich gesagt, für ein extravagantes Klo.

Kurmuschel von Ulrich Müther
Die Kurmuschel von Ulrich Müther, aufgenommen mit dem Laowa 7,5mm.

Wenn man Sassnitz in Richtung Nordost folgt, ist man auch schon wieder auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit: dem Nationalpark Jasmund. Diesen wollten wir uns für einen anderen Tag aufheben, dennoch spazierten wir schon mal etwas am Strand entlang. Auch hier lohnte sich bei schlechtem Wetter die kleine Extratour, denn wir bekamen noch so einige Schwäne zu sehen. Davon gibt es auf Rügen überhaupt ausgesprochen viele. Man trifft sie meist nicht mal nur in Paaren, sondern in großen Gruppen. Zum Glück, muss man sagen, denn leider wird, wie ich beim Recherchieren erfahren habe, auch oft Jagd auf die Tiere gemacht. Auf Rügen fallen hunderte Schwäne pro Jahr sinnlosen Vogeljagden aus »Spaß« zum Opfer.

Strand hinter Sassnitz
Folgt man dem Steinstrand hinter Sassnitz, kommt man zu Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen.
Strandmonster
Die mit Algen bewachsenen Äste sehen aus wie die Arme eines Seemonsters.
Schwan in Sassnitz
Ein stimmungsvolles Bild, wie ich finde. Die Ostsee hatte tatsächlich diese Farbe.
Schwan auf Rügen 2
Der Wellengang macht den so ruhigen Tieren nichts aus.
Schwäne in Sassnitz
Mit etwas Ruhe und einer Telebrennweite konnte ich mich den Schwänen gut nähern.
Möwe im Wellengang
auch Möwen hatten mit den Wellen zu kämpfen. War lustig anzuschauen und auch der Möwe schien das Geschaukel zu gefallen.
Möwe im Wellengang 2
Hier und da mussten dann aber doch mal die Flügel zur Hilfe genommen werden.

Inselfieber (Teil 2): Von Binz nach Sellin

An unserem ersten kompletten Tag auf Rügen hatten wir uns vorgenommen, ein wenig zu wandern. Wir wussten, dass etwas östlich von Binz der Ort Sellin zu finden sein würde. Da dieser aber nicht eben um die Ecke lag, wäre uns im Traum nicht eingefallen, zu Fuß dorthin zu gehen. Nun ja, irgendwie landeten wir dann doch da, aber eins nach dem anderen. 😉

Vom Wald an den Strand

Am frühem Morgen schlugen wir uns mit vollem Bauch und leichtem Gepäck (abgesehen vom tonnenschweren Kameraequipment *hust*) erst einmal in den Wald. Dass die Insel nicht sehr inselig wirkt, wenn man nicht gerade am Strand ist, habe ich ja schon im letzten Post erwähnt. Dafür findet man auf Rügen aber wirklich schöne Wälder, überhaupt fällt die Vegetation sehr üppig aus.

Wald nahe Binz
Ausgehend von Binz gibt es sehr schöne Wanderwege durch die »Pampa«. Von manchen auch für Radtouren genutzt, wie man hier sieht.
Wald nahe Binz 2
So manche Biegung wirkte geradezu wie aus einem Märchen. Hätten wir ein Pfefferkuchenhaus entdeckt, mich hätt’s nicht gewundert.

Der Waldspaziergang dauerte nicht lange an, ziemlich zügig fanden wir uns am Strand wieder. Da war es wieder, das Insel-Feeling. Obwohl wir gegen Mittag da waren, hatte ich aus fotografischer Sicht nicht mit der Sonne zu kämpfen, weil wir eben im Norden der Insel und im Schatten der Steilküste unterwegs waren. Zeit, mich an ein paar Langzeitbelichtungen zu versuchen.

Ostseeküste bei Binz
Längere Belichtungszeiten glätten das Wasser und geben der Aufnahme diesen spezifischen Look.

Endlich konnte ich mein Ultra-Weitwinkel-Objektiv für den Zweck nutzen, zu dem ich es gekauft hatte! Wer’s nachmachen möchte, für den gilt wie immer: Stativ ist Pflicht! Außerdem benötigt ihr mindestens einen ND1000-Filter, um die Belichtungszeit um den Faktor 1000 zu verlängern. Klingt viel, aber bei grellem Tageslicht ermittelt eine Kamera schnell mal 1/4000 Belichtungszeit. Der Filter multipliziert die Zeit mit 1000, sodass man auf eine Viertelsekunde kommt. Noch ein ND8-Filter davor, selbst dann ist man gerade mal bei zwei Sekunden. Einfache Mathematik eigentlich.

Küste bei Binz 2
Die Küste war von Steinen übersät. Ich hatte mir der Lichtstimmung wegen vorgenommen, vor Sonnenaufgang noch mal vorbeizukommen, aber ich schlafe einfach zu gern.
Küste bei Binz 3
Ich hätte den ganzen Tag hier verbringen und fotografieren können, aber wir waren ja zum Wandern da und meine Freundin hatte kein Buch im Gepäck. 😉

Weiter nach Sellin dank Möwen und Kormoranen

Die Rügener Tierwelt besteht gefühlt fast ausschließlich aus diversen Möwenarten und Kormoranen. Beide Vögel ließen sich ganz wunderbar vom Steilufer aus beobachten.

Möwe auf Stein
Die Findlinge wurden von Möwen gern als Sitzplatz genutzt.
Kormorane
Die Kormorane konnte man meistens dabei beobachten, wie sie einfach nur die Flügel ausbreiteten. Warum die so was tun? Keine Ahnung. Das Weiße ist übrigens keine Farbe …

Und so liefen wir von einem vogelbesetzten Findling zum nächsten, bis wir irgendwie ganz schön weit von Binz entfernt waren. Da wir nicht über den steinigen Strand zurückgehen wollten, nahmen wir einen der Wege, die hinauf auf die Steilküste führten, und genossen beim Weiterwandern noch etwas die wunderschöne Aussicht.

Steilküste zwischen Binz und Sellin
Gleiche Aussicht wie auf den Strandfotos, von weiter oben allerdings. Das entfernte Stück Land sollten wir auch noch erreichen.
Blaue Ostsee
Erstaunlich, wie blau die Ostsee sein kann. Wir hatten fast das Gefühl, irgendwo in der Karibik gelandet zu sein.
Abenteuerliche Bäume
Da an einer Steilküste gern mal was wegbricht, wachsen die Bäume eben auch schräg weiter.

Durch den Wald bis Sellin

Tja, und wie wir so schön wanderten, offenbarte doch ein Blick auf die Karte, dass wir inzwischen ziemlich genau die halbe Strecke von Binz nach Sellin gelaufen waren. Sellin kennt man fotografisch durch seine Seebrücke mit dem markanten Gebäude drauf und die hätte ich ohnehin gern fotografiert. Also fiel die Entscheidung nicht schwer: Weiter durch den Wald bis Sellin.

Wald mit Blendenstern
Manchmal fiel die Sonne so schön durch die Bäume, dass ich sofort die Kamera zücken musste.

Im Ort angekommen, taten uns ordentlich die Füße weh. Erst mal ging’s ins nächste Restaurant, wo man allerdings der Tageszeit wegen noch nichts Warmes servieren wollte. Also mampften wir einen üppigen Eisbecher und verdarben uns die Mägen mit Cola bzw. gutem Bier. Beim anschließenden Besichtigen des Ortes kamen wir überein, dass Sellin irgendwie hübscher ist als Binz.

Blick auf Sellin
Ein Blick auf Sellin von der Seebrücke aus. Die Leute da sind mir nicht bekannt, sie passten aber gut zur Szene.
Blick auf Sellin 2
Hier sieht man schon das oben angesprochene Gebäude, das ich im Abendlicht unbedingt noch fotografieren wollte.
Möwen, Möwen, Möwen
Möwen! Überall Möwen!

Abendlicher Fotospaß

Als die Sonne allmählich unterging, machten wir uns abermals auf zur Selliner Seebrücke, um sie mitsamt dem hoffentlich atmosphärisch beleuchteten Gebäude drauf zu fotografieren. Da es sich, wie angesprochen, um einen recht beliebten Fotospot handelt, rechnete ich schon damit, nicht der einzige Besucher mit Kamera zu sein. Das war bisher einfach immer so! Und so sollte es auch diesmal kommen …

Am oberen Ende der Treppe, die zur Seebrücke hinunterführt, hatte sich bereits ein weiterer Fotoenthusiast mitsamt Stativ bereitgemacht. Ich baute also meinen Kram direkt daneben auf und abwechselnd durfte jeder mal genau mittig ein Foto machen. Während wir ein wenig fachsimpelten, wurde es dunkler und endlich gingen auch die Lichter im Restaurant auf der Seebrücke an. Allerdings nicht symmetrisch auf beiden Seiten.

Der Fotograf neben mir hatte seine Frau und offenbar seine Schwiegermutter mitgebracht, und die beiden waren da nicht zimperlich. Sie boten an, unten mal nachzufragen, ob sie das Licht auch auf der rechten Seite des Gebäudes einschalten könnten, damit ihr Mann ein schönes Foto machen könne.

Leider blieb das Licht aus, da der Gebäudeteil wohl nur beleuchtet wird, wenn dort Hochzeiten stattfinden. Schade! Dafür hatten wir laut der Frau meines Fotonachbarn aber offenbar bereits Aufsehen erregt. Was da oben denn los sei, wurde sie gefragt, da stünden ja Leute mit Kameras. »Ja, einer davon ist mein Mann. Da ist gar nichts los!«, gab’s prompt zur Antwort. Und so gab es neben allerlei Erheiterung eben eine asymmetrisch beleuchtete Seebrücke fürs Foto.

Seebrücke in Sellin
Die bekannte Seebrücke in Sellin. Dummerweise hatte ich das Schild rechts im Bild übersehen, sonst hätte ich es weggeräumt oder mich weiter unten positioniert. Aber irgendwie passt es ja zum asymmetrisch beleuchteten Gebäude.
Seebrücke in Sellin 2
Man kann die Seebrücke auch sehr gut von unten fotografieren. Da fällt das Beleuchtungsproblem dann weniger ins Gewicht.
Tauchglocke in Sellin
Die (funktionierende) Tauchglocke am Ende der Seebrücke habe ich zum Abschluss noch schnell fotografiert, bevor es endlich per Bus zurück nach Binz ging.

Inselfieber (Teil 1): Binz auf Rügen

Nach dem langen, wieder viel zu warmen und trockenen Sommer hatten wir Lust, mal wieder Urlaub auf einer Insel zu machen. Rauer Wind, Meeresrauschen, kühle Luft – im Hitzesommer eine paradiesische Vorstellung! Da wir zuletzt auf Sylt waren und es dort sehr schön fanden, dachten wir, nehmen wir uns dieses Mal Deutschlands angeblich schönste Insel vor: Rügen. Natürlich reisten wir in der Nebensaison, schließlich haben wir keine Kinder und müssen daher nicht auf Ferien und Co. Rücksicht nehmen. Als Domizil und »Home Base« für Ausflüge suchten wir uns Binz aus – zugegeben auch in der Nebensaison nicht eben die leerste Stadt, aber das wussten wir vorher.

Binz hat so ein wenig das Problem, dass der Ort, wenn man nicht gerade über die Strandpromenade schlendert, wenig »inselig« wirkt. Viele der Häuser versprühen noch leichten Post-DDR-Charme und weil alles deutlich größer ist als auf Sylt, ist das Meer nicht gerade omnipräsent. Man kommt entsprechend schlecht ins Inselfeeling, weil alles so »normal« wirkt – von den vielen Möwen abgesehen. Klarer Punkt für Sylt, wenn man schon vergleichen möchte. Kein Wunder, dass die Ärzte einst »Westerland« besangen und nicht »Binz«. 😉

Möwen in Binz
Möwen gibt es hier natürlich überall.
Möwen in Binz
Die Vögel sind ausgesprochen zutraulich. Vermutlich könnte man sie direkt aus der Hand füttern.

Fotografieren am Strand von Binz

Binz liegt im Norden der Insel Rügen, entsprechend sind fotografisch gesehen nur schwierig schöne Gegenlichtsituationen möglich, es sei denn, man steht sehr, sehr früh auf: Dann hat man vom Strand aus mit Blick in Richtung Osten den Sonnenaufgang direkt vor sich. Wie so oft hatte ich natürlich auch wieder mal kein Glück mit den Wolken: Entweder war der Himmel komplett bedeckt oder völlig wolkenfrei. Aber da wir ja nicht auf Fotoreise waren, musste ich das Beste draus machen. Direkt an der Strandpromenade habe ich entsprechend am ersten Abend die Spots abgeklappert, die vermutlich jeder hier »knipst«.

Zahme Möwen
Man fühlt sich regelrecht beobachtet von den Tieren.
Binz: Blick über den Strand
Im Abendlicht wirkt die Seebrücke recht atmosphärisch.
Binz: Müther-Turm
Praktisch am Bloggen ist ja, dass man hinterher nachschauen muss, wie der Kram, den man da abgelichtet hat, überhaupt heißt. Am Müther-Turm fand an diesem Abend irgendein Event statt.
Binz: Boot im Abendlicht
Manche Dinge stehen vermutlich nur am Strand, damit Touristen sie fotografieren können – so wie dieses Boot.

Schwieriges (grünes) Licht

Je später der Abend, desto heftiger die Kontraste zwischen künstlicher Beleuchtung und nächtlicher Dunkelheit. Dies gilt auch in einer kleineren Stadt wie Binz. Um überhaupt einen Stich landen zu können, nehme ich für gewöhnlich dreimal das gleiche Bild mit unterschiedlicher Belichtung auf. So auch hier: Meine beiden Olympus-Kameras bieten die Möglichkeit, hierfür eine Belichtungsreihe aufzunehmen, sodass ich für mehrere Aufnahmen nur einmal auslösen muss. Ein Stativ ist natürlich Pflicht! Hinterher verrechne ich die Fotos in Lightroom zu einem und hole mir so den maximal möglichen Dynamikumfang ins Bild.

Erschwerend kam diesmal hinzu, dass der Weißabgleich im Kunstlicht auf der Binzer Seebrücke bei mir komplett danebengelegen hat. Alle Bilder hatten einen krassen Grünstich, den ich vermutlich durch eine andere Weißabgleicheinstellung hätte entfernen können. Da es schon spät und ich zu faul war, habe ich das hinterher in Lightroom korrigiert. Schon deswegen fotografiere ich IMMER im Raw-Format und nie nur JPEG.

Kurhaus
Das Kurhaus in Binz, das vermutlich jeder fotografiert, der hier vorbeikommt. Wegen der Langzeitbelichtung verschwimmt der Straßenmusiker vorm Tor.
Blick von der Seebrücke auf Binz
Im Abendlicht macht Binz was her. Leider war der Himmel komplett wolkenfrei, dafür aber schön farbig.
Das Kurhaus von der Seebrücke aus
Die Perspektive habe ich zugegenermaßen von einem vor mir fotografierenden Herrn übernommen. Die Aufnahme entstand als HDR aus drei Einzelfotos.

Besuch im Leipziger Zoo

Vor zwei Wochen waren wir übers Wochenende in Leipzig und besuchten den Leipziger Zoo. Das Fass, was Sinn oder Unsinn solcher Tierparks angeht, möchte ich an dieser Stelle nicht aufmachen, es sei nur so viel gesagt: Man hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben, die Tiere möglichst artgerecht unterzubringen. Freilich hat eine Bergkatze hier nicht hektarweise Berglandschaft als Revier, aber sie hat doch immerhin eine Gebirgslandschaft. Wer also kein absoluter Zoogegner ist, sollte dem Zoo in Leipzig unbedingt einen Besuch abstatten.

Nach einigen Zoobesuchen, bei denen ich auch bisher immer fotografiert habe, denke ich mir in letzter Zeit: Wenn schon, dann versuche ich doch auch, die Tiere etwas in Szene zu setzen. Einfach »knips, Foto mit Tier« ist mir inzwischen doch zu wenig. So habe ich das auch im Leipziger Zoo versucht, was mir mal mehr, mal weniger gut gelungen ist. Aber so ist das eben in der Fotografie. An dieser Stelle eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbilder:

Leizpiger Zoo: Ankunft am Zoo
Noch war das Licht schön. Leider sollte es ein sehr, sehr heißer und heller Tag werden.

Ein paar Worte zum Kamera-Setup noch: Für gewöhnlich packe ich allen möglichen Kram ein, wenn wir in den Urlaub fahren. Für den Leipziger Zoo habe ich mich, vom obigen Bild abgesehen, auf die Olympus OM-D E-M1 Mark II, zusammen mit dem M.Zuiko 40-150mm f4.0-5.6 beschränkt (Die Pro-Variante mit f2.8 wäre natürlich besser, aber auch deutlich teurer). Außerdem habe ich die Belichtungszeit in der Kamera auf mindestens 1/250s beschränkt, schließlich bewegen sich die Tiere. Der ISO musste entsprechend auf Automatik bleiben, damit ich auch im Dunkeln Aufnahmen machen konnte. Ich habe ihn aber auf 1600 begrenzt. Höher gehe ich ungern. Wenn ihr eine Kleinbildkamera habt, dann habt ihr da sicher mehr Spiel. Mir wurde aber schon die Olympus am Ende des Tages zu schwer, da lebe ich dann gern mit dem niedrigeren ISO. 😉 So, nun aber die Bilder:

Leizpiger Zoo: Wellensittich beim Nickerchen
Nicht der spannendste Vogel des Universums, aber mit dem Licht sooo fotogen!
Mehr Sittiche
Und weil es so schön ist, hier gleich im Doppelpack. Der Geselle rechts leider leicht außerhalb der Fokusebene.
Leipziger Zoo: Koala beim Mittag
Ziemlich dunkel war’s, daher leider nicht ganz scharf. Aber ich hatte zuvor noch nie einen Koala gesehen, drum das Foto.
Firefox!
Auch ein Tier, das ich zuvor nie gesehen hatte: Der kleine Panda, im Englischen auch Firefox genannt. Ja, das Browserlogo ist ein kleiner Panda. 😉
Leizpiger Zoo: Ein ... Vogel?
Zugegeben, keine Ahnung, welche Art Vogel das ist, aber scheu war er definitiv nicht: Flog einfach um uns herum und poste ein wenig.
Komodowaran
Ein Komodowaran bei seiner Lieblingsbeschäftigung: sich nicht bewegen. Wer könnte es ihm verdenken?
Leizpiger Zoo: Totenkopfäffchen im Schatten
Leider waren die kleinen Totenkopfaffen etwas zu flink, sodass mir nur dieses eine, leicht dunkle Bild gelungen ist.
Eine ... Echse?
Ich hätte mir mal die Namen der Tiere notieren sollen, aber es waren einfach so viele. Hier waren die Farben zu schön, um einfach weiterzugehen.
Leizpiger Zoo: Indischer Elefant
Nicht fehlen durften auch die Elefanten. Nicht ganz so imposant wie ihre afrikanischen Verwandten, trotzdem beeindruckend.
Giraffe beim Kauen
Den Giraffen konnte man durch den Aufbau des Zoos relativ nahe kommen, geradezu auf Augenhöhe.
Zebra hinter Zebra
Einfach zu reizvoll, wenn es schon so schön in die Kamera schaut.
Tolle Fellzeichnung
Zebras sind so wunderbar fotogene Tiere.
Leizpiger Zoo: Gesundheit!
Entweder habe ich es beim Niesen erwischt oder es hat sich gerade köstlich amüsiert.
Zebra im Schwarz-Weiß-Look
Da das Tier ohnehin keine Farben hat, habe ich das Bild schwarz-weiß entwickelt. Eine meiner Lieblingsaufnahmen des Tages.
Leizpiger Zoo: Drei Erdmännchen für Charlie
Darf natürlich nicht fehlen: Das Erdmännchenfoto. Leider habe ich kein gutes Bild eines Aufpasserhörnchens hinbekommen.
Ein ... Affe?
Ach menno, wieder fehlt mir der passende Name. Vielleicht schaut er deswegen so missmutig drein?
Leizpiger Zoo: Orang-Utans beim Napping
Es war viel zu heiß, um sich zu bewegen. Folglich haben diese Orang-Utans das auch nicht getan.
Der Chef passt auf
Orang-Utan-Männchen sind wahnsinnig imposante Tiere. Die Klugheit sieht man ihnen schon am Blick an. Stimmt einen in Anbetracht der Zerstörung ihres Lebensraums nachdenklich und traurig.
Borstentier beim Fressen
Das Licht war wirklich nicht optimal, ich hab aber versucht, das beste draus zu machen. Immerhin kommen die Borsten hier schön zur Geltung.
Leizpiger Zoo: Flamingos
Gar nicht so leicht, Flamingos in der Gruppe so abzulichten, dass nicht nur ein rosa Knäuel auf dem Foto landet.
Flamingos im Sonnenlicht
Noch eine ganz schwierige Lichtsituation und inzwischen wurde die Kamera auch wirklich schwer.

Test: Laowa 7,5mm f/2

Disclaimer: Das hier beschriebene Laowa-Objektiv habe ich selbst gekauft. Ich wurde nicht beauftragt und möchte lediglich meine Erfahrungen teilen. Ferner sind jegliche Links zu Shops keine Affiliate-Links.

Nachdem ich jetzt schon einige Male darüber geklagt habe, in gewissen Situationen kein Ultraweitwinkel-Objektiv zu besitzen, habe ich nun endlich doch zugeschlagen. Wer im Micro-Four-Thirds-Universum zu Hause ist, hat hier im Wesentlichen drei Hersteller zur Auswahl: Olympus, Panasonic und Laowa. Den Spoiler gibt der Titel vor: Es ist das Laowa geworden. Warum, das erkläre ich im Folgenden.

Wer die Wahl hat

Wie gesagt, man hat im MFT-Bereich im Prinzip drei Linsen zur Auswahl, wenn man sich ein Ultraweitwinkel-Objektiv anschaffen möchte:

  • das Olympus M.Zuiko 7-14mm f/2.8 Pro
  • das Panasonic LUMIX G Vario 7-14mm f/4
  • das Laowa 7,5mm f/2 C-Dreamer

Da ich aktuell ausschließlich Olympus-Kameras verwende, tendiere ich auch zu den wirklich hervorragenden Objektiven desselben Herstellers. Hier allerdings war mir die Olympus-Variante dann doch zu unpraktikabel. Das M.Zuiko wiegt über ein halbes Kilo, ist verdammt groß und am schlimmsten: Durch die herausstehende Frontlinse lassen sich nur sperrige Filtervorrichtungen anbringen, falls man mal Langzeitbelichtungen aufnehmen möchte. Außerdem ist es mit über 1000 Euro auch nicht eben ein Schnäppchen.

Das Panasonic kostet mit aktuell ca. 700 Euro deutlich weniger, ist kleiner und leichter, fiel aber trotzdem recht schnell aus dem Rennen. Durch die Blende von f/4 ist es praktisch für Nachtaufnahmen von Sternenhimmeln ungeeignet. Und wofür kauft man sich denn so ein Ultraweitwinkel-Objektiv, wenn man dann keine Sterne fotografieren kann?

So wurde es das Laowa. Die Blende von f/2 ist perfekt, die Linse ist klein, leicht, hat ein Filtergewinde(!) und kostet gerade mal halb so viel wie das Olympus-Pendant.

Weltmeister im Federgewicht

Als das Objektiv bei mir ankam, war ich über den kleinen Karton doch einigermaßen überrascht. Zuerst einmal ist das Laowa deutlich edler verpackt als etwa die Olympus-Schwestern. Wenn man Objektive eines rein chinesischen Herstellers kauft, ist man ja leider doch immer noch ein wenig skeptisch. Nach dem Auspacken verschwand aber auch der letzte Zweifel, was die Verarbeitung an sich angeht: Das Objektiv ist vollständig aus Metall gearbeitet. Selbst die kleine Streulichtblende ist aus Metall. Der Fokusring ist angenehm schwergängig und auch der gerasterte Blendenring klickt beim Verstellen angenehm.

Warum ein Blendenring? Das Laowa ist komplett manuell. Es gibt keine elektronische Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Bei einem Ultraweitwinkel-Objektiv ist das zu verschmerzen, denke ich. Bei der Brennweite von 7,5mm ist sowieso fast immer alles im Fokus und auch die Blende verstellt man eher selten, wenn die Lichtsituationen sich nicht plötzlich krass ändern.

Und wie klein und leicht es ist! Als MFT-Fotograf ist man kleine Objektive ja gewöhnt, aber ein so kleines Objektiv mit dieser Brennweite ist dann doch schon sehr überraschend. Das Laowa gehört definitiv zu meinen kleinsten Objektiven und mit gerade mal 170 Gramm auch zu den leichtesten. Ich hab es direkt mal an meine kleine OM-D E-M10 Mark II angeschlossen. Die beiden ergeben ein ideales Gespann, das man auch gern länger um den Hals tragen kann.

Ideales Gespann: Das Laowa an der OM-D E-M10 Mark II. Wirkt hier fast schon groß, aber …
… mit meiner wirklichen kleinen Hand lässt sich erahnen, wie klein Kamera und Objektiv wirklich sind.

Das Laowa im Test

Zum Ausprobieren habe ich mich erst mal einfach ans geöffnete Badezimmerfenster gestellt. Gegenüber ist eine Baustelle. Die vielen Details eignen sich prima, um bspw. die Randabbildungen der Linse beurteilen zu können. Ich habe mit jeder Blendenstufe des Objektivs, die übrigens von f/2 bis f/22 reichen, ein ähnliches Bild gemacht.

Fazit: Bei voll geöffneter Blende ist die Mitte bereits ausreichend scharf, die Ränder dagegen erscheinen recht weich. Das ist bei Ultraweitwinkeln allerdings nicht ungewöhnlich. Bei f/4 bis f/5.6 ist die Schärfe auch an den Rändern deutlich annehmbarer. So richtig knackig wird’s schon der heftigen Verzerrung wegen aber nie. Bis f/11 fand ich die Ergebnisse immer noch sehr annehmbar, auf f/16 oder gar f/22 würde ich dagegen, wenn möglich, verzichten. Hier wird das Bild dann auch der Beugungsunschärfe wegen doch etwas weicher. Aber auch das sieht man gerade in der Mitte nur, wenn man wirklich nah ans Bild heranzoomt.

Krass ist die Vignette. Bei f/2 sind’s, glaubt man einschlägigen Seiten, ganze 2,5 Blendenstufen. Also das sieht man wirklich, also wirklich, wirklich deutlich. Blendet man auf f/4 oder f/5.6 ab, sieht die Sache schon viel besser aus. Ganz verschwindet die Vignette aber nie. Nichts, was man mit Lightroom nicht entfernen kann, aber dazu gleich noch mal mehr. Mit Schraubfiltern sieht die Sache übrigens noch schlimmer aus. Da ich bereits einen Filtersatz besitze, der aber ein deutlich größeres Gewinde besitzt, habe ich mir für nicht mal 10 Euro einen sehr schmalen Step-Up-Ring von 46mm (Durchmesser des Laowa) auf 62mm bestellt. So musste ich erstens keine neuen Filter kaufen und zweitens hält sich die zusätzliche Vignette in Grenzen, da die Ränder der großen Filter nicht als zusätzliche Abdunklung im Bild landen. Bei kleinen Filtern mit 46mm hätte die Sache ganz anders ausgesehen.

Chromatische Aberrationen sind natürlich an den Rändern ein Thema, was beim Ultraweitwinkel in der Natur der Sache liegt. Die sind über alle Blenden gleich ausgeprägt, fallen aber nicht allzu stark störend ins Gewicht. In Lightroom lassen sie sich per Klick problemlos entfernen.

Bleibt noch was zur »Tonne« zu sagen. Man scheint beim Laowa deutlich mehr Wert auf die kompakte Bauform gelegt zu haben als auf eine saubere optische Korrektur im Objektiv. Denn obwohl es sich um eine Festbrennweite handelt, lässt sich doch eine deutliche tonnenförmige Verzerrung an den Bildrändern wahrnehmen. Bei gewissen Landschaftsaufnahmen mag das egal sein, für Architekturfotos aber beispielsweise geht das gar nicht. Auch hier muss man also hinterher nacharbeiten und verliert dann natürlich ein klein wenig Brennweite, was ich aber nicht so schlimm fand.

Da Bilder oft mehr sagen als tausend Worte, hier meine Testbildstrecke. Die Bilder sind verkleinert, aber man sieht sehr schön die Vignette und in Teilen auch die Verzerrungen.

Weitere Fotos und Fazit zum Laowa

Hier noch eine kleine Auswahl der Fotos, die ich auch kurzen Touren machen konnte. So richtig tolles Licht wollte während meiner Tests nicht herrschen. Die Bilder habe ich in Lightroom bearbeitet. Sowohl die Vignette als auch die Verzerrung habe ich korrigiert. Leider hat Lightroom noch immer kein Profil für das Laowa an Bord, sodass ich mir ein Preset für Blende f/5.6 gebastelt habe. Das ist für mich erst mal in Ordnung.

Dramatische Wolken
Schöne Landschaften haben wir hier nicht so viele, schöne Wolken dafür umso häufiger.
Laowa: Ultimativer Filtertest
Hier hatte ich einen ND1000- und einen ND8-Filter gleichzeitig im Einsatz. Man beachte die kaum sichtbare (weil herausgerechnete) Vignette oben links und rechts.
Laowa: Ultraweitwinkel im Einsatz
Dinge im Vordergrund erscheinen teilweise absurd groß, so wie diese beiden nicht allzu großen Steine.

Neben Natur- und Landschaftsaufnahmen spielen Ultraweitwinkel-Optiken eine wichtige Rolle in der Architekturfotografie. Also habe ich auch diesbezüglich ein wenig herumgespielt. Ein Dank geht an dieser Stelle an meine Freundin, die nie murrt, wenn ich alle fünf Meter anhalte, um nach Motiven zu schauen. 😉

Das Shell-Haus
Für Architekturen wie das Shell-Haus in Berlin bietet sich die geringe Brennweite geradezu an.
Eingang zum Shell-Haus
Diese Aufnahme entstand bodennah. Stürzende Linien wirken hier besonders drastisch.
Upper West
Ein gern genommenes Motiv in Berlin ist das Upper West am Banhof Zoo. Auch hier mittels kurzer Brennweite in ganz neuer Perspektive. Sogar das Waldorf-Astoria nebenan ragt noch locker ins Bild.
Upper West mit Laterne
Mit dem Laowa bekommt man so viel mehr aufs Foto als mit den herkömmlichen MFT-Brennweiten ab meist 12mm.

Und damit es nicht ganz so schwarzweiß ist, hier noch ein paar spontan geschossene Bilder aus der Berliner Innenstadt.

Einkaufszentrum am Potsdamer Platz
Endlich kann auch ich solche Aufnahmen machen. Ich freue mich auf die nächste Stadttour.
Laowa: Ungewöhnliche Perspektiven
Durch die extrem kurze Brennweite bekommen Räume optisch viel mehr Volumen.
Aus der Hüfte
Langzeitbelichtungen (hier 0,5 Sekunden) aus der Hand gelingen mit der Brennweite von nur 7,5mm locker ohne Stativ.

Bleibt abschließend zu sagen, dass ich bisher wirklich viel Spaß mit dem Laowa hatte. Die Brennweite lässt schon sehr außergewöhnliche Bilder zu, man muss aber auch lernen, damit umzugehen. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Urlaub und auf meine ersten Gehversuche in der Milchstraßenfotografie.

Wandertag zum Teufelssee

Das Schöne daran, am Stadtrand zu wohnen ist ja, man kommt genauso schnell in die Stadt, wie davon weg. Seit einiger Zeit erkunden wir an unseren freien Tagen ganz gerne das Umland. Und so hat es uns neulich zum kleinen Teufelssee verschlagen, der sich südlich des Großen Müggelsees finden lässt, wenn man die Augen offen hält.

Denn so ein richtiger See ist das eigentlich nicht, eher ein Tümpel mit schönen Waldwegen rings herum. Wer gern den Ausblick genießt, geht am Teufelssee vorbei und direkt den Berg hoch. So gelangt man zum Müggelturm, der für ein Eintrittsgeld einen weiten Blick über den Osten der Stadt und das Brandenburger Land bietet. War uns an diesem Tag aber erstens zu teuer und zweitens war das Licht noch zu grell und drittens schmetterten große Lautsprecher unerträglichen Bumsbudengesang in die Landschaft, sodass wir uns ganz schnell wieder auf die Waldwege verdrückten.

Waldweg am Teufelssee
Ich liebe einfach diese stimmigen Waldaufnahmen, auch wenn nichts weiter drauf ist als … Wald eben.

Die Wege sind übrigens auch schön für Spaziergänge mit Kindern, die ein wenig Interesse an der Natur mitbringen. Es handelt sich nämlich um Lehrpfade und alle paar Meter warten eine Infotafel, ein kleines Spiel und Schilder mit Fußabdrücken von zu erratenden Tieren. Ich würde aber dennoch ein Handy mit Karten-App mitnehmen, weil sich’s doch auch ganz leicht mal falsch abbiegen lässt.

Cabin in the woods?
Die Waldhütte gehört, glaub ich, zum Lehrkabinett Teufelssee der Berliner Forsten. Ganz sicher bin ich nicht, ich fand sie aber recht stimmungsvoll.

Der Teufelssee und seine Stege

Der Teufelssee an sich ist jetzt nicht sonderlich imposant. Das eine oder andere nette Panorama lässt sich hier natürlich schon aufnehmen. Leider waren wir am frühen Nachmittag dort, sodass die Lichtstimmung nicht sonderlich schön war. Ich denke, gerade im goldenen Herbst lassen sich hier wirklich hübsche Motive herauskitzeln.

Der Teufelssee
Auch wenn man nicht fotografieren möchte, lässt sich’s hier prima aushalten. Und ist doch eine Kamera parat, umso besser. (Und wie immer gilt: Ich brauche unbedingt ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv.)

Rings um den Teufelssee lässt sich die eine oder andere Fotospielerei mit den Stegen und Holzbrücken anstellen, auch hier allerdings vermutlich besser ganz früh morgens oder kurz vor bzw. nach Sonnenuntergang.

Teufelssee: Nette Aussicht
Die Bänke laden zum Verweilen ein, wenn sie nicht gerade besetzt sind.

Ente Ente Ente

Das Highlight des Ausflugs waren fototechnisch allerdings die Entlein, die wir vom obigen Steg aus beobachten konnten. Zum Glück hatte ich meine leichte Telebrennweite dabei, sodass ich auch hier ein paar nette Aufnahmen machen konnte.

Entlein zwischen Seerosen
Niedlich oder? Während die kleinen Küken die Sonne genossen, schauten auch die Eltern mal vorbei, um nach dem Rechten zu sehen.
Die Aussicht genießen
Auch die Enten genießen die nette Aussicht, wie es scheint.
Entengeschwister
Eigentlich waren es mindestens drei Geschwister, aber die wollten nicht so recht stimmig auf ein gemeinsames Bild, drum hier eben nur zwei.

Kurzurlaub in Hamburg

Anfang April unternahmen meine Freundin und ich eine Reise nach Hamburg. Obwohl die Stadt mit dem ICE von Berlin aus relativ bequem zu erreichen ist, waren wir bisher nicht länger dort gewesen. Zeit wurde es also, das mal nachzuholen. Und wie das inzwischen so ist, wenn wir auf Reise gehen: Der Fotorucksack durfte selbstverständlich nicht fehlen. 😉

Da wir aber vorwiegend im Hamburg waren, um Urlaub zu machen und natürlich(!) ins Musical zu gehen und uns das »Miniatur Wunderland« anzuschauen (zu dem ich demnächst noch einen eigenen kleinen Beitrag verfassen werde), hielt ich mich für meine Verhältnisse mit dem Fotografieren weitestgehend zurück. So entstand am ersten Abend auch nur dieses eine Foto vom Teehaus im Japanischen Garten des Parks »Planten un Blomen«.

Planten un Blomen
Das Teehaus: Ein wirklich schönes Motiv eigentlich, leider an diesem Abend ohne stimmungsvolle Lichtkulisse.

Den Fernsehturm im Hintergrund habe ich am Folgetag noch mal direkt davor stehend abgelichtet. Aber hey, wir haben hier den Berliner Fernsehturm, insofern fand ich das Ding jetzt nur so mittelspannend.

Heinrich-Hertz-Turm
Den Heinrich-Hertz-Turm nennt man auch »Telemichel«. Noch bot der Himmel ein paar Wolken, doch das sollte sich ändern …

Hamburg Hafen

Als Nichthamburger hat man immer das Gefühl, die Menschen, die in Hamburg leben, glauben, sie wohnen am Meer. Überall sieht man Ankersymbole, Fisch bekommt man an jeder Ecke und überhaupt scheinen die Hamburger wahnsinnig stolz auf ihren Hafen zu sein, der doch eigentlich nur an einem Fluss liegt. Aber was soll ich sagen? Es fühlt sich wirklich ein bisschen an, als wäre man an der See. Riesige Kreuzfahrtschiffe werden hier zusammengeklöppelt oder geparkt. Sogar ein Schaufelraddampfer, die »MS Louisiana Star« fährt immer mal wieder vorbei.

Hamburger Hafen
Ein Blick auf den Hafen mitsamt Elbphilharmonie. Im Vordergrund schaufelt sich die »MS Louisiana Star« vorbei.

Für den obigen Blick lohnt es sich übrigens, einfach mal zu Fuß durch den »Alten Elbtunnel« zu gehen, den man von den Landungsbrücken aus erreicht. Leider war eine Seite des Tunnels gerade im Bau, sodass die verbliebene Röhre recht überfüllt war. Gar nicht so einfach daher, die Länge des Tunnels zu erfassen, ohne dass einem hundert Touristen ins Bild rennen.

Der Alte Elbtunnel
Eine ziemlich lange Röhre. Man vergisst beim Marsch durch den Alten Elbtunnel glatt, dass man gerade unter gigantischen Wassermaßen hindurchgeht.

Ach ja, und wenn man schon mal Hamburg unsicher macht, dürfen natürlich auch dicke Möwen nicht fehlen.

Was guckste so?
Diese Möwe schien sich ehrlich über den merkwürdigen Typ mit der Kamera zu wundern.

Zum ersten Mal konnte ich hier auch meine neue Olympus OM-D E-M1 Mark II etwas intensiver am lebenden Objekt testen. Fliegende Möwen zu fotografieren ist jetzt nicht ganz schwer, weil die Biester gerne langsam gegen den Wind segeln, aber trotzdem machte sich der schnelle kontinuierliche Autofokus hier echt bezahlt. Wenn ich jetzt noch Profi-Telezoom hätte …

Möwe im Flug
Mit kontinuierlichem Autofokus der E-M1 kein Problem.

Hafencity und Elbphilharmonie

Nachdem meine Freundin am Ende eines langen Wandertages schon ziemlich platt war, zog ich noch einmal allein los und machte die »HafenCity« sowie speziell die Elphilharmonie unsicher. Mit Stativ und Kamera im Anschlag ging ich pünktlich zum Sonnenuntergang an den Schalter, um eine Karte für die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie zu lösen. Die nette Dame an der Kasse drückte mir das Ticket in die Hand und meinte nur lächelnd: »Kostet nichts.« Wunderbar, also nichts wie rauf!

Oben angekommen war ich erst mal ein wenig enttäuscht von der Aussicht. Man guckt halt, tja, auf die Elbe auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite. Hätte der Himmel wenigstens schöne Wolkenstrukturen geboten … Doch als Tourist muss man eben nehmen, was man kriegt. Zumindest der Himmel färbte sich später noch wunderbar orange.

Wasser, soweit man blicken kann
Ein Blick auf die Elbe. Speziell zum Sonnenuntergang wird’s hier sehr stimmig.
Zwei Giraffen und drei AT-AT Walker
Als die Sonne schon verschwunden war, bot sich diese wunderbare Silhouette. Man könnte meinen, einige abgemagerte AT-AT Walker würden hier neben zwei riesigen Robogiraffen parken. 😉 Ein ungeplantes Lieblingsfoto.

Auch an Langzeitbelichtungen habe ich mich natürlich versucht. Leider wirken die nur halb so spannend, wenn der Himmel keine Wolken im Programm hat. Trotzdem! Filter drauf, und los ging es.

Langzeitbelichtung im Hamburger Hafen
Die Kulisse lädt zur Langzeitbelichtung ein. Leider aber ohne Wolken am ansonsten hübsch eingefärbten Himmel.

Prompt näherte sich ein Mann und kroch mir fast schon in die Kamera. Als ich ihn verblüfft anschaute, meinte er nur: »Ah, das ist ja tatsächlich ein Haida-Filter.« Ich guckte wohl noch verwunderter und meinte nur: »Klar, warum nicht?« Darauf sagte er, es gäbe ja schließlich auch genug Alternativen und dass er den Deutschlandvertrieb leite. »Wir sitzen hier um die Ecke. Kommste aus Hamburg?«, fragte er und drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und dass ich mich doch mal melden solle. Zufälle gibt’s!

Ein paar Minuten später verhalf ich noch einem weiteren Fotografen zu einem Bild mit seiner Freundin und sich. Dafür drückte er mir seine Kamera – gleiches Modell wie meine – in die Hand und meinte nur: »Bedienung müsste ja klar sein.« Hinterher fachsimpelten wir noch ein wenig und dann machte wieder jeder seine Bilder. Auch das liebe ich an der Fotografie: Diese kleinen Begegnungen mit anderen Enthusiasten.

Nach dem Abstieg stand der Mond bereits weit oben am Himmel. Es war noch nicht dunkel, und bevor ich mein geplantes Zielfoto machte, hielt ich noch einmal an, um die Elbphilharmonie in Szene zu setzen.

Elbphilharmonie mit Mond
Das Glas reflektierte den violetten Himmel, dazu der Mond … Es fing an, Spaß zu machen.
Die Elbphilharmonie
Man kann davon halten was man will, aber die Elbphilharmonie ist einfach ein imposantes Bauwerk. Notiz an mich selbst: Ein Ultra-Weitwinkel kaufen!

Das Zielfoto in der Speicherstadt

Eigentlich war ich nur so lange unterwegs, um nach Sonnenuntergang dieses eine Bild zu machen, das wirklich jeder Fotograf aufnimmt, der nach Hamburg kommt: Das Wasserschloss in der Speicherstadt! Und so war es dann auch: Als ich um die Ecke bog und auf die Brücke zuging, von der aus man das Foto machen kann, waren dort bereits fünf Fotografen und eine Drone(!) zugange. Aber auch wenn es keine innovative Aufnahme ist, der Ausflug hat sich für das Resultat, wie ich finde, trotzdem gelohnt.

Das Wasserschloss
Ja, das Foto sieht quasi immer nahezu gleich aus, aber viele Varianten hat man hier auch wirklich nicht. Trotzdem mag ich es sehr.

Als ich fertig war, wurde es allmählich wirklich dunkel. Klar, in einer glitzernden Großstadt ist es nie ganz finster, aber wenn man sich nicht so gut auskennt, wird einem doch immer ein bisschen mulmig – mir zumindest. Drum machte ich mich flugs auf den Heimweg, aber nicht, ohne noch ein, zweimal halt zu machen, um die Lichtstimmung rund ums Rathaus einzufangen.

Das Hamburger Rathaus
Der Mond hatte mich zum Rathaus begleitet. Hier musste ich leider mit stürzenden Linien fotografieren, aber in diesem Fall passt’s ganz gut, wie ich finde.
Kleine Alster
Selbes Gebäude, andere Perspektive. Ich habe versucht, die Kleine Alster noch ein wenig mit einzubeziehen. Leider war es sehr windig, sodass ich nach diesem letzten Bild zusammenpackte und in die Bahn verschwand.