Inselfieber (Teil 3): Sassnitz – Grauer Osten

Im Urlaub kann man sich – speziell im Herbst – das Wetter nicht immer aussuchen. Manchmal ist es schön, manchmal halt gar nicht. Und so fanden wir auf unserem Ausflug in den Ort Sassnitz eben alles grau in grau vor. Dort angekommen war dieses Einheitsgrau erst einmal gar nicht so unpassend: Speziell der Bereich um den Busbahnhof herum versprüht irgendwie ziemlichen Post-Wende-Charme. Schade war’s trotzdem, denn eigentlich wollte ich unbedingt den Leuchtturm dort in schönem Licht fotografieren, aber dazu gleich mehr.

Hafenromantik in Sassnitz

Dass Sassnitz deutlich mehr zu bieten hat als Klischeetristesse, sieht man, sobald man in den Hafen kommt. Hier gibt’s nicht nur Fischkutter, sondern sogar ein waschechtes U-Boot: Die H.M.S Otus ist ein U-Boot-Museum, das man für etwas Geld besichtigen kann. Da wir daran aber nicht wirklich interessiert waren, sparten wir uns das und erkundeten in Ruhe den Hafen.

Ich konnte dabei meine vor einiger Zeit erworbene neue Festbrennweite ein wenig testen: Das Olympus M.Zuiko 25mm f1.8. Durch den Crop-Faktor von 2, den MFT-Sensoren nun mal haben, hat das Objektiv auf Kleinbild umgerechnet 50mm Brennweite. Ein »Nifty-Fifty« also; das Objektiv, das jeder als erstes kauft oder kaufen soll. Ich habe es halt, nun ja, eben etwas später in meinen Fundus aufgenommen. Und bei dem scheußlichen Licht konnte es auch direkt mal zeigen, was es so draufhat.

Die H.M.S. OTUS
Im Sassnitzer Hafen ruht die H.M.S OTUS, ein britisches U-Boot.
Sassnitz: Fast alles grau in grau
Es war gar nicht leicht, bei diesem Wetter Fotos zu machen, die nicht nur nach grauer Suppe aussahen. Hier und da durften Farbkleckse nicht fehlen.
Boote überall
Boot- und Schifffans kommen in Sassnitz auf ihre Kosten.
Möwen in Sassnitz
Auch in Sassnitz durften die Möwen natürlich nicht fehlen. Die waren mitunter fast schon zu zutraulich. 😉

Fisch futtern am Leuchtturm

Vom Leuchtturm in Sassnitz findet man beeindruckende Fotos. Speziell hoher Wellengang bei Minusgraden sorgt dafür, dass das Wasser am Turm gefriert, sodass ein surreal anmutendes Motiv entsteht. Umso enttäuschender war die Kulisse, als wir da waren. Keine Abendsonne, keine blaue Stunde, einfach nur ein grüner Leuchtturm in grauer Suppe bei leichtem Wellengang.

Leuchtturm in Sassnitz von der Mole aus
Um zum Leuchtturm zu kommen, muss man vom Sassnitzer Hafen aus über die recht lange Mole laufen.
Leuchtturm in Sassnnitz
Das Licht war Mist, da halfen auch führende Linien im Bild nur wenig.

Um überhaupt zum Leuchtturm zu kommen, ist einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Der Turm befindet sich am Ende einer langen Mole, über die ein Weg führt. Direkt an der Mole festgemacht waren diverse Boote, so auch ein schwimmendes Fischrestaurant: die MS Manfred. Hier kann man bei schönem Wetter auf und an miesen Tagen unter Deck essen. Ich versuche seit einiger Zeit, weniger Fleisch zu essen, was auf Rügen gar nicht so leicht ist. Fisch gibt es überall, Vegetarisches eher nicht so, so auch auf der MS Manfred. Wer damit kein Problem hat, sollte hier unbedingt Pause machen. Die Menüs sind riesig und dennoch sehr preiswert und wirklich lecker (die Bratkartoffeln waren ein Traum).

Möwen, Kormorane und Schwäne

Frisch gestärkt beschlossen wir, uns den Ort noch etwas anzuschauen. Rein fotografisch war das auch bei schlechtem Wetter unerwartet lohnenswert. Auf einem kleinen abgesperrten Pier hatten sich Möwen und Kormorane versammelt und gaben ein hervorragendes Motiv ab. Der graue Himmel und die flaue Lichtstimmung harmonierten damit wunderbar.

Möwen und Kormorane
Als hätten sich die Möwen und Kormorane extra fürs Foto aufgereiht.
Möwen und Kormorane 2
Vielleicht sogar mein Lieblingsfoto des Urlaubs. Eigentlich eine Langzeitbelichtung, habe ich eine kurze Belichtung darübergelegt, damit die Vögel scharf abgebildet sind.
Sassnitz: Blick aus der Ferne
Der Pier mit den Vögeln aus einiger Entfernung. Hier wirkt die Ostsee fast wie ein Schwimmbecken.

Folgt man dem Uferpfad, kommt man an einem sehr skurrilen Gebäude vorbei: der sogenannten Kurmuschel von Ulrich Müther, einem Musikpavillon. Auf den ersten Blick hielt ich das Ding, ehrlich gesagt, für ein extravagantes Klo.

Kurmuschel von Ulrich Müther
Die Kurmuschel von Ulrich Müther, aufgenommen mit dem Laowa 7,5mm.

Wenn man Sassnitz in Richtung Nordost folgt, ist man auch schon wieder auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit: dem Nationalpark Jasmund. Diesen wollten wir uns für einen anderen Tag aufheben, dennoch spazierten wir schon mal etwas am Strand entlang. Auch hier lohnte sich bei schlechtem Wetter die kleine Extratour, denn wir bekamen noch so einige Schwäne zu sehen. Davon gibt es auf Rügen überhaupt ausgesprochen viele. Man trifft sie meist nicht mal nur in Paaren, sondern in großen Gruppen. Zum Glück, muss man sagen, denn leider wird, wie ich beim Recherchieren erfahren habe, auch oft Jagd auf die Tiere gemacht. Auf Rügen fallen hunderte Schwäne pro Jahr sinnlosen Vogeljagden aus »Spaß« zum Opfer.

Strand hinter Sassnitz
Folgt man dem Steinstrand hinter Sassnitz, kommt man zu Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen.
Strandmonster
Die mit Algen bewachsenen Äste sehen aus wie die Arme eines Seemonsters.
Schwan in Sassnitz
Ein stimmungsvolles Bild, wie ich finde. Die Ostsee hatte tatsächlich diese Farbe.
Schwan auf Rügen 2
Der Wellengang macht den so ruhigen Tieren nichts aus.
Schwäne in Sassnitz
Mit etwas Ruhe und einer Telebrennweite konnte ich mich den Schwänen gut nähern.
Möwe im Wellengang
auch Möwen hatten mit den Wellen zu kämpfen. War lustig anzuschauen und auch der Möwe schien das Geschaukel zu gefallen.
Möwe im Wellengang 2
Hier und da mussten dann aber doch mal die Flügel zur Hilfe genommen werden.

Inselfieber (Teil 1): Binz auf Rügen

Nach dem langen, wieder viel zu warmen und trockenen Sommer hatten wir Lust, mal wieder Urlaub auf einer Insel zu machen. Rauer Wind, Meeresrauschen, kühle Luft – im Hitzesommer eine paradiesische Vorstellung! Da wir zuletzt auf Sylt waren und es dort sehr schön fanden, dachten wir, nehmen wir uns dieses Mal Deutschlands angeblich schönste Insel vor: Rügen. Natürlich reisten wir in der Nebensaison, schließlich haben wir keine Kinder und müssen daher nicht auf Ferien und Co. Rücksicht nehmen. Als Domizil und »Home Base« für Ausflüge suchten wir uns Binz aus – zugegeben auch in der Nebensaison nicht eben die leerste Stadt, aber das wussten wir vorher.

Binz hat so ein wenig das Problem, dass der Ort, wenn man nicht gerade über die Strandpromenade schlendert, wenig »inselig« wirkt. Viele der Häuser versprühen noch leichten Post-DDR-Charme und weil alles deutlich größer ist als auf Sylt, ist das Meer nicht gerade omnipräsent. Man kommt entsprechend schlecht ins Inselfeeling, weil alles so »normal« wirkt – von den vielen Möwen abgesehen. Klarer Punkt für Sylt, wenn man schon vergleichen möchte. Kein Wunder, dass die Ärzte einst »Westerland« besangen und nicht »Binz«. 😉

Möwen in Binz
Möwen gibt es hier natürlich überall.
Möwen in Binz
Die Vögel sind ausgesprochen zutraulich. Vermutlich könnte man sie direkt aus der Hand füttern.

Fotografieren am Strand von Binz

Binz liegt im Norden der Insel Rügen, entsprechend sind fotografisch gesehen nur schwierig schöne Gegenlichtsituationen möglich, es sei denn, man steht sehr, sehr früh auf: Dann hat man vom Strand aus mit Blick in Richtung Osten den Sonnenaufgang direkt vor sich. Wie so oft hatte ich natürlich auch wieder mal kein Glück mit den Wolken: Entweder war der Himmel komplett bedeckt oder völlig wolkenfrei. Aber da wir ja nicht auf Fotoreise waren, musste ich das Beste draus machen. Direkt an der Strandpromenade habe ich entsprechend am ersten Abend die Spots abgeklappert, die vermutlich jeder hier »knipst«.

Zahme Möwen
Man fühlt sich regelrecht beobachtet von den Tieren.
Binz: Blick über den Strand
Im Abendlicht wirkt die Seebrücke recht atmosphärisch.
Binz: Müther-Turm
Praktisch am Bloggen ist ja, dass man hinterher nachschauen muss, wie der Kram, den man da abgelichtet hat, überhaupt heißt. Am Müther-Turm fand an diesem Abend irgendein Event statt.
Binz: Boot im Abendlicht
Manche Dinge stehen vermutlich nur am Strand, damit Touristen sie fotografieren können – so wie dieses Boot.

Schwieriges (grünes) Licht

Je später der Abend, desto heftiger die Kontraste zwischen künstlicher Beleuchtung und nächtlicher Dunkelheit. Dies gilt auch in einer kleineren Stadt wie Binz. Um überhaupt einen Stich landen zu können, nehme ich für gewöhnlich dreimal das gleiche Bild mit unterschiedlicher Belichtung auf. So auch hier: Meine beiden Olympus-Kameras bieten die Möglichkeit, hierfür eine Belichtungsreihe aufzunehmen, sodass ich für mehrere Aufnahmen nur einmal auslösen muss. Ein Stativ ist natürlich Pflicht! Hinterher verrechne ich die Fotos in Lightroom zu einem und hole mir so den maximal möglichen Dynamikumfang ins Bild.

Erschwerend kam diesmal hinzu, dass der Weißabgleich im Kunstlicht auf der Binzer Seebrücke bei mir komplett danebengelegen hat. Alle Bilder hatten einen krassen Grünstich, den ich vermutlich durch eine andere Weißabgleicheinstellung hätte entfernen können. Da es schon spät und ich zu faul war, habe ich das hinterher in Lightroom korrigiert. Schon deswegen fotografiere ich IMMER im Raw-Format und nie nur JPEG.

Kurhaus
Das Kurhaus in Binz, das vermutlich jeder fotografiert, der hier vorbeikommt. Wegen der Langzeitbelichtung verschwimmt der Straßenmusiker vorm Tor.
Blick von der Seebrücke auf Binz
Im Abendlicht macht Binz was her. Leider war der Himmel komplett wolkenfrei, dafür aber schön farbig.
Das Kurhaus von der Seebrücke aus
Die Perspektive habe ich zugegenermaßen von einem vor mir fotografierenden Herrn übernommen. Die Aufnahme entstand als HDR aus drei Einzelfotos.

Besuch im Leipziger Zoo

Vor zwei Wochen waren wir übers Wochenende in Leipzig und besuchten den Leipziger Zoo. Das Fass, was Sinn oder Unsinn solcher Tierparks angeht, möchte ich an dieser Stelle nicht aufmachen, es sei nur so viel gesagt: Man hat sich hier wirklich viel Mühe gegeben, die Tiere möglichst artgerecht unterzubringen. Freilich hat eine Bergkatze hier nicht hektarweise Berglandschaft als Revier, aber sie hat doch immerhin eine Gebirgslandschaft. Wer also kein absoluter Zoogegner ist, sollte dem Zoo in Leipzig unbedingt einen Besuch abstatten.

Nach einigen Zoobesuchen, bei denen ich auch bisher immer fotografiert habe, denke ich mir in letzter Zeit: Wenn schon, dann versuche ich doch auch, die Tiere etwas in Szene zu setzen. Einfach »knips, Foto mit Tier« ist mir inzwischen doch zu wenig. So habe ich das auch im Leipziger Zoo versucht, was mir mal mehr, mal weniger gut gelungen ist. Aber so ist das eben in der Fotografie. An dieser Stelle eine kleine Auswahl meiner Lieblingsbilder:

Leizpiger Zoo: Ankunft am Zoo
Noch war das Licht schön. Leider sollte es ein sehr, sehr heißer und heller Tag werden.

Ein paar Worte zum Kamera-Setup noch: Für gewöhnlich packe ich allen möglichen Kram ein, wenn wir in den Urlaub fahren. Für den Leipziger Zoo habe ich mich, vom obigen Bild abgesehen, auf die Olympus OM-D E-M1 Mark II, zusammen mit dem M.Zuiko 40-150mm f4.0-5.6 beschränkt (Die Pro-Variante mit f2.8 wäre natürlich besser, aber auch deutlich teurer). Außerdem habe ich die Belichtungszeit in der Kamera auf mindestens 1/250s beschränkt, schließlich bewegen sich die Tiere. Der ISO musste entsprechend auf Automatik bleiben, damit ich auch im Dunkeln Aufnahmen machen konnte. Ich habe ihn aber auf 1600 begrenzt. Höher gehe ich ungern. Wenn ihr eine Kleinbildkamera habt, dann habt ihr da sicher mehr Spiel. Mir wurde aber schon die Olympus am Ende des Tages zu schwer, da lebe ich dann gern mit dem niedrigeren ISO. 😉 So, nun aber die Bilder:

Leizpiger Zoo: Wellensittich beim Nickerchen
Nicht der spannendste Vogel des Universums, aber mit dem Licht sooo fotogen!
Mehr Sittiche
Und weil es so schön ist, hier gleich im Doppelpack. Der Geselle rechts leider leicht außerhalb der Fokusebene.
Leipziger Zoo: Koala beim Mittag
Ziemlich dunkel war’s, daher leider nicht ganz scharf. Aber ich hatte zuvor noch nie einen Koala gesehen, drum das Foto.
Firefox!
Auch ein Tier, das ich zuvor nie gesehen hatte: Der kleine Panda, im Englischen auch Firefox genannt. Ja, das Browserlogo ist ein kleiner Panda. 😉
Leizpiger Zoo: Ein ... Vogel?
Zugegeben, keine Ahnung, welche Art Vogel das ist, aber scheu war er definitiv nicht: Flog einfach um uns herum und poste ein wenig.
Komodowaran
Ein Komodowaran bei seiner Lieblingsbeschäftigung: sich nicht bewegen. Wer könnte es ihm verdenken?
Leizpiger Zoo: Totenkopfäffchen im Schatten
Leider waren die kleinen Totenkopfaffen etwas zu flink, sodass mir nur dieses eine, leicht dunkle Bild gelungen ist.
Eine ... Echse?
Ich hätte mir mal die Namen der Tiere notieren sollen, aber es waren einfach so viele. Hier waren die Farben zu schön, um einfach weiterzugehen.
Leizpiger Zoo: Indischer Elefant
Nicht fehlen durften auch die Elefanten. Nicht ganz so imposant wie ihre afrikanischen Verwandten, trotzdem beeindruckend.
Giraffe beim Kauen
Den Giraffen konnte man durch den Aufbau des Zoos relativ nahe kommen, geradezu auf Augenhöhe.
Zebra hinter Zebra
Einfach zu reizvoll, wenn es schon so schön in die Kamera schaut.
Tolle Fellzeichnung
Zebras sind so wunderbar fotogene Tiere.
Leizpiger Zoo: Gesundheit!
Entweder habe ich es beim Niesen erwischt oder es hat sich gerade köstlich amüsiert.
Zebra im Schwarz-Weiß-Look
Da das Tier ohnehin keine Farben hat, habe ich das Bild schwarz-weiß entwickelt. Eine meiner Lieblingsaufnahmen des Tages.
Leizpiger Zoo: Drei Erdmännchen für Charlie
Darf natürlich nicht fehlen: Das Erdmännchenfoto. Leider habe ich kein gutes Bild eines Aufpasserhörnchens hinbekommen.
Ein ... Affe?
Ach menno, wieder fehlt mir der passende Name. Vielleicht schaut er deswegen so missmutig drein?
Leizpiger Zoo: Orang-Utans beim Napping
Es war viel zu heiß, um sich zu bewegen. Folglich haben diese Orang-Utans das auch nicht getan.
Der Chef passt auf
Orang-Utan-Männchen sind wahnsinnig imposante Tiere. Die Klugheit sieht man ihnen schon am Blick an. Stimmt einen in Anbetracht der Zerstörung ihres Lebensraums nachdenklich und traurig.
Borstentier beim Fressen
Das Licht war wirklich nicht optimal, ich hab aber versucht, das beste draus zu machen. Immerhin kommen die Borsten hier schön zur Geltung.
Leizpiger Zoo: Flamingos
Gar nicht so leicht, Flamingos in der Gruppe so abzulichten, dass nicht nur ein rosa Knäuel auf dem Foto landet.
Flamingos im Sonnenlicht
Noch eine ganz schwierige Lichtsituation und inzwischen wurde die Kamera auch wirklich schwer.

Kurzurlaub in Hamburg

Anfang April unternahmen meine Freundin und ich eine Reise nach Hamburg. Obwohl die Stadt mit dem ICE von Berlin aus relativ bequem zu erreichen ist, waren wir bisher nicht länger dort gewesen. Zeit wurde es also, das mal nachzuholen. Und wie das inzwischen so ist, wenn wir auf Reise gehen: Der Fotorucksack durfte selbstverständlich nicht fehlen. 😉

Da wir aber vorwiegend im Hamburg waren, um Urlaub zu machen und natürlich(!) ins Musical zu gehen und uns das »Miniatur Wunderland« anzuschauen (zu dem ich demnächst noch einen eigenen kleinen Beitrag verfassen werde), hielt ich mich für meine Verhältnisse mit dem Fotografieren weitestgehend zurück. So entstand am ersten Abend auch nur dieses eine Foto vom Teehaus im Japanischen Garten des Parks »Planten un Blomen«.

Planten un Blomen
Das Teehaus: Ein wirklich schönes Motiv eigentlich, leider an diesem Abend ohne stimmungsvolle Lichtkulisse.

Den Fernsehturm im Hintergrund habe ich am Folgetag noch mal direkt davor stehend abgelichtet. Aber hey, wir haben hier den Berliner Fernsehturm, insofern fand ich das Ding jetzt nur so mittelspannend.

Heinrich-Hertz-Turm
Den Heinrich-Hertz-Turm nennt man auch »Telemichel«. Noch bot der Himmel ein paar Wolken, doch das sollte sich ändern …

Hamburg Hafen

Als Nichthamburger hat man immer das Gefühl, die Menschen, die in Hamburg leben, glauben, sie wohnen am Meer. Überall sieht man Ankersymbole, Fisch bekommt man an jeder Ecke und überhaupt scheinen die Hamburger wahnsinnig stolz auf ihren Hafen zu sein, der doch eigentlich nur an einem Fluss liegt. Aber was soll ich sagen? Es fühlt sich wirklich ein bisschen an, als wäre man an der See. Riesige Kreuzfahrtschiffe werden hier zusammengeklöppelt oder geparkt. Sogar ein Schaufelraddampfer, die »MS Louisiana Star« fährt immer mal wieder vorbei.

Hamburger Hafen
Ein Blick auf den Hafen mitsamt Elbphilharmonie. Im Vordergrund schaufelt sich die »MS Louisiana Star« vorbei.

Für den obigen Blick lohnt es sich übrigens, einfach mal zu Fuß durch den »Alten Elbtunnel« zu gehen, den man von den Landungsbrücken aus erreicht. Leider war eine Seite des Tunnels gerade im Bau, sodass die verbliebene Röhre recht überfüllt war. Gar nicht so einfach daher, die Länge des Tunnels zu erfassen, ohne dass einem hundert Touristen ins Bild rennen.

Der Alte Elbtunnel
Eine ziemlich lange Röhre. Man vergisst beim Marsch durch den Alten Elbtunnel glatt, dass man gerade unter gigantischen Wassermaßen hindurchgeht.

Ach ja, und wenn man schon mal Hamburg unsicher macht, dürfen natürlich auch dicke Möwen nicht fehlen.

Was guckste so?
Diese Möwe schien sich ehrlich über den merkwürdigen Typ mit der Kamera zu wundern.

Zum ersten Mal konnte ich hier auch meine neue Olympus OM-D E-M1 Mark II etwas intensiver am lebenden Objekt testen. Fliegende Möwen zu fotografieren ist jetzt nicht ganz schwer, weil die Biester gerne langsam gegen den Wind segeln, aber trotzdem machte sich der schnelle kontinuierliche Autofokus hier echt bezahlt. Wenn ich jetzt noch Profi-Telezoom hätte …

Möwe im Flug
Mit kontinuierlichem Autofokus der E-M1 kein Problem.

Hafencity und Elbphilharmonie

Nachdem meine Freundin am Ende eines langen Wandertages schon ziemlich platt war, zog ich noch einmal allein los und machte die »HafenCity« sowie speziell die Elphilharmonie unsicher. Mit Stativ und Kamera im Anschlag ging ich pünktlich zum Sonnenuntergang an den Schalter, um eine Karte für die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie zu lösen. Die nette Dame an der Kasse drückte mir das Ticket in die Hand und meinte nur lächelnd: »Kostet nichts.« Wunderbar, also nichts wie rauf!

Oben angekommen war ich erst mal ein wenig enttäuscht von der Aussicht. Man guckt halt, tja, auf die Elbe auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite. Hätte der Himmel wenigstens schöne Wolkenstrukturen geboten … Doch als Tourist muss man eben nehmen, was man kriegt. Zumindest der Himmel färbte sich später noch wunderbar orange.

Wasser, soweit man blicken kann
Ein Blick auf die Elbe. Speziell zum Sonnenuntergang wird’s hier sehr stimmig.
Zwei Giraffen und drei AT-AT Walker
Als die Sonne schon verschwunden war, bot sich diese wunderbare Silhouette. Man könnte meinen, einige abgemagerte AT-AT Walker würden hier neben zwei riesigen Robogiraffen parken. 😉 Ein ungeplantes Lieblingsfoto.

Auch an Langzeitbelichtungen habe ich mich natürlich versucht. Leider wirken die nur halb so spannend, wenn der Himmel keine Wolken im Programm hat. Trotzdem! Filter drauf, und los ging es.

Langzeitbelichtung im Hamburger Hafen
Die Kulisse lädt zur Langzeitbelichtung ein. Leider aber ohne Wolken am ansonsten hübsch eingefärbten Himmel.

Prompt näherte sich ein Mann und kroch mir fast schon in die Kamera. Als ich ihn verblüfft anschaute, meinte er nur: »Ah, das ist ja tatsächlich ein Haida-Filter.« Ich guckte wohl noch verwunderter und meinte nur: »Klar, warum nicht?« Darauf sagte er, es gäbe ja schließlich auch genug Alternativen und dass er den Deutschlandvertrieb leite. »Wir sitzen hier um die Ecke. Kommste aus Hamburg?«, fragte er und drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und dass ich mich doch mal melden solle. Zufälle gibt’s!

Ein paar Minuten später verhalf ich noch einem weiteren Fotografen zu einem Bild mit seiner Freundin und sich. Dafür drückte er mir seine Kamera – gleiches Modell wie meine – in die Hand und meinte nur: »Bedienung müsste ja klar sein.« Hinterher fachsimpelten wir noch ein wenig und dann machte wieder jeder seine Bilder. Auch das liebe ich an der Fotografie: Diese kleinen Begegnungen mit anderen Enthusiasten.

Nach dem Abstieg stand der Mond bereits weit oben am Himmel. Es war noch nicht dunkel, und bevor ich mein geplantes Zielfoto machte, hielt ich noch einmal an, um die Elbphilharmonie in Szene zu setzen.

Elbphilharmonie mit Mond
Das Glas reflektierte den violetten Himmel, dazu der Mond … Es fing an, Spaß zu machen.
Die Elbphilharmonie
Man kann davon halten was man will, aber die Elbphilharmonie ist einfach ein imposantes Bauwerk. Notiz an mich selbst: Ein Ultra-Weitwinkel kaufen!

Das Zielfoto in der Speicherstadt

Eigentlich war ich nur so lange unterwegs, um nach Sonnenuntergang dieses eine Bild zu machen, das wirklich jeder Fotograf aufnimmt, der nach Hamburg kommt: Das Wasserschloss in der Speicherstadt! Und so war es dann auch: Als ich um die Ecke bog und auf die Brücke zuging, von der aus man das Foto machen kann, waren dort bereits fünf Fotografen und eine Drone(!) zugange. Aber auch wenn es keine innovative Aufnahme ist, der Ausflug hat sich für das Resultat, wie ich finde, trotzdem gelohnt.

Das Wasserschloss
Ja, das Foto sieht quasi immer nahezu gleich aus, aber viele Varianten hat man hier auch wirklich nicht. Trotzdem mag ich es sehr.

Als ich fertig war, wurde es allmählich wirklich dunkel. Klar, in einer glitzernden Großstadt ist es nie ganz finster, aber wenn man sich nicht so gut auskennt, wird einem doch immer ein bisschen mulmig – mir zumindest. Drum machte ich mich flugs auf den Heimweg, aber nicht, ohne noch ein, zweimal halt zu machen, um die Lichtstimmung rund ums Rathaus einzufangen.

Das Hamburger Rathaus
Der Mond hatte mich zum Rathaus begleitet. Hier musste ich leider mit stürzenden Linien fotografieren, aber in diesem Fall passt’s ganz gut, wie ich finde.
Kleine Alster
Selbes Gebäude, andere Perspektive. Ich habe versucht, die Kleine Alster noch ein wenig mit einzubeziehen. Leider war es sehr windig, sodass ich nach diesem letzten Bild zusammenpackte und in die Bahn verschwand.