Inselfieber (Teil 2): Von Binz nach Sellin

An unserem ersten kompletten Tag auf Rügen hatten wir uns vorgenommen, ein wenig zu wandern. Wir wussten, dass etwas östlich von Binz der Ort Sellin zu finden sein würde. Da dieser aber nicht eben um die Ecke lag, wäre uns im Traum nicht eingefallen, zu Fuß dorthin zu gehen. Nun ja, irgendwie landeten wir dann doch da, aber eins nach dem anderen. 😉

Vom Wald an den Strand

Am frühem Morgen schlugen wir uns mit vollem Bauch und leichtem Gepäck (abgesehen vom tonnenschweren Kameraequipment *hust*) erst einmal in den Wald. Dass die Insel nicht sehr inselig wirkt, wenn man nicht gerade am Strand ist, habe ich ja schon im letzten Post erwähnt. Dafür findet man auf Rügen aber wirklich schöne Wälder, überhaupt fällt die Vegetation sehr üppig aus.

Wald nahe Binz
Ausgehend von Binz gibt es sehr schöne Wanderwege durch die »Pampa«. Von manchen auch für Radtouren genutzt, wie man hier sieht.
Wald nahe Binz 2
So manche Biegung wirkte geradezu wie aus einem Märchen. Hätten wir ein Pfefferkuchenhaus entdeckt, mich hätt’s nicht gewundert.

Der Waldspaziergang dauerte nicht lange an, ziemlich zügig fanden wir uns am Strand wieder. Da war es wieder, das Insel-Feeling. Obwohl wir gegen Mittag da waren, hatte ich aus fotografischer Sicht nicht mit der Sonne zu kämpfen, weil wir eben im Norden der Insel und im Schatten der Steilküste unterwegs waren. Zeit, mich an ein paar Langzeitbelichtungen zu versuchen.

Ostseeküste bei Binz
Längere Belichtungszeiten glätten das Wasser und geben der Aufnahme diesen spezifischen Look.

Endlich konnte ich mein Ultra-Weitwinkel-Objektiv für den Zweck nutzen, zu dem ich es gekauft hatte! Wer’s nachmachen möchte, für den gilt wie immer: Stativ ist Pflicht! Außerdem benötigt ihr mindestens einen ND1000-Filter, um die Belichtungszeit um den Faktor 1000 zu verlängern. Klingt viel, aber bei grellem Tageslicht ermittelt eine Kamera schnell mal 1/4000 Belichtungszeit. Der Filter multipliziert die Zeit mit 1000, sodass man auf eine Viertelsekunde kommt. Noch ein ND8-Filter davor, selbst dann ist man gerade mal bei zwei Sekunden. Einfache Mathematik eigentlich.

Küste bei Binz 2
Die Küste war von Steinen übersät. Ich hatte mir der Lichtstimmung wegen vorgenommen, vor Sonnenaufgang noch mal vorbeizukommen, aber ich schlafe einfach zu gern.
Küste bei Binz 3
Ich hätte den ganzen Tag hier verbringen und fotografieren können, aber wir waren ja zum Wandern da und meine Freundin hatte kein Buch im Gepäck. 😉

Weiter nach Sellin dank Möwen und Kormoranen

Die Rügener Tierwelt besteht gefühlt fast ausschließlich aus diversen Möwenarten und Kormoranen. Beide Vögel ließen sich ganz wunderbar vom Steilufer aus beobachten.

Möwe auf Stein
Die Findlinge wurden von Möwen gern als Sitzplatz genutzt.
Kormorane
Die Kormorane konnte man meistens dabei beobachten, wie sie einfach nur die Flügel ausbreiteten. Warum die so was tun? Keine Ahnung. Das Weiße ist übrigens keine Farbe …

Und so liefen wir von einem vogelbesetzten Findling zum nächsten, bis wir irgendwie ganz schön weit von Binz entfernt waren. Da wir nicht über den steinigen Strand zurückgehen wollten, nahmen wir einen der Wege, die hinauf auf die Steilküste führten, und genossen beim Weiterwandern noch etwas die wunderschöne Aussicht.

Steilküste zwischen Binz und Sellin
Gleiche Aussicht wie auf den Strandfotos, von weiter oben allerdings. Das entfernte Stück Land sollten wir auch noch erreichen.
Blaue Ostsee
Erstaunlich, wie blau die Ostsee sein kann. Wir hatten fast das Gefühl, irgendwo in der Karibik gelandet zu sein.
Abenteuerliche Bäume
Da an einer Steilküste gern mal was wegbricht, wachsen die Bäume eben auch schräg weiter.

Durch den Wald bis Sellin

Tja, und wie wir so schön wanderten, offenbarte doch ein Blick auf die Karte, dass wir inzwischen ziemlich genau die halbe Strecke von Binz nach Sellin gelaufen waren. Sellin kennt man fotografisch durch seine Seebrücke mit dem markanten Gebäude drauf und die hätte ich ohnehin gern fotografiert. Also fiel die Entscheidung nicht schwer: Weiter durch den Wald bis Sellin.

Wald mit Blendenstern
Manchmal fiel die Sonne so schön durch die Bäume, dass ich sofort die Kamera zücken musste.

Im Ort angekommen, taten uns ordentlich die Füße weh. Erst mal ging’s ins nächste Restaurant, wo man allerdings der Tageszeit wegen noch nichts Warmes servieren wollte. Also mampften wir einen üppigen Eisbecher und verdarben uns die Mägen mit Cola bzw. gutem Bier. Beim anschließenden Besichtigen des Ortes kamen wir überein, dass Sellin irgendwie hübscher ist als Binz.

Blick auf Sellin
Ein Blick auf Sellin von der Seebrücke aus. Die Leute da sind mir nicht bekannt, sie passten aber gut zur Szene.
Blick auf Sellin 2
Hier sieht man schon das oben angesprochene Gebäude, das ich im Abendlicht unbedingt noch fotografieren wollte.
Möwen, Möwen, Möwen
Möwen! Überall Möwen!

Abendlicher Fotospaß

Als die Sonne allmählich unterging, machten wir uns abermals auf zur Selliner Seebrücke, um sie mitsamt dem hoffentlich atmosphärisch beleuchteten Gebäude drauf zu fotografieren. Da es sich, wie angesprochen, um einen recht beliebten Fotospot handelt, rechnete ich schon damit, nicht der einzige Besucher mit Kamera zu sein. Das war bisher einfach immer so! Und so sollte es auch diesmal kommen …

Am oberen Ende der Treppe, die zur Seebrücke hinunterführt, hatte sich bereits ein weiterer Fotoenthusiast mitsamt Stativ bereitgemacht. Ich baute also meinen Kram direkt daneben auf und abwechselnd durfte jeder mal genau mittig ein Foto machen. Während wir ein wenig fachsimpelten, wurde es dunkler und endlich gingen auch die Lichter im Restaurant auf der Seebrücke an. Allerdings nicht symmetrisch auf beiden Seiten.

Der Fotograf neben mir hatte seine Frau und offenbar seine Schwiegermutter mitgebracht, und die beiden waren da nicht zimperlich. Sie boten an, unten mal nachzufragen, ob sie das Licht auch auf der rechten Seite des Gebäudes einschalten könnten, damit ihr Mann ein schönes Foto machen könne.

Leider blieb das Licht aus, da der Gebäudeteil wohl nur beleuchtet wird, wenn dort Hochzeiten stattfinden. Schade! Dafür hatten wir laut der Frau meines Fotonachbarn aber offenbar bereits Aufsehen erregt. Was da oben denn los sei, wurde sie gefragt, da stünden ja Leute mit Kameras. »Ja, einer davon ist mein Mann. Da ist gar nichts los!«, gab’s prompt zur Antwort. Und so gab es neben allerlei Erheiterung eben eine asymmetrisch beleuchtete Seebrücke fürs Foto.

Seebrücke in Sellin
Die bekannte Seebrücke in Sellin. Dummerweise hatte ich das Schild rechts im Bild übersehen, sonst hätte ich es weggeräumt oder mich weiter unten positioniert. Aber irgendwie passt es ja zum asymmetrisch beleuchteten Gebäude.
Seebrücke in Sellin 2
Man kann die Seebrücke auch sehr gut von unten fotografieren. Da fällt das Beleuchtungsproblem dann weniger ins Gewicht.
Tauchglocke in Sellin
Die (funktionierende) Tauchglocke am Ende der Seebrücke habe ich zum Abschluss noch schnell fotografiert, bevor es endlich per Bus zurück nach Binz ging.

Test: Laowa 7,5mm f/2

Disclaimer: Das hier beschriebene Laowa-Objektiv habe ich selbst gekauft. Ich wurde nicht beauftragt und möchte lediglich meine Erfahrungen teilen. Ferner sind jegliche Links zu Shops keine Affiliate-Links.

Nachdem ich jetzt schon einige Male darüber geklagt habe, in gewissen Situationen kein Ultraweitwinkel-Objektiv zu besitzen, habe ich nun endlich doch zugeschlagen. Wer im Micro-Four-Thirds-Universum zu Hause ist, hat hier im Wesentlichen drei Hersteller zur Auswahl: Olympus, Panasonic und Laowa. Den Spoiler gibt der Titel vor: Es ist das Laowa geworden. Warum, das erkläre ich im Folgenden.

Wer die Wahl hat

Wie gesagt, man hat im MFT-Bereich im Prinzip drei Linsen zur Auswahl, wenn man sich ein Ultraweitwinkel-Objektiv anschaffen möchte:

  • das Olympus M.Zuiko 7-14mm f/2.8 Pro
  • das Panasonic LUMIX G Vario 7-14mm f/4
  • das Laowa 7,5mm f/2 C-Dreamer

Da ich aktuell ausschließlich Olympus-Kameras verwende, tendiere ich auch zu den wirklich hervorragenden Objektiven desselben Herstellers. Hier allerdings war mir die Olympus-Variante dann doch zu unpraktikabel. Das M.Zuiko wiegt über ein halbes Kilo, ist verdammt groß und am schlimmsten: Durch die herausstehende Frontlinse lassen sich nur sperrige Filtervorrichtungen anbringen, falls man mal Langzeitbelichtungen aufnehmen möchte. Außerdem ist es mit über 1000 Euro auch nicht eben ein Schnäppchen.

Das Panasonic kostet mit aktuell ca. 700 Euro deutlich weniger, ist kleiner und leichter, fiel aber trotzdem recht schnell aus dem Rennen. Durch die Blende von f/4 ist es praktisch für Nachtaufnahmen von Sternenhimmeln ungeeignet. Und wofür kauft man sich denn so ein Ultraweitwinkel-Objektiv, wenn man dann keine Sterne fotografieren kann?

So wurde es das Laowa. Die Blende von f/2 ist perfekt, die Linse ist klein, leicht, hat ein Filtergewinde(!) und kostet gerade mal halb so viel wie das Olympus-Pendant.

Weltmeister im Federgewicht

Als das Objektiv bei mir ankam, war ich über den kleinen Karton doch einigermaßen überrascht. Zuerst einmal ist das Laowa deutlich edler verpackt als etwa die Olympus-Schwestern. Wenn man Objektive eines rein chinesischen Herstellers kauft, ist man ja leider doch immer noch ein wenig skeptisch. Nach dem Auspacken verschwand aber auch der letzte Zweifel, was die Verarbeitung an sich angeht: Das Objektiv ist vollständig aus Metall gearbeitet. Selbst die kleine Streulichtblende ist aus Metall. Der Fokusring ist angenehm schwergängig und auch der gerasterte Blendenring klickt beim Verstellen angenehm.

Warum ein Blendenring? Das Laowa ist komplett manuell. Es gibt keine elektronische Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Bei einem Ultraweitwinkel-Objektiv ist das zu verschmerzen, denke ich. Bei der Brennweite von 7,5mm ist sowieso fast immer alles im Fokus und auch die Blende verstellt man eher selten, wenn die Lichtsituationen sich nicht plötzlich krass ändern.

Und wie klein und leicht es ist! Als MFT-Fotograf ist man kleine Objektive ja gewöhnt, aber ein so kleines Objektiv mit dieser Brennweite ist dann doch schon sehr überraschend. Das Laowa gehört definitiv zu meinen kleinsten Objektiven und mit gerade mal 170 Gramm auch zu den leichtesten. Ich hab es direkt mal an meine kleine OM-D E-M10 Mark II angeschlossen. Die beiden ergeben ein ideales Gespann, das man auch gern länger um den Hals tragen kann.

Ideales Gespann: Das Laowa an der OM-D E-M10 Mark II. Wirkt hier fast schon groß, aber …
… mit meiner wirklichen kleinen Hand lässt sich erahnen, wie klein Kamera und Objektiv wirklich sind.

Das Laowa im Test

Zum Ausprobieren habe ich mich erst mal einfach ans geöffnete Badezimmerfenster gestellt. Gegenüber ist eine Baustelle. Die vielen Details eignen sich prima, um bspw. die Randabbildungen der Linse beurteilen zu können. Ich habe mit jeder Blendenstufe des Objektivs, die übrigens von f/2 bis f/22 reichen, ein ähnliches Bild gemacht.

Fazit: Bei voll geöffneter Blende ist die Mitte bereits ausreichend scharf, die Ränder dagegen erscheinen recht weich. Das ist bei Ultraweitwinkeln allerdings nicht ungewöhnlich. Bei f/4 bis f/5.6 ist die Schärfe auch an den Rändern deutlich annehmbarer. So richtig knackig wird’s schon der heftigen Verzerrung wegen aber nie. Bis f/11 fand ich die Ergebnisse immer noch sehr annehmbar, auf f/16 oder gar f/22 würde ich dagegen, wenn möglich, verzichten. Hier wird das Bild dann auch der Beugungsunschärfe wegen doch etwas weicher. Aber auch das sieht man gerade in der Mitte nur, wenn man wirklich nah ans Bild heranzoomt.

Krass ist die Vignette. Bei f/2 sind’s, glaubt man einschlägigen Seiten, ganze 2,5 Blendenstufen. Also das sieht man wirklich, also wirklich, wirklich deutlich. Blendet man auf f/4 oder f/5.6 ab, sieht die Sache schon viel besser aus. Ganz verschwindet die Vignette aber nie. Nichts, was man mit Lightroom nicht entfernen kann, aber dazu gleich noch mal mehr. Mit Schraubfiltern sieht die Sache übrigens noch schlimmer aus. Da ich bereits einen Filtersatz besitze, der aber ein deutlich größeres Gewinde besitzt, habe ich mir für nicht mal 10 Euro einen sehr schmalen Step-Up-Ring von 46mm (Durchmesser des Laowa) auf 62mm bestellt. So musste ich erstens keine neuen Filter kaufen und zweitens hält sich die zusätzliche Vignette in Grenzen, da die Ränder der großen Filter nicht als zusätzliche Abdunklung im Bild landen. Bei kleinen Filtern mit 46mm hätte die Sache ganz anders ausgesehen.

Chromatische Aberrationen sind natürlich an den Rändern ein Thema, was beim Ultraweitwinkel in der Natur der Sache liegt. Die sind über alle Blenden gleich ausgeprägt, fallen aber nicht allzu stark störend ins Gewicht. In Lightroom lassen sie sich per Klick problemlos entfernen.

Bleibt noch was zur »Tonne« zu sagen. Man scheint beim Laowa deutlich mehr Wert auf die kompakte Bauform gelegt zu haben als auf eine saubere optische Korrektur im Objektiv. Denn obwohl es sich um eine Festbrennweite handelt, lässt sich doch eine deutliche tonnenförmige Verzerrung an den Bildrändern wahrnehmen. Bei gewissen Landschaftsaufnahmen mag das egal sein, für Architekturfotos aber beispielsweise geht das gar nicht. Auch hier muss man also hinterher nacharbeiten und verliert dann natürlich ein klein wenig Brennweite, was ich aber nicht so schlimm fand.

Da Bilder oft mehr sagen als tausend Worte, hier meine Testbildstrecke. Die Bilder sind verkleinert, aber man sieht sehr schön die Vignette und in Teilen auch die Verzerrungen.

Weitere Fotos und Fazit zum Laowa

Hier noch eine kleine Auswahl der Fotos, die ich auch kurzen Touren machen konnte. So richtig tolles Licht wollte während meiner Tests nicht herrschen. Die Bilder habe ich in Lightroom bearbeitet. Sowohl die Vignette als auch die Verzerrung habe ich korrigiert. Leider hat Lightroom noch immer kein Profil für das Laowa an Bord, sodass ich mir ein Preset für Blende f/5.6 gebastelt habe. Das ist für mich erst mal in Ordnung.

Dramatische Wolken
Schöne Landschaften haben wir hier nicht so viele, schöne Wolken dafür umso häufiger.
Laowa: Ultimativer Filtertest
Hier hatte ich einen ND1000- und einen ND8-Filter gleichzeitig im Einsatz. Man beachte die kaum sichtbare (weil herausgerechnete) Vignette oben links und rechts.
Laowa: Ultraweitwinkel im Einsatz
Dinge im Vordergrund erscheinen teilweise absurd groß, so wie diese beiden nicht allzu großen Steine.

Neben Natur- und Landschaftsaufnahmen spielen Ultraweitwinkel-Optiken eine wichtige Rolle in der Architekturfotografie. Also habe ich auch diesbezüglich ein wenig herumgespielt. Ein Dank geht an dieser Stelle an meine Freundin, die nie murrt, wenn ich alle fünf Meter anhalte, um nach Motiven zu schauen. 😉

Das Shell-Haus
Für Architekturen wie das Shell-Haus in Berlin bietet sich die geringe Brennweite geradezu an.
Eingang zum Shell-Haus
Diese Aufnahme entstand bodennah. Stürzende Linien wirken hier besonders drastisch.
Upper West
Ein gern genommenes Motiv in Berlin ist das Upper West am Banhof Zoo. Auch hier mittels kurzer Brennweite in ganz neuer Perspektive. Sogar das Waldorf-Astoria nebenan ragt noch locker ins Bild.
Upper West mit Laterne
Mit dem Laowa bekommt man so viel mehr aufs Foto als mit den herkömmlichen MFT-Brennweiten ab meist 12mm.

Und damit es nicht ganz so schwarzweiß ist, hier noch ein paar spontan geschossene Bilder aus der Berliner Innenstadt.

Einkaufszentrum am Potsdamer Platz
Endlich kann auch ich solche Aufnahmen machen. Ich freue mich auf die nächste Stadttour.
Laowa: Ungewöhnliche Perspektiven
Durch die extrem kurze Brennweite bekommen Räume optisch viel mehr Volumen.
Aus der Hüfte
Langzeitbelichtungen (hier 0,5 Sekunden) aus der Hand gelingen mit der Brennweite von nur 7,5mm locker ohne Stativ.

Bleibt abschließend zu sagen, dass ich bisher wirklich viel Spaß mit dem Laowa hatte. Die Brennweite lässt schon sehr außergewöhnliche Bilder zu, man muss aber auch lernen, damit umzugehen. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Urlaub und auf meine ersten Gehversuche in der Milchstraßenfotografie.

Wandertag zum Teufelssee

Das Schöne daran, am Stadtrand zu wohnen ist ja, man kommt genauso schnell in die Stadt, wie davon weg. Seit einiger Zeit erkunden wir an unseren freien Tagen ganz gerne das Umland. Und so hat es uns neulich zum kleinen Teufelssee verschlagen, der sich südlich des Großen Müggelsees finden lässt, wenn man die Augen offen hält.

Denn so ein richtiger See ist das eigentlich nicht, eher ein Tümpel mit schönen Waldwegen rings herum. Wer gern den Ausblick genießt, geht am Teufelssee vorbei und direkt den Berg hoch. So gelangt man zum Müggelturm, der für ein Eintrittsgeld einen weiten Blick über den Osten der Stadt und das Brandenburger Land bietet. War uns an diesem Tag aber erstens zu teuer und zweitens war das Licht noch zu grell und drittens schmetterten große Lautsprecher unerträglichen Bumsbudengesang in die Landschaft, sodass wir uns ganz schnell wieder auf die Waldwege verdrückten.

Waldweg am Teufelssee
Ich liebe einfach diese stimmigen Waldaufnahmen, auch wenn nichts weiter drauf ist als … Wald eben.

Die Wege sind übrigens auch schön für Spaziergänge mit Kindern, die ein wenig Interesse an der Natur mitbringen. Es handelt sich nämlich um Lehrpfade und alle paar Meter warten eine Infotafel, ein kleines Spiel und Schilder mit Fußabdrücken von zu erratenden Tieren. Ich würde aber dennoch ein Handy mit Karten-App mitnehmen, weil sich’s doch auch ganz leicht mal falsch abbiegen lässt.

Cabin in the woods?
Die Waldhütte gehört, glaub ich, zum Lehrkabinett Teufelssee der Berliner Forsten. Ganz sicher bin ich nicht, ich fand sie aber recht stimmungsvoll.

Der Teufelssee und seine Stege

Der Teufelssee an sich ist jetzt nicht sonderlich imposant. Das eine oder andere nette Panorama lässt sich hier natürlich schon aufnehmen. Leider waren wir am frühen Nachmittag dort, sodass die Lichtstimmung nicht sonderlich schön war. Ich denke, gerade im goldenen Herbst lassen sich hier wirklich hübsche Motive herauskitzeln.

Der Teufelssee
Auch wenn man nicht fotografieren möchte, lässt sich’s hier prima aushalten. Und ist doch eine Kamera parat, umso besser. (Und wie immer gilt: Ich brauche unbedingt ein Ultra-Weitwinkel-Objektiv.)

Rings um den Teufelssee lässt sich die eine oder andere Fotospielerei mit den Stegen und Holzbrücken anstellen, auch hier allerdings vermutlich besser ganz früh morgens oder kurz vor bzw. nach Sonnenuntergang.

Teufelssee: Nette Aussicht
Die Bänke laden zum Verweilen ein, wenn sie nicht gerade besetzt sind.

Ente Ente Ente

Das Highlight des Ausflugs waren fototechnisch allerdings die Entlein, die wir vom obigen Steg aus beobachten konnten. Zum Glück hatte ich meine leichte Telebrennweite dabei, sodass ich auch hier ein paar nette Aufnahmen machen konnte.

Entlein zwischen Seerosen
Niedlich oder? Während die kleinen Küken die Sonne genossen, schauten auch die Eltern mal vorbei, um nach dem Rechten zu sehen.
Die Aussicht genießen
Auch die Enten genießen die nette Aussicht, wie es scheint.
Entengeschwister
Eigentlich waren es mindestens drei Geschwister, aber die wollten nicht so recht stimmig auf ein gemeinsames Bild, drum hier eben nur zwei.

Fotografieren am Lichtenhainer Wasserfall

Mein letzter Post liegt nun leider schon etwas zurück, was diverse Gründe hat. Vor allem liegt’s wohl an meiner aktuellen Es-ist-Winter-und-ich-hab-keine-Lust-aufs-Fotografieren-Stimmung. Aber ich hab hier noch so einiges an Bildmaterial aus dem letzten Jahr herumliegen, also nehme ich dies zum Anlass, mal wieder etwas Leben in die Bude zu bringen und das Fotojahr 2019 einzuläuten. Heute soll es daher ums Fotografieren am Lichtenhainer Wasserfall gehen.

Während unseres letzten Urlaubs im Elbsandsteingebirge haben wir einen Tag mit relativ schlechtem Wetter genutzt, um uns den Lichtenhainer Wasserfall anzusehen. Nun, eigentlich muss man den »Wasserfall« tatsächlich in Anführungszeichen setzen, aber dazu komme ich gleich noch.

Tipp generell für verregnete Tage: Wenn alles nass und grau ist, lassen sich Wälder und Gewässer ganz besonders schön in Szene setzen. Niemand möchte einen grauen Himmel auf Fotos sehen, doch ein nasser Waldboden hat viel sattere Farben als ein trockener.

Unterwegs in der Kirnitzschtalbahn

Wir hatten unser Domizil in Bad Schandau. Um von dort zum Lichtenhainer Wasserfall zu kommen, kann man die Kirnitzschtalbahn nehmen. Tickets für die historische Straßenbahn bekommt man wie (vermutlich) früher noch direkt bei den Zugführern. Die Bahn rumpelt dann gemächlich durchs schön anzuschauende Kirnitzschtal, das natürlich auch zu Fuß erkunden lässt.

Lichtenhainer Wasserfall: Kirnitzschtalbahn
Zum Glück stand ich genau dort, als eine weitere Bahn hinter der stehenden vorbeifuhr.

Es … plätschert

Am Lichtenhainer Wasserfall angekommen hätte sich wahrscheinlich erst mal Enttäuschung breit gemacht, wenn wir nicht vorgewarnt gewesen wären: Der sogenannte »Wasserfall« ist allenfalls ein leichtes Plätschern. Imposante Fotos lassen sich so auf jeden Fall nicht machen.

Doch alle 30 Minuten ändert sich das schlagartig: Dramatische Musik wird eingespielt, irgendwo zieht irgendwer an einer Kette und plötzlich schießen die oberhalb des Falls aufgestauten Wassermassen abwärts. Der Zauber hält allerdings nur fünf Sekunden an. Dann wird aus dem Lichtenhainer Wasserfall wieder ein Rinnsal und man muss weitere 30 Minuten bis zum nächsten »Spektakel« warten. Etwas albern, aber dem Foto sieht man es später ja nicht an.

Der vorbereitete Fotograf bringt sich natürlich rechtzeitig in Position. Wer früh kommt, hat freie Platzwahl. Ein Stativ ist hierbei Pflicht, um eine Belichtungszeit von zwei bis drei Sekunden erreichen zu können. Schließlich soll man dem Foto das »fallende« Wasser ja auch ansehen.

Damit die Lichter aufgrund der längeren Belichtungszeit nicht ausbrennen, sollte an wolkenverhangenen Tagen ggf. ein Neutralgraufilter der Stärke ND8 vorhanden sein. Wie gesagt, am besten rechtzeitig in Position bringen, dann lassen sich vorher auch noch ein paar Testfotos aufnehmen. Das ist angeraten, denn hat man die paar Sekunden Wasserfall erst mal verpasst, ist das sehr ärgerlich. Vor allem, wenn es so frisch ist wie an dem Tag, an dem wir da waren.

Lichtenhainer Wasserfall
Den Moment hab ich gut genutzt. Kalte Finger und eine schon leicht genervte Freundin gab’s inklusive.

Vom Wasserfall aus in die Wälder

Da es sich um einen Wanderurlaub handelte, schlugen wir uns nach dem Wasserfall und einer kurzen Einkehr ins nebenstehende Gasthaus noch in die Wälder. Wie eigentlich überall im Elbsandsteingebirge fanden wir nach einigen Aufstiegen noch die eine oder andere schöne Aussicht.

Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft
Gegen den ausgebrannten Himmel konnte ich hier leider nicht viel ausrichten. Aber besser ein Foto als kein Foto.
Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft 2
Buntes Herbstlaub, so weit das Auge reicht.
Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft 3
Wenn der Himmel zu grell ist, bietet es sich auch mal an, möglichst wenig davon aufs Bild zu nehmen.
Lichtenhainer Wasserfall: Fotobomber
Wie dieser Kerl ins Bild geraten konnte, ist mir ein Rätsel.
Lichtenhainer Wasserfall: Bergiges Land
Wie überall in der Gegend stößt man früher oder später auf markante Felsformationen.
Lichtenhainer Wasserfall: Geheimnisvolle Ruinen
Was sich wohl hinter der Tür verbergen mag?