Inselfieber (Teil 3): Sassnitz – Grauer Osten

Im Urlaub kann man sich – speziell im Herbst – das Wetter nicht immer aussuchen. Manchmal ist es schön, manchmal halt gar nicht. Und so fanden wir auf unserem Ausflug in den Ort Sassnitz eben alles grau in grau vor. Dort angekommen war dieses Einheitsgrau erst einmal gar nicht so unpassend: Speziell der Bereich um den Busbahnhof herum versprüht irgendwie ziemlichen Post-Wende-Charme. Schade war’s trotzdem, denn eigentlich wollte ich unbedingt den Leuchtturm dort in schönem Licht fotografieren, aber dazu gleich mehr.

Hafenromantik in Sassnitz

Dass Sassnitz deutlich mehr zu bieten hat als Klischeetristesse, sieht man, sobald man in den Hafen kommt. Hier gibt’s nicht nur Fischkutter, sondern sogar ein waschechtes U-Boot: Die H.M.S Otus ist ein U-Boot-Museum, das man für etwas Geld besichtigen kann. Da wir daran aber nicht wirklich interessiert waren, sparten wir uns das und erkundeten in Ruhe den Hafen.

Ich konnte dabei meine vor einiger Zeit erworbene neue Festbrennweite ein wenig testen: Das Olympus M.Zuiko 25mm f1.8. Durch den Crop-Faktor von 2, den MFT-Sensoren nun mal haben, hat das Objektiv auf Kleinbild umgerechnet 50mm Brennweite. Ein »Nifty-Fifty« also; das Objektiv, das jeder als erstes kauft oder kaufen soll. Ich habe es halt, nun ja, eben etwas später in meinen Fundus aufgenommen. Und bei dem scheußlichen Licht konnte es auch direkt mal zeigen, was es so draufhat.

Die H.M.S. OTUS
Im Sassnitzer Hafen ruht die H.M.S OTUS, ein britisches U-Boot.
Sassnitz: Fast alles grau in grau
Es war gar nicht leicht, bei diesem Wetter Fotos zu machen, die nicht nur nach grauer Suppe aussahen. Hier und da durften Farbkleckse nicht fehlen.
Boote überall
Boot- und Schifffans kommen in Sassnitz auf ihre Kosten.
Möwen in Sassnitz
Auch in Sassnitz durften die Möwen natürlich nicht fehlen. Die waren mitunter fast schon zu zutraulich. 😉

Fisch futtern am Leuchtturm

Vom Leuchtturm in Sassnitz findet man beeindruckende Fotos. Speziell hoher Wellengang bei Minusgraden sorgt dafür, dass das Wasser am Turm gefriert, sodass ein surreal anmutendes Motiv entsteht. Umso enttäuschender war die Kulisse, als wir da waren. Keine Abendsonne, keine blaue Stunde, einfach nur ein grüner Leuchtturm in grauer Suppe bei leichtem Wellengang.

Leuchtturm in Sassnitz von der Mole aus
Um zum Leuchtturm zu kommen, muss man vom Sassnitzer Hafen aus über die recht lange Mole laufen.
Leuchtturm in Sassnnitz
Das Licht war Mist, da halfen auch führende Linien im Bild nur wenig.

Um überhaupt zum Leuchtturm zu kommen, ist einiges an Wegstrecke zurückzulegen. Der Turm befindet sich am Ende einer langen Mole, über die ein Weg führt. Direkt an der Mole festgemacht waren diverse Boote, so auch ein schwimmendes Fischrestaurant: die MS Manfred. Hier kann man bei schönem Wetter auf und an miesen Tagen unter Deck essen. Ich versuche seit einiger Zeit, weniger Fleisch zu essen, was auf Rügen gar nicht so leicht ist. Fisch gibt es überall, Vegetarisches eher nicht so, so auch auf der MS Manfred. Wer damit kein Problem hat, sollte hier unbedingt Pause machen. Die Menüs sind riesig und dennoch sehr preiswert und wirklich lecker (die Bratkartoffeln waren ein Traum).

Möwen, Kormorane und Schwäne

Frisch gestärkt beschlossen wir, uns den Ort noch etwas anzuschauen. Rein fotografisch war das auch bei schlechtem Wetter unerwartet lohnenswert. Auf einem kleinen abgesperrten Pier hatten sich Möwen und Kormorane versammelt und gaben ein hervorragendes Motiv ab. Der graue Himmel und die flaue Lichtstimmung harmonierten damit wunderbar.

Möwen und Kormorane
Als hätten sich die Möwen und Kormorane extra fürs Foto aufgereiht.
Möwen und Kormorane 2
Vielleicht sogar mein Lieblingsfoto des Urlaubs. Eigentlich eine Langzeitbelichtung, habe ich eine kurze Belichtung darübergelegt, damit die Vögel scharf abgebildet sind.
Sassnitz: Blick aus der Ferne
Der Pier mit den Vögeln aus einiger Entfernung. Hier wirkt die Ostsee fast wie ein Schwimmbecken.

Folgt man dem Uferpfad, kommt man an einem sehr skurrilen Gebäude vorbei: der sogenannten Kurmuschel von Ulrich Müther, einem Musikpavillon. Auf den ersten Blick hielt ich das Ding, ehrlich gesagt, für ein extravagantes Klo.

Kurmuschel von Ulrich Müther
Die Kurmuschel von Ulrich Müther, aufgenommen mit dem Laowa 7,5mm.

Wenn man Sassnitz in Richtung Nordost folgt, ist man auch schon wieder auf dem Weg zur nächsten Sehenswürdigkeit: dem Nationalpark Jasmund. Diesen wollten wir uns für einen anderen Tag aufheben, dennoch spazierten wir schon mal etwas am Strand entlang. Auch hier lohnte sich bei schlechtem Wetter die kleine Extratour, denn wir bekamen noch so einige Schwäne zu sehen. Davon gibt es auf Rügen überhaupt ausgesprochen viele. Man trifft sie meist nicht mal nur in Paaren, sondern in großen Gruppen. Zum Glück, muss man sagen, denn leider wird, wie ich beim Recherchieren erfahren habe, auch oft Jagd auf die Tiere gemacht. Auf Rügen fallen hunderte Schwäne pro Jahr sinnlosen Vogeljagden aus »Spaß« zum Opfer.

Strand hinter Sassnitz
Folgt man dem Steinstrand hinter Sassnitz, kommt man zu Nationalpark Jasmund mit seinen Kreidefelsen.
Strandmonster
Die mit Algen bewachsenen Äste sehen aus wie die Arme eines Seemonsters.
Schwan in Sassnitz
Ein stimmungsvolles Bild, wie ich finde. Die Ostsee hatte tatsächlich diese Farbe.
Schwan auf Rügen 2
Der Wellengang macht den so ruhigen Tieren nichts aus.
Schwäne in Sassnitz
Mit etwas Ruhe und einer Telebrennweite konnte ich mich den Schwänen gut nähern.
Möwe im Wellengang
auch Möwen hatten mit den Wellen zu kämpfen. War lustig anzuschauen und auch der Möwe schien das Geschaukel zu gefallen.
Möwe im Wellengang 2
Hier und da mussten dann aber doch mal die Flügel zur Hilfe genommen werden.

Inselfieber (Teil 2): Von Binz nach Sellin

An unserem ersten kompletten Tag auf Rügen hatten wir uns vorgenommen, ein wenig zu wandern. Wir wussten, dass etwas östlich von Binz der Ort Sellin zu finden sein würde. Da dieser aber nicht eben um die Ecke lag, wäre uns im Traum nicht eingefallen, zu Fuß dorthin zu gehen. Nun ja, irgendwie landeten wir dann doch da, aber eins nach dem anderen. 😉

Vom Wald an den Strand

Am frühem Morgen schlugen wir uns mit vollem Bauch und leichtem Gepäck (abgesehen vom tonnenschweren Kameraequipment *hust*) erst einmal in den Wald. Dass die Insel nicht sehr inselig wirkt, wenn man nicht gerade am Strand ist, habe ich ja schon im letzten Post erwähnt. Dafür findet man auf Rügen aber wirklich schöne Wälder, überhaupt fällt die Vegetation sehr üppig aus.

Wald nahe Binz
Ausgehend von Binz gibt es sehr schöne Wanderwege durch die »Pampa«. Von manchen auch für Radtouren genutzt, wie man hier sieht.
Wald nahe Binz 2
So manche Biegung wirkte geradezu wie aus einem Märchen. Hätten wir ein Pfefferkuchenhaus entdeckt, mich hätt’s nicht gewundert.

Der Waldspaziergang dauerte nicht lange an, ziemlich zügig fanden wir uns am Strand wieder. Da war es wieder, das Insel-Feeling. Obwohl wir gegen Mittag da waren, hatte ich aus fotografischer Sicht nicht mit der Sonne zu kämpfen, weil wir eben im Norden der Insel und im Schatten der Steilküste unterwegs waren. Zeit, mich an ein paar Langzeitbelichtungen zu versuchen.

Ostseeküste bei Binz
Längere Belichtungszeiten glätten das Wasser und geben der Aufnahme diesen spezifischen Look.

Endlich konnte ich mein Ultra-Weitwinkel-Objektiv für den Zweck nutzen, zu dem ich es gekauft hatte! Wer’s nachmachen möchte, für den gilt wie immer: Stativ ist Pflicht! Außerdem benötigt ihr mindestens einen ND1000-Filter, um die Belichtungszeit um den Faktor 1000 zu verlängern. Klingt viel, aber bei grellem Tageslicht ermittelt eine Kamera schnell mal 1/4000 Belichtungszeit. Der Filter multipliziert die Zeit mit 1000, sodass man auf eine Viertelsekunde kommt. Noch ein ND8-Filter davor, selbst dann ist man gerade mal bei zwei Sekunden. Einfache Mathematik eigentlich.

Küste bei Binz 2
Die Küste war von Steinen übersät. Ich hatte mir der Lichtstimmung wegen vorgenommen, vor Sonnenaufgang noch mal vorbeizukommen, aber ich schlafe einfach zu gern.
Küste bei Binz 3
Ich hätte den ganzen Tag hier verbringen und fotografieren können, aber wir waren ja zum Wandern da und meine Freundin hatte kein Buch im Gepäck. 😉

Weiter nach Sellin dank Möwen und Kormoranen

Die Rügener Tierwelt besteht gefühlt fast ausschließlich aus diversen Möwenarten und Kormoranen. Beide Vögel ließen sich ganz wunderbar vom Steilufer aus beobachten.

Möwe auf Stein
Die Findlinge wurden von Möwen gern als Sitzplatz genutzt.
Kormorane
Die Kormorane konnte man meistens dabei beobachten, wie sie einfach nur die Flügel ausbreiteten. Warum die so was tun? Keine Ahnung. Das Weiße ist übrigens keine Farbe …

Und so liefen wir von einem vogelbesetzten Findling zum nächsten, bis wir irgendwie ganz schön weit von Binz entfernt waren. Da wir nicht über den steinigen Strand zurückgehen wollten, nahmen wir einen der Wege, die hinauf auf die Steilküste führten, und genossen beim Weiterwandern noch etwas die wunderschöne Aussicht.

Steilküste zwischen Binz und Sellin
Gleiche Aussicht wie auf den Strandfotos, von weiter oben allerdings. Das entfernte Stück Land sollten wir auch noch erreichen.
Blaue Ostsee
Erstaunlich, wie blau die Ostsee sein kann. Wir hatten fast das Gefühl, irgendwo in der Karibik gelandet zu sein.
Abenteuerliche Bäume
Da an einer Steilküste gern mal was wegbricht, wachsen die Bäume eben auch schräg weiter.

Durch den Wald bis Sellin

Tja, und wie wir so schön wanderten, offenbarte doch ein Blick auf die Karte, dass wir inzwischen ziemlich genau die halbe Strecke von Binz nach Sellin gelaufen waren. Sellin kennt man fotografisch durch seine Seebrücke mit dem markanten Gebäude drauf und die hätte ich ohnehin gern fotografiert. Also fiel die Entscheidung nicht schwer: Weiter durch den Wald bis Sellin.

Wald mit Blendenstern
Manchmal fiel die Sonne so schön durch die Bäume, dass ich sofort die Kamera zücken musste.

Im Ort angekommen, taten uns ordentlich die Füße weh. Erst mal ging’s ins nächste Restaurant, wo man allerdings der Tageszeit wegen noch nichts Warmes servieren wollte. Also mampften wir einen üppigen Eisbecher und verdarben uns die Mägen mit Cola bzw. gutem Bier. Beim anschließenden Besichtigen des Ortes kamen wir überein, dass Sellin irgendwie hübscher ist als Binz.

Blick auf Sellin
Ein Blick auf Sellin von der Seebrücke aus. Die Leute da sind mir nicht bekannt, sie passten aber gut zur Szene.
Blick auf Sellin 2
Hier sieht man schon das oben angesprochene Gebäude, das ich im Abendlicht unbedingt noch fotografieren wollte.
Möwen, Möwen, Möwen
Möwen! Überall Möwen!

Abendlicher Fotospaß

Als die Sonne allmählich unterging, machten wir uns abermals auf zur Selliner Seebrücke, um sie mitsamt dem hoffentlich atmosphärisch beleuchteten Gebäude drauf zu fotografieren. Da es sich, wie angesprochen, um einen recht beliebten Fotospot handelt, rechnete ich schon damit, nicht der einzige Besucher mit Kamera zu sein. Das war bisher einfach immer so! Und so sollte es auch diesmal kommen …

Am oberen Ende der Treppe, die zur Seebrücke hinunterführt, hatte sich bereits ein weiterer Fotoenthusiast mitsamt Stativ bereitgemacht. Ich baute also meinen Kram direkt daneben auf und abwechselnd durfte jeder mal genau mittig ein Foto machen. Während wir ein wenig fachsimpelten, wurde es dunkler und endlich gingen auch die Lichter im Restaurant auf der Seebrücke an. Allerdings nicht symmetrisch auf beiden Seiten.

Der Fotograf neben mir hatte seine Frau und offenbar seine Schwiegermutter mitgebracht, und die beiden waren da nicht zimperlich. Sie boten an, unten mal nachzufragen, ob sie das Licht auch auf der rechten Seite des Gebäudes einschalten könnten, damit ihr Mann ein schönes Foto machen könne.

Leider blieb das Licht aus, da der Gebäudeteil wohl nur beleuchtet wird, wenn dort Hochzeiten stattfinden. Schade! Dafür hatten wir laut der Frau meines Fotonachbarn aber offenbar bereits Aufsehen erregt. Was da oben denn los sei, wurde sie gefragt, da stünden ja Leute mit Kameras. »Ja, einer davon ist mein Mann. Da ist gar nichts los!«, gab’s prompt zur Antwort. Und so gab es neben allerlei Erheiterung eben eine asymmetrisch beleuchtete Seebrücke fürs Foto.

Seebrücke in Sellin
Die bekannte Seebrücke in Sellin. Dummerweise hatte ich das Schild rechts im Bild übersehen, sonst hätte ich es weggeräumt oder mich weiter unten positioniert. Aber irgendwie passt es ja zum asymmetrisch beleuchteten Gebäude.
Seebrücke in Sellin 2
Man kann die Seebrücke auch sehr gut von unten fotografieren. Da fällt das Beleuchtungsproblem dann weniger ins Gewicht.
Tauchglocke in Sellin
Die (funktionierende) Tauchglocke am Ende der Seebrücke habe ich zum Abschluss noch schnell fotografiert, bevor es endlich per Bus zurück nach Binz ging.

Inselfieber (Teil 1): Binz auf Rügen

Nach dem langen, wieder viel zu warmen und trockenen Sommer hatten wir Lust, mal wieder Urlaub auf einer Insel zu machen. Rauer Wind, Meeresrauschen, kühle Luft – im Hitzesommer eine paradiesische Vorstellung! Da wir zuletzt auf Sylt waren und es dort sehr schön fanden, dachten wir, nehmen wir uns dieses Mal Deutschlands angeblich schönste Insel vor: Rügen. Natürlich reisten wir in der Nebensaison, schließlich haben wir keine Kinder und müssen daher nicht auf Ferien und Co. Rücksicht nehmen. Als Domizil und »Home Base« für Ausflüge suchten wir uns Binz aus – zugegeben auch in der Nebensaison nicht eben die leerste Stadt, aber das wussten wir vorher.

Binz hat so ein wenig das Problem, dass der Ort, wenn man nicht gerade über die Strandpromenade schlendert, wenig »inselig« wirkt. Viele der Häuser versprühen noch leichten Post-DDR-Charme und weil alles deutlich größer ist als auf Sylt, ist das Meer nicht gerade omnipräsent. Man kommt entsprechend schlecht ins Inselfeeling, weil alles so »normal« wirkt – von den vielen Möwen abgesehen. Klarer Punkt für Sylt, wenn man schon vergleichen möchte. Kein Wunder, dass die Ärzte einst »Westerland« besangen und nicht »Binz«. 😉

Möwen in Binz
Möwen gibt es hier natürlich überall.
Möwen in Binz
Die Vögel sind ausgesprochen zutraulich. Vermutlich könnte man sie direkt aus der Hand füttern.

Fotografieren am Strand von Binz

Binz liegt im Norden der Insel Rügen, entsprechend sind fotografisch gesehen nur schwierig schöne Gegenlichtsituationen möglich, es sei denn, man steht sehr, sehr früh auf: Dann hat man vom Strand aus mit Blick in Richtung Osten den Sonnenaufgang direkt vor sich. Wie so oft hatte ich natürlich auch wieder mal kein Glück mit den Wolken: Entweder war der Himmel komplett bedeckt oder völlig wolkenfrei. Aber da wir ja nicht auf Fotoreise waren, musste ich das Beste draus machen. Direkt an der Strandpromenade habe ich entsprechend am ersten Abend die Spots abgeklappert, die vermutlich jeder hier »knipst«.

Zahme Möwen
Man fühlt sich regelrecht beobachtet von den Tieren.
Binz: Blick über den Strand
Im Abendlicht wirkt die Seebrücke recht atmosphärisch.
Binz: Müther-Turm
Praktisch am Bloggen ist ja, dass man hinterher nachschauen muss, wie der Kram, den man da abgelichtet hat, überhaupt heißt. Am Müther-Turm fand an diesem Abend irgendein Event statt.
Binz: Boot im Abendlicht
Manche Dinge stehen vermutlich nur am Strand, damit Touristen sie fotografieren können – so wie dieses Boot.

Schwieriges (grünes) Licht

Je später der Abend, desto heftiger die Kontraste zwischen künstlicher Beleuchtung und nächtlicher Dunkelheit. Dies gilt auch in einer kleineren Stadt wie Binz. Um überhaupt einen Stich landen zu können, nehme ich für gewöhnlich dreimal das gleiche Bild mit unterschiedlicher Belichtung auf. So auch hier: Meine beiden Olympus-Kameras bieten die Möglichkeit, hierfür eine Belichtungsreihe aufzunehmen, sodass ich für mehrere Aufnahmen nur einmal auslösen muss. Ein Stativ ist natürlich Pflicht! Hinterher verrechne ich die Fotos in Lightroom zu einem und hole mir so den maximal möglichen Dynamikumfang ins Bild.

Erschwerend kam diesmal hinzu, dass der Weißabgleich im Kunstlicht auf der Binzer Seebrücke bei mir komplett danebengelegen hat. Alle Bilder hatten einen krassen Grünstich, den ich vermutlich durch eine andere Weißabgleicheinstellung hätte entfernen können. Da es schon spät und ich zu faul war, habe ich das hinterher in Lightroom korrigiert. Schon deswegen fotografiere ich IMMER im Raw-Format und nie nur JPEG.

Kurhaus
Das Kurhaus in Binz, das vermutlich jeder fotografiert, der hier vorbeikommt. Wegen der Langzeitbelichtung verschwimmt der Straßenmusiker vorm Tor.
Blick von der Seebrücke auf Binz
Im Abendlicht macht Binz was her. Leider war der Himmel komplett wolkenfrei, dafür aber schön farbig.
Das Kurhaus von der Seebrücke aus
Die Perspektive habe ich zugegenermaßen von einem vor mir fotografierenden Herrn übernommen. Die Aufnahme entstand als HDR aus drei Einzelfotos.

Test: Laowa 7,5mm f/2

Disclaimer: Das hier beschriebene Laowa-Objektiv habe ich selbst gekauft. Ich wurde nicht beauftragt und möchte lediglich meine Erfahrungen teilen. Ferner sind jegliche Links zu Shops keine Affiliate-Links.

Nachdem ich jetzt schon einige Male darüber geklagt habe, in gewissen Situationen kein Ultraweitwinkel-Objektiv zu besitzen, habe ich nun endlich doch zugeschlagen. Wer im Micro-Four-Thirds-Universum zu Hause ist, hat hier im Wesentlichen drei Hersteller zur Auswahl: Olympus, Panasonic und Laowa. Den Spoiler gibt der Titel vor: Es ist das Laowa geworden. Warum, das erkläre ich im Folgenden.

Wer die Wahl hat

Wie gesagt, man hat im MFT-Bereich im Prinzip drei Linsen zur Auswahl, wenn man sich ein Ultraweitwinkel-Objektiv anschaffen möchte:

  • das Olympus M.Zuiko 7-14mm f/2.8 Pro
  • das Panasonic LUMIX G Vario 7-14mm f/4
  • das Laowa 7,5mm f/2 C-Dreamer

Da ich aktuell ausschließlich Olympus-Kameras verwende, tendiere ich auch zu den wirklich hervorragenden Objektiven desselben Herstellers. Hier allerdings war mir die Olympus-Variante dann doch zu unpraktikabel. Das M.Zuiko wiegt über ein halbes Kilo, ist verdammt groß und am schlimmsten: Durch die herausstehende Frontlinse lassen sich nur sperrige Filtervorrichtungen anbringen, falls man mal Langzeitbelichtungen aufnehmen möchte. Außerdem ist es mit über 1000 Euro auch nicht eben ein Schnäppchen.

Das Panasonic kostet mit aktuell ca. 700 Euro deutlich weniger, ist kleiner und leichter, fiel aber trotzdem recht schnell aus dem Rennen. Durch die Blende von f/4 ist es praktisch für Nachtaufnahmen von Sternenhimmeln ungeeignet. Und wofür kauft man sich denn so ein Ultraweitwinkel-Objektiv, wenn man dann keine Sterne fotografieren kann?

So wurde es das Laowa. Die Blende von f/2 ist perfekt, die Linse ist klein, leicht, hat ein Filtergewinde(!) und kostet gerade mal halb so viel wie das Olympus-Pendant.

Weltmeister im Federgewicht

Als das Objektiv bei mir ankam, war ich über den kleinen Karton doch einigermaßen überrascht. Zuerst einmal ist das Laowa deutlich edler verpackt als etwa die Olympus-Schwestern. Wenn man Objektive eines rein chinesischen Herstellers kauft, ist man ja leider doch immer noch ein wenig skeptisch. Nach dem Auspacken verschwand aber auch der letzte Zweifel, was die Verarbeitung an sich angeht: Das Objektiv ist vollständig aus Metall gearbeitet. Selbst die kleine Streulichtblende ist aus Metall. Der Fokusring ist angenehm schwergängig und auch der gerasterte Blendenring klickt beim Verstellen angenehm.

Warum ein Blendenring? Das Laowa ist komplett manuell. Es gibt keine elektronische Kommunikation zwischen Objektiv und Kamera. Bei einem Ultraweitwinkel-Objektiv ist das zu verschmerzen, denke ich. Bei der Brennweite von 7,5mm ist sowieso fast immer alles im Fokus und auch die Blende verstellt man eher selten, wenn die Lichtsituationen sich nicht plötzlich krass ändern.

Und wie klein und leicht es ist! Als MFT-Fotograf ist man kleine Objektive ja gewöhnt, aber ein so kleines Objektiv mit dieser Brennweite ist dann doch schon sehr überraschend. Das Laowa gehört definitiv zu meinen kleinsten Objektiven und mit gerade mal 170 Gramm auch zu den leichtesten. Ich hab es direkt mal an meine kleine OM-D E-M10 Mark II angeschlossen. Die beiden ergeben ein ideales Gespann, das man auch gern länger um den Hals tragen kann.

Ideales Gespann: Das Laowa an der OM-D E-M10 Mark II. Wirkt hier fast schon groß, aber …
… mit meiner wirklichen kleinen Hand lässt sich erahnen, wie klein Kamera und Objektiv wirklich sind.

Das Laowa im Test

Zum Ausprobieren habe ich mich erst mal einfach ans geöffnete Badezimmerfenster gestellt. Gegenüber ist eine Baustelle. Die vielen Details eignen sich prima, um bspw. die Randabbildungen der Linse beurteilen zu können. Ich habe mit jeder Blendenstufe des Objektivs, die übrigens von f/2 bis f/22 reichen, ein ähnliches Bild gemacht.

Fazit: Bei voll geöffneter Blende ist die Mitte bereits ausreichend scharf, die Ränder dagegen erscheinen recht weich. Das ist bei Ultraweitwinkeln allerdings nicht ungewöhnlich. Bei f/4 bis f/5.6 ist die Schärfe auch an den Rändern deutlich annehmbarer. So richtig knackig wird’s schon der heftigen Verzerrung wegen aber nie. Bis f/11 fand ich die Ergebnisse immer noch sehr annehmbar, auf f/16 oder gar f/22 würde ich dagegen, wenn möglich, verzichten. Hier wird das Bild dann auch der Beugungsunschärfe wegen doch etwas weicher. Aber auch das sieht man gerade in der Mitte nur, wenn man wirklich nah ans Bild heranzoomt.

Krass ist die Vignette. Bei f/2 sind’s, glaubt man einschlägigen Seiten, ganze 2,5 Blendenstufen. Also das sieht man wirklich, also wirklich, wirklich deutlich. Blendet man auf f/4 oder f/5.6 ab, sieht die Sache schon viel besser aus. Ganz verschwindet die Vignette aber nie. Nichts, was man mit Lightroom nicht entfernen kann, aber dazu gleich noch mal mehr. Mit Schraubfiltern sieht die Sache übrigens noch schlimmer aus. Da ich bereits einen Filtersatz besitze, der aber ein deutlich größeres Gewinde besitzt, habe ich mir für nicht mal 10 Euro einen sehr schmalen Step-Up-Ring von 46mm (Durchmesser des Laowa) auf 62mm bestellt. So musste ich erstens keine neuen Filter kaufen und zweitens hält sich die zusätzliche Vignette in Grenzen, da die Ränder der großen Filter nicht als zusätzliche Abdunklung im Bild landen. Bei kleinen Filtern mit 46mm hätte die Sache ganz anders ausgesehen.

Chromatische Aberrationen sind natürlich an den Rändern ein Thema, was beim Ultraweitwinkel in der Natur der Sache liegt. Die sind über alle Blenden gleich ausgeprägt, fallen aber nicht allzu stark störend ins Gewicht. In Lightroom lassen sie sich per Klick problemlos entfernen.

Bleibt noch was zur »Tonne« zu sagen. Man scheint beim Laowa deutlich mehr Wert auf die kompakte Bauform gelegt zu haben als auf eine saubere optische Korrektur im Objektiv. Denn obwohl es sich um eine Festbrennweite handelt, lässt sich doch eine deutliche tonnenförmige Verzerrung an den Bildrändern wahrnehmen. Bei gewissen Landschaftsaufnahmen mag das egal sein, für Architekturfotos aber beispielsweise geht das gar nicht. Auch hier muss man also hinterher nacharbeiten und verliert dann natürlich ein klein wenig Brennweite, was ich aber nicht so schlimm fand.

Da Bilder oft mehr sagen als tausend Worte, hier meine Testbildstrecke. Die Bilder sind verkleinert, aber man sieht sehr schön die Vignette und in Teilen auch die Verzerrungen.

Weitere Fotos und Fazit zum Laowa

Hier noch eine kleine Auswahl der Fotos, die ich auch kurzen Touren machen konnte. So richtig tolles Licht wollte während meiner Tests nicht herrschen. Die Bilder habe ich in Lightroom bearbeitet. Sowohl die Vignette als auch die Verzerrung habe ich korrigiert. Leider hat Lightroom noch immer kein Profil für das Laowa an Bord, sodass ich mir ein Preset für Blende f/5.6 gebastelt habe. Das ist für mich erst mal in Ordnung.

Dramatische Wolken
Schöne Landschaften haben wir hier nicht so viele, schöne Wolken dafür umso häufiger.
Laowa: Ultimativer Filtertest
Hier hatte ich einen ND1000- und einen ND8-Filter gleichzeitig im Einsatz. Man beachte die kaum sichtbare (weil herausgerechnete) Vignette oben links und rechts.
Laowa: Ultraweitwinkel im Einsatz
Dinge im Vordergrund erscheinen teilweise absurd groß, so wie diese beiden nicht allzu großen Steine.

Neben Natur- und Landschaftsaufnahmen spielen Ultraweitwinkel-Optiken eine wichtige Rolle in der Architekturfotografie. Also habe ich auch diesbezüglich ein wenig herumgespielt. Ein Dank geht an dieser Stelle an meine Freundin, die nie murrt, wenn ich alle fünf Meter anhalte, um nach Motiven zu schauen. 😉

Das Shell-Haus
Für Architekturen wie das Shell-Haus in Berlin bietet sich die geringe Brennweite geradezu an.
Eingang zum Shell-Haus
Diese Aufnahme entstand bodennah. Stürzende Linien wirken hier besonders drastisch.
Upper West
Ein gern genommenes Motiv in Berlin ist das Upper West am Banhof Zoo. Auch hier mittels kurzer Brennweite in ganz neuer Perspektive. Sogar das Waldorf-Astoria nebenan ragt noch locker ins Bild.
Upper West mit Laterne
Mit dem Laowa bekommt man so viel mehr aufs Foto als mit den herkömmlichen MFT-Brennweiten ab meist 12mm.

Und damit es nicht ganz so schwarzweiß ist, hier noch ein paar spontan geschossene Bilder aus der Berliner Innenstadt.

Einkaufszentrum am Potsdamer Platz
Endlich kann auch ich solche Aufnahmen machen. Ich freue mich auf die nächste Stadttour.
Laowa: Ungewöhnliche Perspektiven
Durch die extrem kurze Brennweite bekommen Räume optisch viel mehr Volumen.
Aus der Hüfte
Langzeitbelichtungen (hier 0,5 Sekunden) aus der Hand gelingen mit der Brennweite von nur 7,5mm locker ohne Stativ.

Bleibt abschließend zu sagen, dass ich bisher wirklich viel Spaß mit dem Laowa hatte. Die Brennweite lässt schon sehr außergewöhnliche Bilder zu, man muss aber auch lernen, damit umzugehen. Ich freue mich jedenfalls auf den nächsten Urlaub und auf meine ersten Gehversuche in der Milchstraßenfotografie.

Kurzurlaub in Hamburg

Anfang April unternahmen meine Freundin und ich eine Reise nach Hamburg. Obwohl die Stadt mit dem ICE von Berlin aus relativ bequem zu erreichen ist, waren wir bisher nicht länger dort gewesen. Zeit wurde es also, das mal nachzuholen. Und wie das inzwischen so ist, wenn wir auf Reise gehen: Der Fotorucksack durfte selbstverständlich nicht fehlen. 😉

Da wir aber vorwiegend im Hamburg waren, um Urlaub zu machen und natürlich(!) ins Musical zu gehen und uns das »Miniatur Wunderland« anzuschauen (zu dem ich demnächst noch einen eigenen kleinen Beitrag verfassen werde), hielt ich mich für meine Verhältnisse mit dem Fotografieren weitestgehend zurück. So entstand am ersten Abend auch nur dieses eine Foto vom Teehaus im Japanischen Garten des Parks »Planten un Blomen«.

Planten un Blomen
Das Teehaus: Ein wirklich schönes Motiv eigentlich, leider an diesem Abend ohne stimmungsvolle Lichtkulisse.

Den Fernsehturm im Hintergrund habe ich am Folgetag noch mal direkt davor stehend abgelichtet. Aber hey, wir haben hier den Berliner Fernsehturm, insofern fand ich das Ding jetzt nur so mittelspannend.

Heinrich-Hertz-Turm
Den Heinrich-Hertz-Turm nennt man auch »Telemichel«. Noch bot der Himmel ein paar Wolken, doch das sollte sich ändern …

Hamburg Hafen

Als Nichthamburger hat man immer das Gefühl, die Menschen, die in Hamburg leben, glauben, sie wohnen am Meer. Überall sieht man Ankersymbole, Fisch bekommt man an jeder Ecke und überhaupt scheinen die Hamburger wahnsinnig stolz auf ihren Hafen zu sein, der doch eigentlich nur an einem Fluss liegt. Aber was soll ich sagen? Es fühlt sich wirklich ein bisschen an, als wäre man an der See. Riesige Kreuzfahrtschiffe werden hier zusammengeklöppelt oder geparkt. Sogar ein Schaufelraddampfer, die »MS Louisiana Star« fährt immer mal wieder vorbei.

Hamburger Hafen
Ein Blick auf den Hafen mitsamt Elbphilharmonie. Im Vordergrund schaufelt sich die »MS Louisiana Star« vorbei.

Für den obigen Blick lohnt es sich übrigens, einfach mal zu Fuß durch den »Alten Elbtunnel« zu gehen, den man von den Landungsbrücken aus erreicht. Leider war eine Seite des Tunnels gerade im Bau, sodass die verbliebene Röhre recht überfüllt war. Gar nicht so einfach daher, die Länge des Tunnels zu erfassen, ohne dass einem hundert Touristen ins Bild rennen.

Der Alte Elbtunnel
Eine ziemlich lange Röhre. Man vergisst beim Marsch durch den Alten Elbtunnel glatt, dass man gerade unter gigantischen Wassermaßen hindurchgeht.

Ach ja, und wenn man schon mal Hamburg unsicher macht, dürfen natürlich auch dicke Möwen nicht fehlen.

Was guckste so?
Diese Möwe schien sich ehrlich über den merkwürdigen Typ mit der Kamera zu wundern.

Zum ersten Mal konnte ich hier auch meine neue Olympus OM-D E-M1 Mark II etwas intensiver am lebenden Objekt testen. Fliegende Möwen zu fotografieren ist jetzt nicht ganz schwer, weil die Biester gerne langsam gegen den Wind segeln, aber trotzdem machte sich der schnelle kontinuierliche Autofokus hier echt bezahlt. Wenn ich jetzt noch Profi-Telezoom hätte …

Möwe im Flug
Mit kontinuierlichem Autofokus der E-M1 kein Problem.

Hafencity und Elbphilharmonie

Nachdem meine Freundin am Ende eines langen Wandertages schon ziemlich platt war, zog ich noch einmal allein los und machte die »HafenCity« sowie speziell die Elphilharmonie unsicher. Mit Stativ und Kamera im Anschlag ging ich pünktlich zum Sonnenuntergang an den Schalter, um eine Karte für die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie zu lösen. Die nette Dame an der Kasse drückte mir das Ticket in die Hand und meinte nur lächelnd: »Kostet nichts.« Wunderbar, also nichts wie rauf!

Oben angekommen war ich erst mal ein wenig enttäuscht von der Aussicht. Man guckt halt, tja, auf die Elbe auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite. Hätte der Himmel wenigstens schöne Wolkenstrukturen geboten … Doch als Tourist muss man eben nehmen, was man kriegt. Zumindest der Himmel färbte sich später noch wunderbar orange.

Wasser, soweit man blicken kann
Ein Blick auf die Elbe. Speziell zum Sonnenuntergang wird’s hier sehr stimmig.
Zwei Giraffen und drei AT-AT Walker
Als die Sonne schon verschwunden war, bot sich diese wunderbare Silhouette. Man könnte meinen, einige abgemagerte AT-AT Walker würden hier neben zwei riesigen Robogiraffen parken. 😉 Ein ungeplantes Lieblingsfoto.

Auch an Langzeitbelichtungen habe ich mich natürlich versucht. Leider wirken die nur halb so spannend, wenn der Himmel keine Wolken im Programm hat. Trotzdem! Filter drauf, und los ging es.

Langzeitbelichtung im Hamburger Hafen
Die Kulisse lädt zur Langzeitbelichtung ein. Leider aber ohne Wolken am ansonsten hübsch eingefärbten Himmel.

Prompt näherte sich ein Mann und kroch mir fast schon in die Kamera. Als ich ihn verblüfft anschaute, meinte er nur: »Ah, das ist ja tatsächlich ein Haida-Filter.« Ich guckte wohl noch verwunderter und meinte nur: »Klar, warum nicht?« Darauf sagte er, es gäbe ja schließlich auch genug Alternativen und dass er den Deutschlandvertrieb leite. »Wir sitzen hier um die Ecke. Kommste aus Hamburg?«, fragte er und drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und dass ich mich doch mal melden solle. Zufälle gibt’s!

Ein paar Minuten später verhalf ich noch einem weiteren Fotografen zu einem Bild mit seiner Freundin und sich. Dafür drückte er mir seine Kamera – gleiches Modell wie meine – in die Hand und meinte nur: »Bedienung müsste ja klar sein.« Hinterher fachsimpelten wir noch ein wenig und dann machte wieder jeder seine Bilder. Auch das liebe ich an der Fotografie: Diese kleinen Begegnungen mit anderen Enthusiasten.

Nach dem Abstieg stand der Mond bereits weit oben am Himmel. Es war noch nicht dunkel, und bevor ich mein geplantes Zielfoto machte, hielt ich noch einmal an, um die Elbphilharmonie in Szene zu setzen.

Elbphilharmonie mit Mond
Das Glas reflektierte den violetten Himmel, dazu der Mond … Es fing an, Spaß zu machen.
Die Elbphilharmonie
Man kann davon halten was man will, aber die Elbphilharmonie ist einfach ein imposantes Bauwerk. Notiz an mich selbst: Ein Ultra-Weitwinkel kaufen!

Das Zielfoto in der Speicherstadt

Eigentlich war ich nur so lange unterwegs, um nach Sonnenuntergang dieses eine Bild zu machen, das wirklich jeder Fotograf aufnimmt, der nach Hamburg kommt: Das Wasserschloss in der Speicherstadt! Und so war es dann auch: Als ich um die Ecke bog und auf die Brücke zuging, von der aus man das Foto machen kann, waren dort bereits fünf Fotografen und eine Drone(!) zugange. Aber auch wenn es keine innovative Aufnahme ist, der Ausflug hat sich für das Resultat, wie ich finde, trotzdem gelohnt.

Das Wasserschloss
Ja, das Foto sieht quasi immer nahezu gleich aus, aber viele Varianten hat man hier auch wirklich nicht. Trotzdem mag ich es sehr.

Als ich fertig war, wurde es allmählich wirklich dunkel. Klar, in einer glitzernden Großstadt ist es nie ganz finster, aber wenn man sich nicht so gut auskennt, wird einem doch immer ein bisschen mulmig – mir zumindest. Drum machte ich mich flugs auf den Heimweg, aber nicht, ohne noch ein, zweimal halt zu machen, um die Lichtstimmung rund ums Rathaus einzufangen.

Das Hamburger Rathaus
Der Mond hatte mich zum Rathaus begleitet. Hier musste ich leider mit stürzenden Linien fotografieren, aber in diesem Fall passt’s ganz gut, wie ich finde.
Kleine Alster
Selbes Gebäude, andere Perspektive. Ich habe versucht, die Kleine Alster noch ein wenig mit einzubeziehen. Leider war es sehr windig, sodass ich nach diesem letzten Bild zusammenpackte und in die Bahn verschwand.

Fotografieren am Berliner Funkturm

Berlin ist verdammt groß und so gibt es Ecken, die besucht man innerhalb mehrerer Jahre nicht oder hat sie noch nie gesehen. Den Berliner Funkturm kannte ich zwar schon von einer früheren Weihnachtsfeier (oben gibt es ein wirklich schönes Restaurant), aber zum Fotografieren war ich eben noch gar nicht dort. Das wurde gestern allerdings nachgeholt.

Berliner Funkturm
Von unten sieht er gar nicht so hoch aus.

Eigentlich war das Ziel, mit dem Fahrstuhl auf die Aussichtsplattform hinaufzufahren (der Eintritt liegt bei 4 Euro, glaub ich) und ein paar Bilder unserer Stadt von oben aufzunehmen. Wenn man aber schon mal da ist, lohnt es sich definitiv, auch das frühere »Internationale Congress Centrum« (ICC) in Augenschein zu nehmen.

Willkommen in der Zukunft

Das Ding sieht aus wie ein Raumschiff, das aus einem Ridley-Scott-Film geflüchtet und in Berlin gelandet ist. Schaut man durch die staubigen Fenster des verlassenen Gebäudekomplexes, meint man fast, ein Alien durch die düsteren Gänge huschen zu sehen.

Und so konnten mein Begleiter und ich es natürlich nicht lassen, abseits der geplanten Panoramafotos vom Berliner Funkturm aus auch ein wenig ums ICC zu schleichen und etwas Science-Fiction-Atmosphäre einzufangen.

Berliner Funkturm: Brücke am ICC
Die ohnehin merkwürdige Sci-Fi-Atmosphäre wird vom krassen Licht zusätzlich unterstrichen.

Für die Bilder rund ums ICC habe ich in der Nachbearbeitung übrigens ein leichtes Split Toning verwendet. Wer’s nicht kennt: Man sättigt jeweils die Licht- und Schattenbereiche mit einer eigenen Farbe (nicht zu sehr). Dadurch lassen sich eine vorhandene Stimmung untermalen und ein einheitlicher Look erzeugen.

Berliner Funkturm: Das ICC, ein verlassener Ort
Der runtergekommene Zustand passt wie die Faust aufs Auge. Ridley Scott lässt grüßen.
Berliner Funkturm: Lichtspuren
Ich kann’s nicht lassen. Wenn irgendwo Autos fahren, muss ich einfach Lichtspuren fotografieren.
Berliner Funkturm: Das ICC von der Brücke aus
Das ICC: Kälter kann Architektur kaum sein.
Berliner Funkturm: Bokeh-Experimente
Ich spiele nicht häufig mit Unschärfen, aber wenn, dann habe ich auch Spaß dabei.

Ausblicke vom Berliner Funkturm

Die obigen Bilder sind allesamt mit meiner 17mm-Festbrennweite entstanden. Die nachfolgenden Fotos, die ich von der Panoramaplattform des Berliner Funkturms aus aufgenommen habe, wurden dagegen mit dem M.Zuiko 12-40mm Pro aufgenommen – dem Objektiv, mit dem ich eigentlich fast alle meine Landschafts- und Stadtpanoramen aufnehme.

Berliner Funkturm: Berlin am Abend
Was für ein Anblick! Im Vordergrund das futuristische ICC, dahinter die unendliche Metropole.

Falls ihr übrigens von der Panoramaplattform aus fotografieren wollt, nehmt euch unbedingt ein kleines, flexibles Stativ mit! Die Kamera lässt sich sonst nur schwer auf der hohen aber eigentlich recht ausladenden Sicherheitsbalustrade aufbauen. Und aus der Hand wollt ihr da oben nicht fotografieren. 😉 Außerdem ist eine Handschlaufe oder ein Gurt empfehlenswert. Niemand möchte sein teures Equipment hundert Meter in die Tiefe stürzen sehen.

Berliner Funkturm: Straßen führen nach ...
Ich mag den Anblick der leuchtenden, gebogenen Straßen aus Langzeitaufnahmen. Links unten wieder das ICC.
Berliner Funkturm: Viele Wege führen zum Potsdamer Platz.
Wie eine Leuchtfackel ragt der gleißende Potsdamer Platz aus der ohnehin strahlenden Glitzermetropole.
Berliner Funkturm: Die Adern der Moderne
Wie Blutgefäße ziehen die leuchtenden Straße ihre Bahnen durch die Stadt. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie der Mensch den Planeten verändert hat – leider eben auch zum Schlechten.

Unterwegs in Berlin Mitte & ein Fauxpas

Da ich nicht mehr so ganz neu in der Fotografie unterwegs bin, traue ich mich inzwischen auch mal mit der Kamera samt Zubehör vor die Tür – und vor allem auch nicht mehr nur alleine. Umso mehr habe ich mich gefreut, im Büro einen Gleichgesinnten gefunden zu haben, mit dem ich ab und an auf Tour gehen kann. Neulich waren wir abends in Berlin Mitte unterwegs. Ganz ohne Ziel, reines »Location Scouting«.

Eigentlich bin ich kein Freund dieser Touren ohne Zielbild. Ich bin kein sonderlich strukturierter Mensch, dafür aber recht zielgerichtet. Normalerweise überlege ich mir vorher, was ich gerne fotografieren möchte. Ich gehe dann los, versuche, genau das geplante Bild in den Kasten zu kriegen, und wenn ich das geschafft habe, sind alle weiteren Fotos quasi »nice to have«.

Trotz fehlendem Ziel sind diesmal ein paar Bilder herausgekommen, die ich recht gerne mag. Fast, als hätte ich sie geplant. Hier also die schönsten Fotos unserer kleinen Fototour durch Berlin Mitte.

Berlin Mitte: Der Berliner Fernsehturm
Ganz bestimmt noch nie fotografiert. 😉 Leider ohne hübsche Wolken, dafür im goldenen Abendlicht.
Berlin Mitte: Licht und Schatten
Eigentlich nur ein Testfoto. Der schönen Lichtstimmung wegen habe ich es dann dennoch behalten.
Berlin Mitte: Rosa Abendhimmel
Kein allzu schönes Motiv, aber ist der Himmel nicht wunderbar rosa? Mittels ND64-Filter war trotz hellem Himmel eine Langzeitbelichtung möglich.
Berlin Mitte: Bunte Spree
Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und das vorbeifahrende Ausflugsboot für bunte Lichtspuren zweckentfremdet.
Berlin Mitte: Das Bode-Museum
Eine Nahaufnahme des Bode-Museums, das direkt an der Spree gelegen ist.

Der ISO-Fauxpas

Wenn ich meine Kamera einschalte, checke ich erst einmal die Einstellungen. Ich experimentiere auch zu Hause gerne mal mit der Kameratechnik und verstelle dabei eben auch so Einiges. Dummerweise habe ich das Wichtigste diesmal nicht geprüft: den ISO-Wert! Bis zum letzten obigen Foto hatte ich leider alle Bilder mit einem ISO-Wert über 1000 aufgenommen – trotz Stativ und Langzeitbelichtung. Völlig unnötig also und ein dummer Anfängerfehler, der aber wohl jedem mal passiert. Zum Glück war unsere Tour durch Berlin Mitte noch nicht vorbei und prompt entstanden die beiden schönsten Aufnahmen des Abends auch erst nach der ISO-Korrektur:

Berlin Mitte: Das Bode-Museum im Abendlicht
Bei dem schönen Kontrast zwischen dunklem Himmel und goldenem Licht macht es gar nichts, dass die Bäume noch kahl sind. Eindeutig mein Lieblingsfoto dieses Abends.
Berlin Mitte: Sternspuren am Fernsehturm
Die Idee hatte eigentlich mein Begleiter, allerdings hatte er nicht die richtige Technik dabei. Das Foto entstand aus ca. 250 Einzelaufnahmen, die in der Kamera zu einem Foto verrechnet wurden.

Neue Linsen braucht das Land

Und weil ich noch ein ganz neues Objektiv dabei hatte, mit dem sich schöne Portraitaufnahmen machen lassen, testete ich auch dieses zum Abschluss noch schnell. Da kein Fotomodel zugegen war, musste die Skulptur in einem leeren Springbrunnen herhalten:

Berlin Mitte: Portrait am Springbrunnen
Kein Knallerfoto, aber die neue Linse macht definitiv Spaß. Vielleicht mehr dazu demnächst.

Fotografieren am Lichtenhainer Wasserfall

Mein letzter Post liegt nun leider schon etwas zurück, was diverse Gründe hat. Vor allem liegt’s wohl an meiner aktuellen Es-ist-Winter-und-ich-hab-keine-Lust-aufs-Fotografieren-Stimmung. Aber ich hab hier noch so einiges an Bildmaterial aus dem letzten Jahr herumliegen, also nehme ich dies zum Anlass, mal wieder etwas Leben in die Bude zu bringen und das Fotojahr 2019 einzuläuten. Heute soll es daher ums Fotografieren am Lichtenhainer Wasserfall gehen.

Während unseres letzten Urlaubs im Elbsandsteingebirge haben wir einen Tag mit relativ schlechtem Wetter genutzt, um uns den Lichtenhainer Wasserfall anzusehen. Nun, eigentlich muss man den »Wasserfall« tatsächlich in Anführungszeichen setzen, aber dazu komme ich gleich noch.

Tipp generell für verregnete Tage: Wenn alles nass und grau ist, lassen sich Wälder und Gewässer ganz besonders schön in Szene setzen. Niemand möchte einen grauen Himmel auf Fotos sehen, doch ein nasser Waldboden hat viel sattere Farben als ein trockener.

Unterwegs in der Kirnitzschtalbahn

Wir hatten unser Domizil in Bad Schandau. Um von dort zum Lichtenhainer Wasserfall zu kommen, kann man die Kirnitzschtalbahn nehmen. Tickets für die historische Straßenbahn bekommt man wie (vermutlich) früher noch direkt bei den Zugführern. Die Bahn rumpelt dann gemächlich durchs schön anzuschauende Kirnitzschtal, das natürlich auch zu Fuß erkunden lässt.

Lichtenhainer Wasserfall: Kirnitzschtalbahn
Zum Glück stand ich genau dort, als eine weitere Bahn hinter der stehenden vorbeifuhr.

Es … plätschert

Am Lichtenhainer Wasserfall angekommen hätte sich wahrscheinlich erst mal Enttäuschung breit gemacht, wenn wir nicht vorgewarnt gewesen wären: Der sogenannte »Wasserfall« ist allenfalls ein leichtes Plätschern. Imposante Fotos lassen sich so auf jeden Fall nicht machen.

Doch alle 30 Minuten ändert sich das schlagartig: Dramatische Musik wird eingespielt, irgendwo zieht irgendwer an einer Kette und plötzlich schießen die oberhalb des Falls aufgestauten Wassermassen abwärts. Der Zauber hält allerdings nur fünf Sekunden an. Dann wird aus dem Lichtenhainer Wasserfall wieder ein Rinnsal und man muss weitere 30 Minuten bis zum nächsten »Spektakel« warten. Etwas albern, aber dem Foto sieht man es später ja nicht an.

Der vorbereitete Fotograf bringt sich natürlich rechtzeitig in Position. Wer früh kommt, hat freie Platzwahl. Ein Stativ ist hierbei Pflicht, um eine Belichtungszeit von zwei bis drei Sekunden erreichen zu können. Schließlich soll man dem Foto das »fallende« Wasser ja auch ansehen.

Damit die Lichter aufgrund der längeren Belichtungszeit nicht ausbrennen, sollte an wolkenverhangenen Tagen ggf. ein Neutralgraufilter der Stärke ND8 vorhanden sein. Wie gesagt, am besten rechtzeitig in Position bringen, dann lassen sich vorher auch noch ein paar Testfotos aufnehmen. Das ist angeraten, denn hat man die paar Sekunden Wasserfall erst mal verpasst, ist das sehr ärgerlich. Vor allem, wenn es so frisch ist wie an dem Tag, an dem wir da waren.

Lichtenhainer Wasserfall
Den Moment hab ich gut genutzt. Kalte Finger und eine schon leicht genervte Freundin gab’s inklusive.

Vom Wasserfall aus in die Wälder

Da es sich um einen Wanderurlaub handelte, schlugen wir uns nach dem Wasserfall und einer kurzen Einkehr ins nebenstehende Gasthaus noch in die Wälder. Wie eigentlich überall im Elbsandsteingebirge fanden wir nach einigen Aufstiegen noch die eine oder andere schöne Aussicht.

Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft
Gegen den ausgebrannten Himmel konnte ich hier leider nicht viel ausrichten. Aber besser ein Foto als kein Foto.
Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft 2
Buntes Herbstlaub, so weit das Auge reicht.
Lichtenhainer Wasserfall: Herbstlandschaft 3
Wenn der Himmel zu grell ist, bietet es sich auch mal an, möglichst wenig davon aufs Bild zu nehmen.
Lichtenhainer Wasserfall: Fotobomber
Wie dieser Kerl ins Bild geraten konnte, ist mir ein Rätsel.
Lichtenhainer Wasserfall: Bergiges Land
Wie überall in der Gegend stößt man früher oder später auf markante Felsformationen.
Lichtenhainer Wasserfall: Geheimnisvolle Ruinen
Was sich wohl hinter der Tür verbergen mag?

Urlaub in Bad Schandau

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Frei nach diesem Ausspruch dachten meine Freundin und ich, ein kurzer Trip in die Sächsische Schweiz wäre doch eine Überlegung wert. Schnell Google Maps gecheckt, was liegt wo, und irgendwie liegt das Örtchen Bad Schandau ziemlich genau in der Mitte von allem. Zumindest mittig genug, um auch ohne Auto die nähere Umgebung zu erkunden – immer dabei natürlich der Fotorucksack, denn, woah, gibt es dort viel Sehens- und Fotografierenswertes! Weil ich innerhalb einer Woche wirklich viele Bilder gemacht habe, werde ich die Sache ein bisschen aufteilen. Im ersten Teil soll es darum einfach mal um den Ort Bad Schandau an sich gehen.

Von Berlin aus lässt sich Bad Schandau prima per Zug erreichen. Einfach in den Euro City hüpfen und direkt am Zielort wieder raus, ganz ohne Umstieg. Weil mein Geburtstag anstand, überreichte mir meine Freundin auf dem Weg dorthin bereits einen Teil meines Geschenks: Nämlich das »Zielfoto«-Magazin des YouTube-Fotografen Stephan Wiesner (von dem ich einen großen Teil dessen gelernt habe, was ich kann). Die Vorfreude war ohnehin groß, nun war sie eben größer. Diese Ausgabe des Magazins befasst sich speziell mit der Fotografie in der Sächsischen Schweiz. Perfekt, um auf dem Weg also schon mal zu stöbern, was wir uns in den kommenden Tagen alles anschauen würden.

Kein Netz in Bad Schandau

Als wir in Bad Schandau ankamen, erst mal der Schreck: Kein! Internet! Meine Freundin und ich haben E-Netz-Verträge. Leider kann man nicht nur in Bad Schandau, sondern in der ganzen Gegend das mobile Internet komplett vergessen, wenn man bei O2 oder einem der Reseller ist. Wenn überhaupt eine Verbindung zustande kommt, dann so langsam, dass man den Bits und Bytes beim Schlendern zuschauen kann. Daher mein Tipp an alle E-Netzler: Kauft euch vorher eine Karte oder ladet euch eine gute App mit Offline-Karten auf euer Smartphone. Gerade wenn man durchs Gebirge wandert, ist es doch unerlässlich zu wissen, wo man sich befindet – auch wenn alles im Elbsandsteingebirge wirklich gut ausgeschildert ist.

Bad Schandau an sich ist ansonsten ein kleines, feines Örtchen. Vom Bahnhof aus gelangt man per Fähre über die Elbe in den Ortskern. Hier lag auch unsere Ferienwohnung. 2002 wurde Bad Schandau Opfer der Flutkatastrophe. An einigen Häusern sind Schilder angebracht, die den Pegelstand dokumentieren. Der Ortskern lag komplett unter Wasser! Anschließend hat man aber offenbar alles restauriert, sodass heute nichts mehr von der Flut zu sehen ist. Selbst der Altstadtcharme blieb erhalten. Dennoch waren die Schilder sehr eindrücklich.

Fotografieren leicht gemacht

Wer in Bad Schandau fotografieren möchte, hat es nicht allzu schwer. Gerade abends zur »blauen Stunde« im Lichte der Laternen lässt sich die Altstadtstimmung schön einfangen. Ein Stativ ist dann natürlich Pflicht.

Ganz besonders toll lässt sich der Ort vom historischen Personenaufzug aus ablichten. Dieser befindet sich am östlichen Stadtausgang und kann für einen kleinen Obolus für eine Fahrt nach oben verwendet werden, wo übrigens auch ein kleines Luchsgehege auf Besucher wartet. Sparfüchse und sportliche Fotografen gehen alternativ den kleinen Pfad westlich des Aufzugs hoch. Der Aufstieg dauert vielleicht zehn Minuten und ist auch mit Fotorucksack leicht zu bewerkstelligen.

Direkt neben dem Aufzug hat man die beste Sicht auf den Ort. Es war in meinem Fall bereits abends, die Lichter gingen an und die Scheinwerfer der fahrenden Autos versprachen schöne Lichtspuren. Und als das Licht gerade am interessantesten wurde, kam ein Angestellter und machte den Pfad zum Aufzug dicht. »Oh, nun muss ich auch weg, oder?«, fragte ich schon enttäuscht. »Nein, Sie können ruhig bleiben, müssen dann aber über den Zaun klettern.« Super, dachte ich, das würde kein Problem werden. Also konnte ich mich beruhigt wieder an meine Langzeitbelichtung machen. Heraus kamen zwei meiner Lieblingsbilder dieses Urlaubs. Neben meinem Zielfoto, dem Panorama des abendlichen Bad Schandau, war das der Aufzug selbst, der abends herrlich stimmig beleuchtet wird. Die hübschen lila Wölkchen taten in dem Moment ihr Übriges. Das erfreut das Fotografenherz. 🙂