Inselfieber (Teil 1): Binz auf Rügen

Nach dem langen, wieder viel zu warmen und trockenen Sommer hatten wir Lust, mal wieder Urlaub auf einer Insel zu machen. Rauer Wind, Meeresrauschen, kühle Luft – im Hitzesommer eine paradiesische Vorstellung! Da wir zuletzt auf Sylt waren und es dort sehr schön fanden, dachten wir, nehmen wir uns dieses Mal Deutschlands angeblich schönste Insel vor: Rügen. Natürlich reisten wir in der Nebensaison, schließlich haben wir keine Kinder und müssen daher nicht auf Ferien und Co. Rücksicht nehmen. Als Domizil und »Home Base« für Ausflüge suchten wir uns Binz aus – zugegeben auch in der Nebensaison nicht eben die leerste Stadt, aber das wussten wir vorher.

Binz hat so ein wenig das Problem, dass der Ort, wenn man nicht gerade über die Strandpromenade schlendert, wenig »inselig« wirkt. Viele der Häuser versprühen noch leichten Post-DDR-Charme und weil alles deutlich größer ist als auf Sylt, ist das Meer nicht gerade omnipräsent. Man kommt entsprechend schlecht ins Inselfeeling, weil alles so »normal« wirkt – von den vielen Möwen abgesehen. Klarer Punkt für Sylt, wenn man schon vergleichen möchte. Kein Wunder, dass die Ärzte einst »Westerland« besangen und nicht »Binz«. 😉

Möwen in Binz
Möwen gibt es hier natürlich überall.
Möwen in Binz
Die Vögel sind ausgesprochen zutraulich. Vermutlich könnte man sie direkt aus der Hand füttern.

Fotografieren am Strand von Binz

Binz liegt im Norden der Insel Rügen, entsprechend sind fotografisch gesehen nur schwierig schöne Gegenlichtsituationen möglich, es sei denn, man steht sehr, sehr früh auf: Dann hat man vom Strand aus mit Blick in Richtung Osten den Sonnenaufgang direkt vor sich. Wie so oft hatte ich natürlich auch wieder mal kein Glück mit den Wolken: Entweder war der Himmel komplett bedeckt oder völlig wolkenfrei. Aber da wir ja nicht auf Fotoreise waren, musste ich das Beste draus machen. Direkt an der Strandpromenade habe ich entsprechend am ersten Abend die Spots abgeklappert, die vermutlich jeder hier »knipst«.

Zahme Möwen
Man fühlt sich regelrecht beobachtet von den Tieren.
Binz: Blick über den Strand
Im Abendlicht wirkt die Seebrücke recht atmosphärisch.
Binz: Müther-Turm
Praktisch am Bloggen ist ja, dass man hinterher nachschauen muss, wie der Kram, den man da abgelichtet hat, überhaupt heißt. Am Müther-Turm fand an diesem Abend irgendein Event statt.
Binz: Boot im Abendlicht
Manche Dinge stehen vermutlich nur am Strand, damit Touristen sie fotografieren können – so wie dieses Boot.

Schwieriges (grünes) Licht

Je später der Abend, desto heftiger die Kontraste zwischen künstlicher Beleuchtung und nächtlicher Dunkelheit. Dies gilt auch in einer kleineren Stadt wie Binz. Um überhaupt einen Stich landen zu können, nehme ich für gewöhnlich dreimal das gleiche Bild mit unterschiedlicher Belichtung auf. So auch hier: Meine beiden Olympus-Kameras bieten die Möglichkeit, hierfür eine Belichtungsreihe aufzunehmen, sodass ich für mehrere Aufnahmen nur einmal auslösen muss. Ein Stativ ist natürlich Pflicht! Hinterher verrechne ich die Fotos in Lightroom zu einem und hole mir so den maximal möglichen Dynamikumfang ins Bild.

Erschwerend kam diesmal hinzu, dass der Weißabgleich im Kunstlicht auf der Binzer Seebrücke bei mir komplett danebengelegen hat. Alle Bilder hatten einen krassen Grünstich, den ich vermutlich durch eine andere Weißabgleicheinstellung hätte entfernen können. Da es schon spät und ich zu faul war, habe ich das hinterher in Lightroom korrigiert. Schon deswegen fotografiere ich IMMER im Raw-Format und nie nur JPEG.

Kurhaus
Das Kurhaus in Binz, das vermutlich jeder fotografiert, der hier vorbeikommt. Wegen der Langzeitbelichtung verschwimmt der Straßenmusiker vorm Tor.
Blick von der Seebrücke auf Binz
Im Abendlicht macht Binz was her. Leider war der Himmel komplett wolkenfrei, dafür aber schön farbig.
Das Kurhaus von der Seebrücke aus
Die Perspektive habe ich zugegenermaßen von einem vor mir fotografierenden Herrn übernommen. Die Aufnahme entstand als HDR aus drei Einzelfotos.

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