Die Schrammsteine

Wer zum ersten Mal im Elbsandsteingebirge unterwegs ist, der muss die Schrammsteine besuchen. Das markante Felsmassiv werden die meisten Landschaftsbegeisterten schon mal auf irgendwelchen Fotos gesehen haben. Es mit eigenen Augen zu erblicken ist aber noch mal eine ganz andere Nummer. 

Besonders an sonnigen Tagen im Herbst, am besten wenn dicke Quellwolken über den Himmel ziehen, bietet sich eine Wandertour zu den sogenannten Schrammsteinaussichten an. Nun hatten wir während unseres Urlaubs nicht immer das beste Wetter, doch gerade am Tag unserer Tour dorthin hatten wir großes Glück.

Fluss und Land

Von Bad Schandau aus erreicht man die Schrammsteine, bzw. die Aussichten auf selbige, recht einfach zu Fuß. Verlasst die Stadt in Richtung Osten und wandert immer die Elbe entlang. Netter Nebeneffekt: An schönen Tagen präsentiert sich auch hier die »Sächsische Schweiz« von ihrer schönsten Seite. Malerische Herbstwälder erstrecken sich entlang der beiden Ufer. Hier und da lassen sich wunderbar restaurierte wie alte Fachwerkhäuser bestaunen.

Irgendwann geht’s links vom Fluss ab in den Zahnsgrund und dann, nach ein paar Höhenmetern auf der Straße ab in den Wald. Geübte Waldfotografen werden hier viel zu tun bekommen, denn der bunte Laubmischwald lädt auf jeden Fall zum Knipsen ein. Ungeübte Waldfotografen (wie ich) können dagegen … üben.

Erst sanft, dann steil bergauf

Wir wanderten lange und fast allein durch die Wälder, doch die Schrammsteine waren noch nirgends zu sehen. Aber nach den ersten sanften Aufstiegen standen wir plötzlich doch vor steilen Felswänden. Und nun pilgerten auch die anderen Wanderer von allein Seiten herbei. Hier mussten wir also richtig sein!

Im Prinzip kann man sich auch gar nicht verlaufen. Die Wanderwege sind bestens ausgeschildert und irgendwann trifft man zwangsweise auf andere Leute, die dasselbe Ziel haben. Wir schlossen uns also an und schon bald geriet der Aufstieg auch etwas ins Stocken: Statt angenehmer Wanderwege wurde es nun teilweise richtig anstrengend. Es ging über abenteuerliche Treppen ohne Geländer und metallene Leitern ziemlich steil bergauf. Wanderschuhe sind ab hier definitiv eine gute Investition.

Augenöffner Schrammsteine

Einen gefühlt ewig andauernden Aufstieg später hatten wir die Schrammsteine endlich vor uns. Da im Elbsandsteingebirge irgendwie alle Felsen aus dem Boden wachsen wie steinerne Pilze, ging es auch von unserer Aussicht aus ziemlich steil abwärts. Zwar sind an den wichtigsten Punkten Geländer angebracht, jedoch auch nicht überall. Wer mit Höhenangst zu kämpfen hat, der sollte wohl etwas Abstand halten. Alle anderen dagegen genießen den Augenöffner, der sich ihnen bietet.

Schrammsteine: Das Zielfoto
Ein wahrer Augenöffner! Wer genau hinschaut, erkennt links auf der Felsnadel wagemutige Bergsteiger – fast noch faszinierender als die Landschaft selbst.

Das krasse Felsmassiv der Schrammsteine schlägt von den Aussichten aus einen Haken durch die bewaldete Landschaft. Etwas ab des Gebirgskamms ragt einzeln der Falkenstein aus dem Boden. Der Sonne-Wolken-Mix überzog die malerische Landschaft mit einem Teppich aus Licht und Schatten, was die bunte Herbstlandschaft besonders schön zur Geltung brachte.

Profifotografen haben jetzt natürlich einen Verlaufsfilter dabei, um die schwierige Lichtsituation zu bewältigen. Alle anderen haben keinen … so wie ich. Trotzdem sind mir viele Aufnahmen gelungen, die ich immer wieder gerne anschaue. Ein gutes Weitwinkelobjektiv gehört aber auf jeden Fall zur Pflichtausstattung, am besten sogar ein Ultra-Weitwinkel. Die 12mm an meiner MFT-Kamera (24mm auf Kleinbild gerechnet) waren da gerade ausreichend. Weniger wäre aber auf jeden Fall mehr gewesen.

Man muss kein Fan der Landschaftsfotografie sein, um sich für dieses Naturkunstwerk begeistern zu können, wie man hoffentlich sieht. Aber als solcher wollte ich mit dem Fotografieren gar nicht mehr aufhören. Meine Freundin war vielleicht schon leicht genervt, ich hätte aber noch gern bis zum Sonnenuntergang weitergemacht. Dann hätten wir allerdings im Dunkeln absteigen müssen – über die erwähnten unheimlichen Treppen und Leitern.

Das war auch mir dann doch nichts und so machten wir uns schließlich wieder an den Abstieg. Immerhin gelang auf dem Rückweg noch ein schönes Landschaftsfoto über die Elbe hinweg:

Schrammsteine: Elbpanorama
Ab und an lohnt ein kleiner Umweg, wenn er solche Panoramen zu Tage fördert.

Urlaub in Bad Schandau

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Frei nach diesem Ausspruch dachten meine Freundin und ich, ein kurzer Trip in die Sächsische Schweiz wäre doch eine Überlegung wert. Schnell Google Maps gecheckt, was liegt wo, und irgendwie liegt das Örtchen Bad Schandau ziemlich genau in der Mitte von allem. Zumindest mittig genug, um auch ohne Auto die nähere Umgebung zu erkunden – immer dabei natürlich der Fotorucksack, denn, woah, gibt es dort viel Sehens- und Fotografierenswertes! Weil ich innerhalb einer Woche wirklich viele Bilder gemacht habe, werde ich die Sache ein bisschen aufteilen. Im ersten Teil soll es darum einfach mal um den Ort Bad Schandau an sich gehen.

Von Berlin aus lässt sich Bad Schandau prima per Zug erreichen. Einfach in den Euro City hüpfen und direkt am Zielort wieder raus, ganz ohne Umstieg. Weil mein Geburtstag anstand, überreichte mir meine Freundin auf dem Weg dorthin bereits einen Teil meines Geschenks: Nämlich das »Zielfoto«-Magazin des YouTube-Fotografen Stephan Wiesner (von dem ich einen großen Teil dessen gelernt habe, was ich kann). Die Vorfreude war ohnehin groß, nun war sie eben größer. Diese Ausgabe des Magazins befasst sich speziell mit der Fotografie in der Sächsischen Schweiz. Perfekt, um auf dem Weg also schon mal zu stöbern, was wir uns in den kommenden Tagen alles anschauen würden.

Kein Netz in Bad Schandau

Als wir in Bad Schandau ankamen, erst mal der Schreck: Kein! Internet! Meine Freundin und ich haben E-Netz-Verträge. Leider kann man nicht nur in Bad Schandau, sondern in der ganzen Gegend das mobile Internet komplett vergessen, wenn man bei O2 oder einem der Reseller ist. Wenn überhaupt eine Verbindung zustande kommt, dann so langsam, dass man den Bits und Bytes beim Schlendern zuschauen kann. Daher mein Tipp an alle E-Netzler: Kauft euch vorher eine Karte oder ladet euch eine gute App mit Offline-Karten auf euer Smartphone. Gerade wenn man durchs Gebirge wandert, ist es doch unerlässlich zu wissen, wo man sich befindet – auch wenn alles im Elbsandsteingebirge wirklich gut ausgeschildert ist.

Bad Schandau an sich ist ansonsten ein kleines, feines Örtchen. Vom Bahnhof aus gelangt man per Fähre über die Elbe in den Ortskern. Hier lag auch unsere Ferienwohnung. 2002 wurde Bad Schandau Opfer der Flutkatastrophe. An einigen Häusern sind Schilder angebracht, die den Pegelstand dokumentieren. Der Ortskern lag komplett unter Wasser! Anschließend hat man aber offenbar alles restauriert, sodass heute nichts mehr von der Flut zu sehen ist. Selbst der Altstadtcharme blieb erhalten. Dennoch waren die Schilder sehr eindrücklich.

Fotografieren leicht gemacht

Wer in Bad Schandau fotografieren möchte, hat es nicht allzu schwer. Gerade abends zur »blauen Stunde« im Lichte der Laternen lässt sich die Altstadtstimmung schön einfangen. Ein Stativ ist dann natürlich Pflicht.

Ganz besonders toll lässt sich der Ort vom historischen Personenaufzug aus ablichten. Dieser befindet sich am östlichen Stadtausgang und kann für einen kleinen Obolus für eine Fahrt nach oben verwendet werden, wo übrigens auch ein kleines Luchsgehege auf Besucher wartet. Sparfüchse und sportliche Fotografen gehen alternativ den kleinen Pfad westlich des Aufzugs hoch. Der Aufstieg dauert vielleicht zehn Minuten und ist auch mit Fotorucksack leicht zu bewerkstelligen.

Direkt neben dem Aufzug hat man die beste Sicht auf den Ort. Es war in meinem Fall bereits abends, die Lichter gingen an und die Scheinwerfer der fahrenden Autos versprachen schöne Lichtspuren. Und als das Licht gerade am interessantesten wurde, kam ein Angestellter und machte den Pfad zum Aufzug dicht. »Oh, nun muss ich auch weg, oder?«, fragte ich schon enttäuscht. »Nein, Sie können ruhig bleiben, müssen dann aber über den Zaun klettern.« Super, dachte ich, das würde kein Problem werden. Also konnte ich mich beruhigt wieder an meine Langzeitbelichtung machen. Heraus kamen zwei meiner Lieblingsbilder dieses Urlaubs. Neben meinem Zielfoto, dem Panorama des abendlichen Bad Schandau, war das der Aufzug selbst, der abends herrlich stimmig beleuchtet wird. Die hübschen lila Wölkchen taten in dem Moment ihr Übriges. Das erfreut das Fotografenherz. 🙂

Verlassene Orte: Die Beelitz-Heilstätten

Verlassene Orte üben einen ganz besonderen Reiz auf uns aus. Verfallene Gebäude ragen aus der Natur wie riesige Grabsteine. Vor unserem geistigen Auge spielen sich Geschichten ab wie kurze Filme: Wer hat hier wohl mal gelebt? Welche Schicksale führten die Menschen hier weg? Waren die Einwohner glücklich oder lebten sie in Sorge? Es sind morbide Orte, wo Leben und Verfall aufeinandertreffen. Uns Menschen fasziniert das, besonders wenn die Natur bereits begonnen hat, sich ihr Revier zurückzuerobern. Frei nach dem Motto: Am Ende siege ich eben doch!

Die Beelitz-Heilstätten sind nun ein ganz besonders morbider Ort. Hier wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts Tuberkulose-Patienten untergebracht. Wem nun spontan Serien wie »American Horror Story« einfallen: Genau SO sieht es dort aus. Man kann sich gut vorstellen, wie der eine oder andere Geist über durch die düsteren Räume huscht. Im Zweiten Weltkrieg wurde die als Lazarett genutzte Anlage teils schwer beschädigt und heute kann man die verfallenen Reste eben als Tourist bewundern.

Ach ja, wem eine riesige verfallene Lungenklinik noch nicht gruselig genug ist, dem sei ein Blick in den zugehörigen Wikipedia-Artikel empfohlen. Innerhalb der letzten Jahrzehnte kam es nämlich auch immer wieder zu Verbrechen: Es gab Morde und sogar Selbstmorde in und um die Anlage. Ideales und viel genutztes Fotografen-Eldorado also! 😉

Knipsen in den Beelitz-Heilstätten?

Leider kommt man nicht ohne Weiteres in die alten Gebäude der Beelitz-Heilstätten hinein. Zwar werden Besichtigungstouren angeboten, diese sind aber natürlich kostenpflichtig und müssen auch vorher angemeldet und gebucht werden. Interessanter ist da schon die Möglichkeit, auch spezielle Fototouren zu buchen. Vorteil: Die besichtigende Meute bleibt hinter den Stativen und rennt nicht ins Motiv. Ich denke drüber nach, eine solche Tour nachzuholen.

Wer das auch erwägt, dem seien hier ein paar Tipps vorab ans Herz gelegt:

  1. Bringt unbedingt ein Stativ mit. Selbst wenn man tagsüber in den Gebäuden die Hand vor Augen sehen kann, reicht das Licht noch lange nicht für eine verwackelungsfreie Aufnahme aus der Hand.
  2. Ich würde unbedingt ein Weitwinkelobjektiv mitnehmen, um die morbide Kulisse am stimmungsvollsten einzufangen. Derzeit habe ich maximal 24mm Kleinbildäquivalent, aber das ist da wohl fast schon zu eng. 14mm KB-Äquivalent wären sicherlich ideal. Schaut halt mal, was es für eure Kamera gibt.
  3. Kabelfernauslöser nicht vergessen! Um alles scharf aufs Bild zu bekommen, ist eine geschlossene Blende Pflicht, was die Belichtungszeiten zusätzlich verlängert. Das Auslösen an der Kamera könnte das Bild verwackeln. Die Alternative wären 2 Sekunden Selbstauslöser, aber will schon jedes Mal warten, bis die Kamera mal auslöst?

Um die Häuser schleichen

Ganz ohne gebuchte Tour geht es von außen. Im Gegensatz zum Baumkronenpfad muss man auch keinen Eintritt zahlen, um aufs Gelände zu kommen. Leider stehen Zäune um die Häuser, die mitunter das Motiv verhageln. Durch die üppige Vegetation lässt sich das ein bisschen kaschieren, alternativ fotografiert ihr eben durch die Lücken der Stabmattenzäune. 😉 Und wenn alles nicht geht, dann lässt sich in Lightroom und Co. immer noch ein dunkler Verlaufsfilter über den Zaun legen, was zusätzlich düstere Stimmung schafft.

Hier ein paar ausgewählte Bilder meiner letzten Tour. Für den Look habe ich mir ein Preset gebastelt. Den Schwarzwertregler habe ich nach oben gezogen, den für die Weißwerte ganz nach unten. Heraus kommt eine Art HDR-ähnlicher Look, der auch gut in den Vorspann von »The Walking Dead« passen würde. Ist aber natürlich auch immer eine Geschmacksfrage.

Auf dem Beelitzer Baumkronenpfad

Wer als Hauptstädter mal außerhalb von Berlin »knipsen« will, sollte unbedingt nach Beelitz fahren. Nicht nur finden sich dort die berühmten verfallen Heilstätten – eine Kulisse wie aus einem Horrorfilm – sondern auch der Baumkronenpfad.

Der ist gerade im Herbst, wenn das Laub sich bunt verfärbt, eine kleine Tour wert: Über den Baumkronen des Laubmischwaldes wurde ein Pfad angelegt, der in Teilen sogar durch eine ausgebrannte Ruine der Heilstätten hindurchführt. Der Pfad ist aus stabilem Metall konstruiert und überall gibt es Geländer. Selbst mit Höhenangst sollte eine Besichtigung also kein großes Problem darstellen.

Rund um den Baumkronenpfad

Die Anreise ist problemlos per Bahn möglich. Die Heilstätten haben einen eigenen Bahnhof, der nur wenige Fußminuten vom Heilstättengelände entfernt ist. Das Gelände selbst kann gratis betreten werden, auch eine Tour rund um die verfallen Häuser des Komplexes ist problemlos möglich. Rein kommt man dagegen nur mit speziellen Guides und gegen Bares. Auch Fototouren werden angeboten (muss ich mal nachholen).

Auf den Baumkronenpfad kommt man dann leider nicht mehr gratis. Der Eintritt beträgt 9 Euro pro Nase und wer nicht mit Kindern kommt und entsprechend keine Ermäßigung bekommen kann, der geht am besten durch die Schnellkasse, statt sich anzustellen. Achtung: Wer nicht auf überteuerte Currywurst und Co. steht, sollte sich vielleicht Brote und Getränke einpacken. Wer die Butterstulle vergessen hat, kann dort aber auch ganz prima ein Stück Kuchen und ein Bier genießen. (Ja, Bier und Kuchen … Das geht! Wahlweise natürlich auch Kaffee.)

Bei schönem Wetter ist der Baumkronenpfad rappelvoll! Dem Nicht-Fotografen ist das vielleicht egal, allen anderen empfehle ich, etwas später anzureisen. Erstens ist das Gelände nicht sonderlich groß, sodas man ratzfatz durch ist, zweitens leert sich der Bereich abends rapide (bis auf die Fotoenthusiasten, die bleiben natürlich und stehen im Weg rum) und drittens gibt es gerade zur »goldenen Stunde« ja sowieso das beste Licht.

Und die Impressionen …

Fotografieren kann man auf dem Gelände eigentlich überall ganz prima. Wer unbedingt den Baumkronenpfad so ablichten will, wie alle (und ich) es tun, der klettert am besten ganz hoch auf den Turm, über den man auf den Pfad selbst gelangt. Von oben kann man prima auf die Konstruktion und die bunten Bäume »zielen«.

Natürlich soll dieser Beitrag nicht frei von Bildern bleiben. Drum hier eine kleine Auswahl. Ich habe noch viele weitere und werde demnächst wohl noch ein paar Worte und Fotos zu den verfallen Ruinen nachschieben.

Herbstfotografie in Altglienicke

Letztes Jahr ging das Thema Herbstfotografie leider irgendwie ungeknipst an mir vorüber. Dieses Jahr habe ich mich dafür gleich mehrfach am Thema versucht. Neulich waren meine Freundin und ich nämlich in Beelitz und drehten eine Runde auf dem Baumkronenpfad. Den Bericht dazu gibt es dann die Tage, sobald ich Zeit finde, ein paar Bilder auszuwählen (immerhin 60 Stück haben es in meine Sammlung geschafft).

Für Fotografiebegeisterte mit Freude an der Natur ist der Herbst natürlich ein ganz besonderes Schauspiel. Ganz kurz nur kleiden die Bäume sich in die buntesten Farben, bevor sie vor dem nahenden Winter resignieren und kahl werden. All das Rot und Gold, als wollte die Natur uns versöhnlich sagen, es sei schon alles nicht so schlimm. Die große Dürre dieses Jahres, alle Katastrophen, die da noch kommen mögen, doch jetzt wird erst mal Farbe bekannt.

Wozu in die Ferne schweifen …

Da ich der Meinung bin, dass man für schöne Bilder nicht immer unbedingt weit fahren muss, wollte ich mich doch auch direkt vor der Haustür mal dem Herbst widmen. Eigentlich hätte ich es sogar gern zum Sonnenaufgang versucht, allerdings schien an besagtem Tag leider erstens morgens die Sonne nicht und zweitens bin ich einfach viel zu verpennt, um zu unchristlicher Zeit mit der Kamera durchs feuchte Gras zu stapfen.

Daher hieß das Motto also einmal mehr »Goldene Stunde«, bzw. eben dieses Mal »Herbstfotografie zur goldenen Stunde«. Viel ist nicht dabei herausgekommen und sicher landen die Bilder nicht in meinen Top 10, aber ich finde, die aktuelle Herbststimmung in meinem Wohnort fangen sie doch ganz gut ein.

Ein Rundgang durch die Altstadt Köpenick

Gestern, am Tag der Deutschen Einheit, fiel mir wirklich die Decke auf den Kopf. Natürlich hätte ich problem in die Innenstadt fahren und mir die Feierlichkeiten anschauen können, klar. Aber ganz ehrlich? Als Berliner ersäuft man ja schon an normalen Werktagen regelrecht in Menschen. So entschied ich mich, das ganze Brimborium elegant zu ignorieren. Dennoch wollte ich unbedingt ein wenig vor die Tür. Gegen Abend brach zudem die Sonne durch die Wolken und tauchte alles in wunderbar goldenes Licht. Drum beschloss ich, Kamera und Stativ zusammenzupacken und noch einmal der Altstadt Köpenick einen Besuch abzustatten.

Erwartungsgemäß waren hier weniger Menschen anzutreffen als es sonst an Feiertagen oder auch an Freitagabenden vielleicht der Fall gewesen wäre. So konnte ich mein Stativ relativ frei überall dort aufbauen, wo ich gerade wollte. Die Altstadt Köpenick ist wirklich sehr, sehr schön! Wer als Fotograf die Augen offenhält, entdeckt immer wieder das eine oder andere Detail, das es wert ist, abgelichtet zu werden. Mit Stativ kam ich mir allerdings etwas arg auffällig vor, sodass ich mich auf wenige zumeist langzeitbelichtete Aufnahmen beschränkte. Ich werde wohl mit meiner geliebten 17mm-Festbrennweite noch mal dort vorbeischneien und als Tourist getarnt die alten Gassen erkunden.

Die Altstadt Köpenick in Bildern

Bis dahin hier eine kleine Galerie meiner gestrigen Tour. Ich habe noch einmal das Schloss abgelichtet, diesmal zur »Goldenen Stunde«. Außerdem ist mir eines meiner neuen Lieblingsbilder geglückt, nämlich das Rathaus, das ziemlich zentral in der Altstadt zu finden ist. Direkt vor der Tür steht der berühmte »Hauptmann von Köpenick« und begrüßt Bittsteller wie flanierende Spaziergänger. Für die Aufnahme habe ich mittels HDR-Funktion meiner Kamera mehrere Bilder erstellt und in der Postproduktion in Lightroom zusammengesetzt. Dies erlaubte mir, den maximal möglichen Dynamikumfang zu nutzen. Gerade die Schatten ließen sich so schön herausarbeiten. Die Stimmung hat, wie ich finde, etwas Magisches an sich.

Makrofotografie: Bienchen und Blümchen

Würde mich jemand fragen, auf welche Art der Fotografie man sich als Einsteiger stürzen sollte, ich würde wohl die Makrofotografie vorschlagen. Speziell Naturmakros, denn kaum eine andere Motivart gibt derart schnell schönen Ergebnisse her. Die Kamera wird durch das Makroobjektiv zur Lupe. Feinste Details, für das Auge normalerweise kaum sichtbar, bannt der Sensor aufs Foto. Ein Gänseblümchen am Straßenrand wird in der Großaufnahme zum faszinierenden Wunder der Natur. Wer als Fotografieanfänger auf der Suche nach der Motivation ist, kann sie hier mit hoher Wahrscheinlichkeit finden.

Was mich daran so fasziniert? Als Fotograf werde ich eins der Umwelt. Während ich durch Wald und Wiesen schleiche, achte ich auf Dinge, die wir alle sonst für selbstverständlich halten. Doch in der Makrofotografie ist nichts selbstverständlich, alles ist besonders. Nichts ist entspannender, als sich ausgiebig zu überlegen, wie sich diese Blume oder jenes Insekt am besten in Szene setzen lässt. Der schnelllebige Alltag bleibt draußen, der Stress des Bürojobs fällt von mir ab. All das bietet mir die Makrofotografie wie keine andere Art der Fotografie. Ich bringe die Zeit mit, die Natur hat sie ohnehin.

Regeln der Makrofotografie

So esoterisch das alles klingen mag, ganz ohne Voraussetzungen und Regeln geht’s dann aber doch nicht. Zuerst einmal lohnt es sich, zumindest die einfachsten Prinzipien der Makrofotografie verstehen zu lernen. Was unterscheidet ein gutes Foto von einem beliebigen? Dabei empfiehlt sich wie so oft: Lies ein Buch! Hier kann ich »Die Fotoschule in Bildern – Makrofotografie« sehr empfehlen. Das Buch ist nicht sehr theoretisch, sondern lässt mehrere Fotografen ihre Bilder präsentieren und dazu erklären, wie sie diese aufgenommen und was sie selbst dabei beachtet haben. Learning by doing quasi. Man lernt viel dazu und hat auch noch Spaß beim Anschauen der unglaublich tollen Fotos.

Ist die Theorie klar, muss leider ein wenig Geld in die Hand genommen werden. Ohne Makroobjektiv geht es nicht. Normale Objektive bekommen die Auflösung nicht hin, bzw. haben sie keine derart geringe Naheinstellgrenze. Kurz gesagt: Ich komme mit einem normalen Objektiv nicht so nah an mein Motiv heran, da es dann nicht mehr scharf stellt. Solche Objektive gibt es für alle System- und Spiegelreflexkameras. Für die Makrofotografie in der Natur gilt die Devise. Je länger die Brennweite, desto besser, denn gerade Insekten flüchten, wenn man ihnen zu nahe kommt. Leider sind die Linsen dann aber auch umso teurer. Ich selbst verwende aktuell aus Kostengründen leider nur ein 30mm Makroobjektiv. Tipp für den Objektivkauf: Mit etwa 90mm aufs Vollformat gerechnet lassen sich schon schöne Ergebnisse erzielen, ohne dass man den Insekten die Linse in den Nacken drücken muss.

Womit wir bei der wichtigsten Regel wären: Macht nichts kaputt! Als Makrofotograf bin ich nur als stiller Beobachter in der Natur, also verhalte ich mich auch so. Wenn ich merke, ich scheuche Insekten nur unnötig auf, dann lasse ich sie in Ruhe suche mir ein anderes Ziel. Außerdem sollten Blumen und andere Pflanzen nicht herausgerissen werden, nur weil sie anderswo vielleicht einen schöneren Hintergrund hätten.

Und damit wären wir bei Regel Nummer 2: Achtet auf die Komposition. Ein gutes Makrofoto ist idealerweise aus der Froschperspektive aufgenommen und nicht von oben drauf. Dabei muss man sich hin und wieder ziemlich verrenken, aber das gehört dazu. Ein Kippdisplay an der Kamera ist in der Makrofotografie daher Gold wert. Außerdem sollte ein gutes Makrofoto einen Vordergrund, einen Mittelteil mit Hauptmotiv und einen Hintergrund (meist schön unscharf) haben. Ausnahmen gibt es natürlich immer und nicht immer lässt sich diese Regel umsetzen. Im Zweifel ist jedes Foto besser als keines.

Letzte Regel, die ich zu beachten versuche: Wenn Insekten das Motiv sind, sollte man ihre Augen auf dem Bild scharf sehen können. Klar, der knackscharf abgelichtete Hintern einer gerade flüchtenden Hummel hat auch was für sich, ihr als Betrachter in die Augen schauen zu können, macht aber deutlich mehr her. Dennoch auch hier: Der Hummelhintern ist im Zweifel besser als gar kein Bild.

Makrofotografie im heimischen Garten

Der diesjährige Sommer war die Hölle für die Natur. Der Herbst ist da nicht besser, denn zumindest im Raum Berlin-Brandenburg rafft eine seit April noch immer anhaltende Dürre die Umwelt zusehends dahin. Nicht nur dass sich kaum mehr Wildblumen finden lassen, auch Insekten sind dieses Jahr rar (und leider auch Vögel). Das menschgemachte Insektensterben tut hier ein Übriges.

Wir haben unter anderem auch deswegen im heimischen Garten vor allem Pflanzen, die Bienen und Hummeln anziehen. An schönen Tagen summt und brummt es, dass es eine helle Freude ist. Und so konnte ich trotz Umweltkatastrophe auch in diesem Jahr einigermaßen der Makrofotografie frönen, wie auch heute. Hier ein paar Ergebnisse meiner wirklich kurzen Fototour. 😉 Nicht alle sind perfekt und ziehen in meine Top 10 ein, aber ich hatte meinen Spaß.

Das Schloss Köpenick zur »blauen Stunde«

Nach einem gefühlt unendlich langen Sommer habe ich mich in den letzten Tagen doch sehr über die Wolken gefreut, die endlich mal wieder den Himmel hier bedeckten. Für Fotografen natürlich doof, es sei denn, man plant vielleicht, ein Foto zur »blauen Stunde« aufzunehmen. Blaue Stunde? Das ist, wie der Name schon sagt, der Moment zwischen Tag und Nacht, in dem es noch nicht richtig dunkel ist, jedoch hauptsächlich das blaue Spektrum des Lichts reflektiert wird. Ich hoffe, ich das soweit korrekt wiedergegeben.

Blaue Stunde: Einer vom Pferd
Die Altstadt kann sich sehen lassen. Ich werde mich dort sicher noch mal blicken lassen.

Ein wolkenverhangener Himmel zumindest ist dann kein so großes Problem mehr. Daher schwang ich mich gestern auf den Drahtesel und radelte nach Köpenick, um das dortige Schloss zur blauen Stunde zu fotografieren. Ich hatte ein recht ähnliches Bild im Internet gefunden und dachte mir, hey, das probierst du auch mal. Gesagt, getan! Ich war natürlich viel zu früh da, sodass ich mich noch ein wenig nach weiteren Locations umschauen konnte. Die Köpenicker Altstadt ist ja recht schön, drum werde ich dort wohl demnächst noch mal ein wenig Tourist mit Kamera spielen.

Als die blaue Stunde herangerückt bzw. es dunkel genug war (fast schon zu dunkel, so im Nachhinein betachtet), hatte ich mich mitsamt Kamera und Stativ (Pflicht!) auf einem kleinen Steg positioniert. Ich verwendete das M.Zuiko 12-40mm Pro, ein großartiges, knackscharf abbildendes Objektiv. (Zum Thema Objektive, und was ich so benutze, werde ich demnächst vielleicht auch noch mal was schreiben.) Durch das wenige Licht musste ich automatisch mehrere Sekunden lang belichten, sodass das Wasser schön glatt wirkt. Leider sieht man wegen des inzwischen etwas zu dunklen Himmels keine sonstigen Wasserspiegelungen mehr, aber das Resultat gefällt mir trotzdem ganz gut.

Festbrennweiten? Wozu das denn?

Als ich mit dem Fotografieren anfing, fand ich reine Zoom-Objektive sehr praktisch. Klar, wer seine erste Kamera kauft, bekommt ja üblicherweise auch gleich ein brauchbares Kit-Objektiv dazu. Dieses deckt schon mal den Brennweitenbereich ab, mit dem man anfangs ohnehin fast ausschließlich experimentieren möchte. Festbrennweiten dagegen fand ich lange Zeit wahnsinnig unpraktisch weil unflexibel, sieht man mal von Makroobjektiven ab. Auch heute noch finde ich Zoom-Objektive praktischer und dennoch habe ich mir neulich eine Festbrennweite gekauft.

Festbrennweiten: M.Zuiko 17mm 1:1.8
href=”https://www.phan-thomas.de/wp-content/uploads/2018/08/IMG_4300.jpg”> Macht an der kleinen OM-D E-M10 Mk. II doch einiges her.[/
Das Olympus M.Zuiko 17mm 1:1.8 ist es geworden. Warum dieses? Es ist wahnsinnig klein, wahnsinnig leicht und hat mit F1.8 eine schöne Offenblende, mit der sich auch an einem Micro-Four-Thirds-Sensor freigestellte Motive erzielen lassen. Außerdem sind 17mm an Micro Four Thirds eine sehr praktische Brennweite. Durch den Crop-Faktor kommt man nämlich auf den Bildausschnitt eines 34mm-Objektivs an einer Vollformatkamera – eine sogenannte Reportagebrennweite. Man kann damit immer noch einigermaßen gut Landschaften und Gebäude einfangen, da der Bildausschnitt noch nicht zu eng ist. Gleichzeitig lassen sich Situationen sehr gut im Bild festhalten, bspw. Personen in ihrem aktuellen Umfeld, wenn es eben kein Portrait sein soll. Praktischerweise hat das M.Zuiko 17mm auch einen pfeilschnellen Autofokus sowie einen sehr geschmeidigen Fokusring fürs manuelle Scharfstellen. So macht das Fotografieren definitiv Spaß. Der Preis des Objektivs ist mit über 400 Euro aber definitiv zu hoch fürs Gebotene. Nur so viel, ich hab weniger bezahlt, aber ein Schnäppchen war das Objektiv trotzdem nicht, zumal seine Abbildungsleistung jetzt auch nicht zur absoluten Oberklasse im MFT-Segment zählt. Warum ich es nun aber gekauft habe? Also …

Gute Gründe für Festbrennweiten

  1. Man hört auf, sich seine Welt »zurechtzuzoomen«. Ein Zoom ist ja nicht vorwiegend dazu gedacht, alles näher heranzuholen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, sondern dazu, eine andere Perspektive einzufangen. Mit einer Festbrennweite fällt dieser vermeintliche Komfort weg. Ich musste mir Motive auf der ersten Testtour jedes Mal erarbeiten: Hier ein paar Schritte vor, da ein paar Schritte zurück – die Erfahrung war eine völlig andere als mit einem Standard-Zoom. Ein bisschen frustrierend zu Beginn, aber auch sehr faszinierend zum Schluss.
  2. Sie fördern die Kreativität. In Anbetracht des fehlenden Zooms muss ich mir stets was Neues einfallen lassen, um meine Bilder interessant wirken zu lassen. Statt ständig am Zoom-Ring herumzudrehen, experimentiere ich lieber mit dem Motiv, lasse mir Zeit, lerne dazu.
  3. Dass Festbrennweiten meistens klein und leicht sind – gerade im Vergleich zu ihren Zoom-Geschwistern – habe ich oben ja schon erwähnt. Durch ihre Festlegung auf eine Brennweite sind sie eben keine Kompromisslösungen und können somit meist kompakter gebaut werden.
  4. Sie sind lichtstark. Wie erwähnt, kommt mein M.Zuiko 17mm mit einer Blende von F1.8 daher. Das ist noch mal deutlich mehr als mein eh schon lichtstarkes M.Zuiko 12-40mm Pro, das »nur« eine durchgehende Blende von F2.8 besitzt. (Übrigens gibt es das 17mm sogar noch als F1.2-Variante, aber hier laufen meiner Meinung nach sowohl Gewicht als auch der Preis aus dem Ruder.) Damit ist es für Low-Light-Situationen bestens geeignet, also für kurze Belichtungszeiten mit niedrigem ISO-Wert in dunklen Umgebungen.
  5. Sie haben meist eine bessere Abbildungsleistung als Zoom-Objektive. Das hier erwähnte 17mm-Objektiv gewinnt zwar nicht den Schärfepreis, dennoch ist die Bildqualität tadellos (vor allem die Lichtsterne haben es mir angetan). Und grundsätzlich gilt dieser Punkt eben schon, da Festbrennweiten eben, wie gesagt, keine Kompromisslösungen sind, sondern spezialisiert weil fixiert auf ihre Brennweite.
  6. Sie sind günstig. Okaaay, sie sind nicht günstig. Meines zumindest war nicht günstig. Aber oft sind sie es schon, besonders, wenn man zum Vergleich ein Zoom-Objektiv heranzieht, das bei selber Brennweite eine ähnlich niedrige Offenblende besitzen soll. Gerade im hohen Brennweitenbereich werden die Preise für vergleichbare Zoom-Objektive schnell vierstellig. Daher ist es manchmal lohnenswerter, lieber eine lichtstarke Festbrennweite zu kaufen als ein teures Zoom, das man sowieso meistens nur für dieselben Motivarten verwendet.

Die erste Testtour

Weil ich in letzter Zeit nicht so recht zum Fotografieren kam, war ich schon etwas gefrustet, schließlich wollte ich das neue Objektiv ausgiebig testen. Das Sternspurfoto aus dem letzten Post habe ich zwar auch schon damit aufgenommen, aber dafür habe ich es ja eigentlich nicht gekauft.

Am Sonntag jedoch war endlich etwas Zeit. Ich ließ nichts anbrennen und fuhr also zum Alexanderplatz, um ein paar Testfotos aufzunehmen. In dem Getümmel dort findet sich eigentlich immer was zum »Knipsen« und falls nicht, soll es dort ja diesen komischen Turm geben. Hier also das Resultat. Besonders gefällt mir übrigens der einheitliche Bildlook, der durch die immer gleiche Brennweite entsteht.

Sternspuren statt Sternschnuppen

In Berlin haben Hobbyfotografen es nicht leicht, wenn sie in der Perseidennacht auf Sternschnuppenjagd gehen. Die Lichtverschmutzung ist so hoch, dass selbst bei Neumond mit bloßem Auge fast gar keine Sterne zu erkennen sind. Da ich nun aber die Kamera schon parat hatte, dachte ich, versuche ich mich doch an was anderem: Am Fotografieren von Sternspuren nämlich.

Diese bekommt man, wenn man sein Himmelsmotiv (zu) lange belichtet: Statt Sternen hat man wegen der Erddrehung plötzlich kleine Schweife im Bild. Je nach verwendeter Brennweite tritt dieser Effekt früher oder später auf. Faustregel für die Belichtungszeit, wenn man diese Schweife nicht haben will: 500 / Brennweite * Cropfaktor der Kamera.

In meinem Fall wollte ich sie aber haben, also stellte ich die Belichtungszeit auf 30 Sekunden. Genug für mich, um Sternspuren statt nur Sterne einfangen zu können. Da mein verwendetes 17mm-Objektiv (34mm KB-Äquivalent) eine Anfangsblende von F1.8 hat, konnte ich den ISO getrost auf dem niedrigsten Wert belassen (200 in meinem Fall) und musste später nichts entrauschen. Die Kamera nahm so definitiv mehr Sterne auf, als ich mit meinen Augen wahrnehmen konnte.

Gut Sternspur will Weile haben.

Da nun 30 Sekunden aber natürlich noch längst nicht genug sind, um wirklich lange Sternspuren einfangen zu können, muss man ziemlich viele Bilder machen. Meine Olympus OM-D E-M10 hat glücklicherweise einen sehr feinen Modus, der dies für mich übernimmt: Alle 30 Sekunden wird ein Foto aufgenommen. Die Lichtunterschiede werden jeweils nur ins erste Foto »gemalt«. Dies geschieht so lange, bis ich die Aufnahme unterbreche. Ich habe also eine geschlagene Stunde belichtet und kam so wohl auf 120 Einzelfotos für meine Aufnahme. Ganz schön frisch draußen, wenn man so lange herumsteht. 😉 Falls deine Kamera einen solchen Modus übrigens nicht hat, musst du tatsächlich viele, viele Einzelfotos aufnehmen und diese hinterher mit einer Software zusammenfügen. Das geht bspw. mit Photoshop oder mit Startrails. In diesem Fall brauchst du aber unbedingt einen Fernauslöser, um nicht zu verwackeln.

Immer auf den Vordergrund achten

Weil ich nun von der Dachterrasse aus keine besonders schöne Kulisse habe, entschied ich mich, die Hausdächer gegenüber als Vordergrund zu verwenden. Denn wie immer gilt: Ganz ohne Vordergrund sind auch Fotos von Sternspuren relativ langweilig. Mit 30 Sekunden bei Offenblende waren die beleuchteten Fassaden und das Laternenlicht natürlich gnadenlos überbelichtet. Daher nahm ich hinterher ein letztes Bild mit Blende F10 und 10 Sekunden Belichtungszeit auf. Dadurch bekam ich einen hübschen Lichtstern in der Laterne (einen schönen Vordergrund ergibt das alles immer noch nicht, aber immerhin).

Anschließend arbeitete ich die Lichter in Lightroom etwas heraus und fügte beide Bilder in Photoshop zusammen. Dafür maskierte ich die zweite Aufnahme und malte nur die korrekt belichteten Häuser in mein Ursprungsbild.

Sicher kein Jahrhundertfoto, aber für den ersten Versuch, wie ich finde, gar nicht mal so schlecht. 🙂