Herbstfotografie in Altglienicke

Letztes Jahr ging das Thema Herbstfotografie leider irgendwie ungeknipst an mir vorüber. Dieses Jahr habe ich mich dafür gleich mehrfach am Thema versucht. Neulich waren meine Freundin und ich nämlich in Beelitz und drehten eine Runde auf dem Baumkronenpfad. Den Bericht dazu gibt es dann die Tage, sobald ich Zeit finde, ein paar Bilder auszuwählen (immerhin 60 Stück haben es in meine Sammlung geschafft).

Für Fotografiebegeisterte mit Freude an der Natur ist der Herbst natürlich ein ganz besonderes Schauspiel. Ganz kurz nur kleiden die Bäume sich in die buntesten Farben, bevor sie vor dem nahenden Winter resignieren und kahl werden. All das Rot und Gold, als wollte die Natur uns versöhnlich sagen, es sei schon alles nicht so schlimm. Die große Dürre dieses Jahres, alle Katastrophen, die da noch kommen mögen, doch jetzt wird erst mal Farbe bekannt.

Wozu in die Ferne schweifen …

Da ich der Meinung bin, dass man für schöne Bilder nicht immer unbedingt weit fahren muss, wollte ich mich doch auch direkt vor der Haustür mal dem Herbst widmen. Eigentlich hätte ich es sogar gern zum Sonnenaufgang versucht, allerdings schien an besagtem Tag leider erstens morgens die Sonne nicht und zweitens bin ich einfach viel zu verpennt, um zu unchristlicher Zeit mit der Kamera durchs feuchte Gras zu stapfen.

Daher hieß das Motto also einmal mehr »Goldene Stunde«, bzw. eben dieses Mal »Herbstfotografie zur goldenen Stunde«. Viel ist nicht dabei herausgekommen und sicher landen die Bilder nicht in meinen Top 10, aber ich finde, die aktuelle Herbststimmung in meinem Wohnort fangen sie doch ganz gut ein.

Ein Rundgang durch die Altstadt Köpenick

Gestern, am Tag der Deutschen Einheit, fiel mir wirklich die Decke auf den Kopf. Natürlich hätte ich problem in die Innenstadt fahren und mir die Feierlichkeiten anschauen können, klar. Aber ganz ehrlich? Als Berliner ersäuft man ja schon an normalen Werktagen regelrecht in Menschen. So entschied ich mich, das ganze Brimborium elegant zu ignorieren. Dennoch wollte ich unbedingt ein wenig vor die Tür. Gegen Abend brach zudem die Sonne durch die Wolken und tauchte alles in wunderbar goldenes Licht. Drum beschloss ich, Kamera und Stativ zusammenzupacken und noch einmal der Altstadt Köpenick einen Besuch abzustatten.

Erwartungsgemäß waren hier weniger Menschen anzutreffen als es sonst an Feiertagen oder auch an Freitagabenden vielleicht der Fall gewesen wäre. So konnte ich mein Stativ relativ frei überall dort aufbauen, wo ich gerade wollte. Die Altstadt Köpenick ist wirklich sehr, sehr schön! Wer als Fotograf die Augen offenhält, entdeckt immer wieder das eine oder andere Detail, das es wert ist, abgelichtet zu werden. Mit Stativ kam ich mir allerdings etwas arg auffällig vor, sodass ich mich auf wenige zumeist langzeitbelichtete Aufnahmen beschränkte. Ich werde wohl mit meiner geliebten 17mm-Festbrennweite noch mal dort vorbeischneien und als Tourist getarnt die alten Gassen erkunden.

Die Altstadt Köpenick in Bildern

Bis dahin hier eine kleine Galerie meiner gestrigen Tour. Ich habe noch einmal das Schloss abgelichtet, diesmal zur »Goldenen Stunde«. Außerdem ist mir eines meiner neuen Lieblingsbilder geglückt, nämlich das Rathaus, das ziemlich zentral in der Altstadt zu finden ist. Direkt vor der Tür steht der berühmte »Hauptmann von Köpenick« und begrüßt Bittsteller wie flanierende Spaziergänger. Für die Aufnahme habe ich mittels HDR-Funktion meiner Kamera mehrere Bilder erstellt und in der Postproduktion in Lightroom zusammengesetzt. Dies erlaubte mir, den maximal möglichen Dynamikumfang zu nutzen. Gerade die Schatten ließen sich so schön herausarbeiten. Die Stimmung hat, wie ich finde, etwas Magisches an sich.

Das Schloss Köpenick zur »blauen Stunde«

Nach einem gefühlt unendlich langen Sommer habe ich mich in den letzten Tagen doch sehr über die Wolken gefreut, die endlich mal wieder den Himmel hier bedeckten. Für Fotografen natürlich doof, es sei denn, man plant vielleicht, ein Foto zur »blauen Stunde« aufzunehmen. Blaue Stunde? Das ist, wie der Name schon sagt, der Moment zwischen Tag und Nacht, in dem es noch nicht richtig dunkel ist, jedoch hauptsächlich das blaue Spektrum des Lichts reflektiert wird. Ich hoffe, ich das soweit korrekt wiedergegeben.

Blaue Stunde: Einer vom Pferd
Die Altstadt kann sich sehen lassen. Ich werde mich dort sicher noch mal blicken lassen.

Ein wolkenverhangener Himmel zumindest ist dann kein so großes Problem mehr. Daher schwang ich mich gestern auf den Drahtesel und radelte nach Köpenick, um das dortige Schloss zur blauen Stunde zu fotografieren. Ich hatte ein recht ähnliches Bild im Internet gefunden und dachte mir, hey, das probierst du auch mal. Gesagt, getan! Ich war natürlich viel zu früh da, sodass ich mich noch ein wenig nach weiteren Locations umschauen konnte. Die Köpenicker Altstadt ist ja recht schön, drum werde ich dort wohl demnächst noch mal ein wenig Tourist mit Kamera spielen.

Als die blaue Stunde herangerückt bzw. es dunkel genug war (fast schon zu dunkel, so im Nachhinein betachtet), hatte ich mich mitsamt Kamera und Stativ (Pflicht!) auf einem kleinen Steg positioniert. Ich verwendete das M.Zuiko 12-40mm Pro, ein großartiges, knackscharf abbildendes Objektiv. (Zum Thema Objektive, und was ich so benutze, werde ich demnächst vielleicht auch noch mal was schreiben.) Durch das wenige Licht musste ich automatisch mehrere Sekunden lang belichten, sodass das Wasser schön glatt wirkt. Leider sieht man wegen des inzwischen etwas zu dunklen Himmels keine sonstigen Wasserspiegelungen mehr, aber das Resultat gefällt mir trotzdem ganz gut.

Festbrennweiten? Wozu das denn?

Als ich mit dem Fotografieren anfing, fand ich reine Zoom-Objektive sehr praktisch. Klar, wer seine erste Kamera kauft, bekommt ja üblicherweise auch gleich ein brauchbares Kit-Objektiv dazu. Dieses deckt schon mal den Brennweitenbereich ab, mit dem man anfangs ohnehin fast ausschließlich experimentieren möchte. Festbrennweiten dagegen fand ich lange Zeit wahnsinnig unpraktisch weil unflexibel, sieht man mal von Makroobjektiven ab. Auch heute noch finde ich Zoom-Objektive praktischer und dennoch habe ich mir neulich eine Festbrennweite gekauft.

Festbrennweiten: M.Zuiko 17mm 1:1.8
href=”https://www.phan-thomas.de/wp-content/uploads/2018/08/IMG_4300.jpg”> Macht an der kleinen OM-D E-M10 Mk. II doch einiges her.[/
Das Olympus M.Zuiko 17mm 1:1.8 ist es geworden. Warum dieses? Es ist wahnsinnig klein, wahnsinnig leicht und hat mit F1.8 eine schöne Offenblende, mit der sich auch an einem Micro-Four-Thirds-Sensor freigestellte Motive erzielen lassen. Außerdem sind 17mm an Micro Four Thirds eine sehr praktische Brennweite. Durch den Crop-Faktor kommt man nämlich auf den Bildausschnitt eines 34mm-Objektivs an einer Vollformatkamera – eine sogenannte Reportagebrennweite. Man kann damit immer noch einigermaßen gut Landschaften und Gebäude einfangen, da der Bildausschnitt noch nicht zu eng ist. Gleichzeitig lassen sich Situationen sehr gut im Bild festhalten, bspw. Personen in ihrem aktuellen Umfeld, wenn es eben kein Portrait sein soll. Praktischerweise hat das M.Zuiko 17mm auch einen pfeilschnellen Autofokus sowie einen sehr geschmeidigen Fokusring fürs manuelle Scharfstellen. So macht das Fotografieren definitiv Spaß. Der Preis des Objektivs ist mit über 400 Euro aber definitiv zu hoch fürs Gebotene. Nur so viel, ich hab weniger bezahlt, aber ein Schnäppchen war das Objektiv trotzdem nicht, zumal seine Abbildungsleistung jetzt auch nicht zur absoluten Oberklasse im MFT-Segment zählt. Warum ich es nun aber gekauft habe? Also …

Gute Gründe für Festbrennweiten

  1. Man hört auf, sich seine Welt »zurechtzuzoomen«. Ein Zoom ist ja nicht vorwiegend dazu gedacht, alles näher heranzuholen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, sondern dazu, eine andere Perspektive einzufangen. Mit einer Festbrennweite fällt dieser vermeintliche Komfort weg. Ich musste mir Motive auf der ersten Testtour jedes Mal erarbeiten: Hier ein paar Schritte vor, da ein paar Schritte zurück – die Erfahrung war eine völlig andere als mit einem Standard-Zoom. Ein bisschen frustrierend zu Beginn, aber auch sehr faszinierend zum Schluss.
  2. Sie fördern die Kreativität. In Anbetracht des fehlenden Zooms muss ich mir stets was Neues einfallen lassen, um meine Bilder interessant wirken zu lassen. Statt ständig am Zoom-Ring herumzudrehen, experimentiere ich lieber mit dem Motiv, lasse mir Zeit, lerne dazu.
  3. Dass Festbrennweiten meistens klein und leicht sind – gerade im Vergleich zu ihren Zoom-Geschwistern – habe ich oben ja schon erwähnt. Durch ihre Festlegung auf eine Brennweite sind sie eben keine Kompromisslösungen und können somit meist kompakter gebaut werden.
  4. Sie sind lichtstark. Wie erwähnt, kommt mein M.Zuiko 17mm mit einer Blende von F1.8 daher. Das ist noch mal deutlich mehr als mein eh schon lichtstarkes M.Zuiko 12-40mm Pro, das »nur« eine durchgehende Blende von F2.8 besitzt. (Übrigens gibt es das 17mm sogar noch als F1.2-Variante, aber hier laufen meiner Meinung nach sowohl Gewicht als auch der Preis aus dem Ruder.) Damit ist es für Low-Light-Situationen bestens geeignet, also für kurze Belichtungszeiten mit niedrigem ISO-Wert in dunklen Umgebungen.
  5. Sie haben meist eine bessere Abbildungsleistung als Zoom-Objektive. Das hier erwähnte 17mm-Objektiv gewinnt zwar nicht den Schärfepreis, dennoch ist die Bildqualität tadellos (vor allem die Lichtsterne haben es mir angetan). Und grundsätzlich gilt dieser Punkt eben schon, da Festbrennweiten eben, wie gesagt, keine Kompromisslösungen sind, sondern spezialisiert weil fixiert auf ihre Brennweite.
  6. Sie sind günstig. Okaaay, sie sind nicht günstig. Meines zumindest war nicht günstig. Aber oft sind sie es schon, besonders, wenn man zum Vergleich ein Zoom-Objektiv heranzieht, das bei selber Brennweite eine ähnlich niedrige Offenblende besitzen soll. Gerade im hohen Brennweitenbereich werden die Preise für vergleichbare Zoom-Objektive schnell vierstellig. Daher ist es manchmal lohnenswerter, lieber eine lichtstarke Festbrennweite zu kaufen als ein teures Zoom, das man sowieso meistens nur für dieselben Motivarten verwendet.

Die erste Testtour

Weil ich in letzter Zeit nicht so recht zum Fotografieren kam, war ich schon etwas gefrustet, schließlich wollte ich das neue Objektiv ausgiebig testen. Das Sternspurfoto aus dem letzten Post habe ich zwar auch schon damit aufgenommen, aber dafür habe ich es ja eigentlich nicht gekauft.

Am Sonntag jedoch war endlich etwas Zeit. Ich ließ nichts anbrennen und fuhr also zum Alexanderplatz, um ein paar Testfotos aufzunehmen. In dem Getümmel dort findet sich eigentlich immer was zum »Knipsen« und falls nicht, soll es dort ja diesen komischen Turm geben. Hier also das Resultat. Besonders gefällt mir übrigens der einheitliche Bildlook, der durch die immer gleiche Brennweite entsteht.

Sternspuren statt Sternschnuppen

In Berlin haben Hobbyfotografen es nicht leicht, wenn sie in der Perseidennacht auf Sternschnuppenjagd gehen. Die Lichtverschmutzung ist so hoch, dass selbst bei Neumond mit bloßem Auge fast gar keine Sterne zu erkennen sind. Da ich nun aber die Kamera schon parat hatte, dachte ich, versuche ich mich doch an was anderem: Am Fotografieren von Sternspuren nämlich.

Diese bekommt man, wenn man sein Himmelsmotiv (zu) lange belichtet: Statt Sternen hat man wegen der Erddrehung plötzlich kleine Schweife im Bild. Je nach verwendeter Brennweite tritt dieser Effekt früher oder später auf. Faustregel für die Belichtungszeit, wenn man diese Schweife nicht haben will: 500 / Brennweite * Cropfaktor der Kamera.

In meinem Fall wollte ich sie aber haben, also stellte ich die Belichtungszeit auf 30 Sekunden. Genug für mich, um Sternspuren statt nur Sterne einfangen zu können. Da mein verwendetes 17mm-Objektiv (34mm KB-Äquivalent) eine Anfangsblende von F1.8 hat, konnte ich den ISO getrost auf dem niedrigsten Wert belassen (200 in meinem Fall) und musste später nichts entrauschen. Die Kamera nahm so definitiv mehr Sterne auf, als ich mit meinen Augen wahrnehmen konnte.

Gut Sternspur will Weile haben.

Da nun 30 Sekunden aber natürlich noch längst nicht genug sind, um wirklich lange Sternspuren einfangen zu können, muss man ziemlich viele Bilder machen. Meine Olympus OM-D E-M10 hat glücklicherweise einen sehr feinen Modus, der dies für mich übernimmt: Alle 30 Sekunden wird ein Foto aufgenommen. Die Lichtunterschiede werden jeweils nur ins erste Foto »gemalt«. Dies geschieht so lange, bis ich die Aufnahme unterbreche. Ich habe also eine geschlagene Stunde belichtet und kam so wohl auf 120 Einzelfotos für meine Aufnahme. Ganz schön frisch draußen, wenn man so lange herumsteht. 😉 Falls deine Kamera einen solchen Modus übrigens nicht hat, musst du tatsächlich viele, viele Einzelfotos aufnehmen und diese hinterher mit einer Software zusammenfügen. Das geht bspw. mit Photoshop oder mit Startrails. In diesem Fall brauchst du aber unbedingt einen Fernauslöser, um nicht zu verwackeln.

Immer auf den Vordergrund achten

Weil ich nun von der Dachterrasse aus keine besonders schöne Kulisse habe, entschied ich mich, die Hausdächer gegenüber als Vordergrund zu verwenden. Denn wie immer gilt: Ganz ohne Vordergrund sind auch Fotos von Sternspuren relativ langweilig. Mit 30 Sekunden bei Offenblende waren die beleuchteten Fassaden und das Laternenlicht natürlich gnadenlos überbelichtet. Daher nahm ich hinterher ein letztes Bild mit Blende F10 und 10 Sekunden Belichtungszeit auf. Dadurch bekam ich einen hübschen Lichtstern in der Laterne (einen schönen Vordergrund ergibt das alles immer noch nicht, aber immerhin).

Anschließend arbeitete ich die Lichter in Lightroom etwas heraus und fügte beide Bilder in Photoshop zusammen. Dafür maskierte ich die zweite Aufnahme und malte nur die korrekt belichteten Häuser in mein Ursprungsbild.

Sicher kein Jahrhundertfoto, aber für den ersten Versuch, wie ich finde, gar nicht mal so schlecht. 🙂

Berlin: Spaziergang durchs Regierungsviertel

Bei der aktuellen Hitze fällt es schwer, aktiv zu bleiben. Doch während die Sonne Berlin tagsüber derzeit lähmt, laden die lauen Abende zum einen oder anderen Spaziergang ein. Immer dabei natürlich die Kamera (und rein zufällig ein Stativ *hust*).

Wer Locations in Berlin sucht, wird schnell fündig. Und wer keine Zeit dazu hat, unternimmt einfach einen Abstecher ins Regierungsviertel. Zugegeben, die Fotomotive sind dann nicht wahnsinnig innovativ, aber schön anzusehen sind sie allemal. Netter Nebeneffekt: Wer wie ich schon länger in Berlin lebt, bekommt so die Möglichkeit, sich mal wieder wie einer der vielen Touristen zu fühlen.