Ein Rundgang durch die Altstadt Köpenick

Gestern, am Tag der Deutschen Einheit, fiel mir wirklich die Decke auf den Kopf. Natürlich hätte ich problem in die Innenstadt fahren und mir die Feierlichkeiten anschauen können, klar. Aber ganz ehrlich? Als Berliner ersäuft man ja schon an normalen Werktagen regelrecht in Menschen. So entschied ich mich, das ganze Brimborium elegant zu ignorieren. Dennoch wollte ich unbedingt ein wenig vor die Tür. Gegen Abend brach zudem die Sonne durch die Wolken und tauchte alles in wunderbar goldenes Licht. Drum beschloss ich, Kamera und Stativ zusammenzupacken und noch einmal der Altstadt Köpenick einen Besuch abzustatten.

Erwartungsgemäß waren hier weniger Menschen anzutreffen als es sonst an Feiertagen oder auch an Freitagabenden vielleicht der Fall gewesen wäre. So konnte ich mein Stativ relativ frei überall dort aufbauen, wo ich gerade wollte. Die Altstadt Köpenick ist wirklich sehr, sehr schön! Wer als Fotograf die Augen offenhält, entdeckt immer wieder das eine oder andere Detail, das es wert ist, abgelichtet zu werden. Mit Stativ kam ich mir allerdings etwas arg auffällig vor, sodass ich mich auf wenige zumeist langzeitbelichtete Aufnahmen beschränkte. Ich werde wohl mit meiner geliebten 17mm-Festbrennweite noch mal dort vorbeischneien und als Tourist getarnt die alten Gassen erkunden.

Die Altstadt Köpenick in Bildern

Bis dahin hier eine kleine Galerie meiner gestrigen Tour. Ich habe noch einmal das Schloss abgelichtet, diesmal zur »Goldenen Stunde«. Außerdem ist mir eines meiner neuen Lieblingsbilder geglückt, nämlich das Rathaus, das ziemlich zentral in der Altstadt zu finden ist. Direkt vor der Tür steht der berühmte »Hauptmann von Köpenick« und begrüßt Bittsteller wie flanierende Spaziergänger. Für die Aufnahme habe ich mittels HDR-Funktion meiner Kamera mehrere Bilder erstellt und in der Postproduktion in Lightroom zusammengesetzt. Dies erlaubte mir, den maximal möglichen Dynamikumfang zu nutzen. Gerade die Schatten ließen sich so schön herausarbeiten. Die Stimmung hat, wie ich finde, etwas Magisches an sich.

2 Gedanken

  1. G’day, Thomas.
    Mit Menschenmengen kann man/frau mich auch solide jagen; meine einmaligen Erfahrungen (wie Oktoberfest oder Frankfurter Buchmesse) sind hierzu auch nicht die besten. Der Beobachter in mir zeiht dann gern die Reißleine. Öffentliche Feierlichkeiten schon zweimal nicht – yikes!

    Die Magie des großen Fotos unterschreibe ich Dir. Der in Gold getauchte Vorplatz sieht aus wie mit der Zahnbürste gereinigt, Die Schnörkel-Lampe scheint dabei ihre Wärme direkt auf die Statue darunter zu verteilen. Der falsche Hauptmann sieht zudem aus, als würde er gleich weitergehen wollen.
    Beim ersten Blick assoziierte ich mit dem Hauptmann glatt einen Ritter der Kokosnuß. 🙂
    Apropos – habe ich Dir gegenüber bereits Terry Gilliams neuen Film erwähnt?

    bonté

    post scriptum
    Ein linder Tippo in der zweiten Zeile – problem(los)…?

    1. Hallo RoM,

      verdammt, wer mogelt denn immer die Tippfehler in die Texte? Ich war sicher, der war vorher nicht drin. 😉
      Die Altstadt Köpenick ist für Berliner Verhältnisse tatsächlich recht sauber, wenn man nicht gerade durch die Einkaufsstraßen ringsherum flaniert. Ist auch immer fast, als wäre man gar nicht in Berlin, sondern in irgendeiner brandenburgischen mittelgroßen Stadt mit preußischem Anstrich (nicht dass es da so viele davon gäbe). Vielleicht bin ich als Exil-Brandenburger auch gerade deswegen recht gern dort unterwegs.

      Bzgl. Terry Gilliam: Ich hab letztens ein Interview mit ihm gelesen. Er hat diesen für mich typisch britischen Pragmatismus in seinen Gedanken und schafft es, Dinge mit wenigen Sätzen auf den Punkt zu bringen, hat aber auch eine nicht ganz ausblendbare Angry-old-man-Attitüde an sich. Erinnerte mich an Terry Pratchett, wenn er seinerzeit mal zu gesellschaftlichen Themen interviewt wurde. Vielleicht liegt es auch am Vornamen. 😉 Um seinen neuen Film (Du meinst doch »The Man Who Killed Don Quixote«, oder?) ging es dabei auch, vor allem um die Probleme, die er damit hatte. Hab den bisher nicht gesehen, ich stelle beim Anschauen des Trailers aber gerade fest, dass mir ein gewisser Regisseur vom Gesicht her bekannt vorkommt. 😉

      Viele Grüße
      Thomas

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.