Unterwegs in Berlin Mitte & ein Fauxpas

Da ich nicht mehr so ganz neu in der Fotografie unterwegs bin, traue ich mich inzwischen auch mal mit der Kamera samt Zubehör vor die Tür – und vor allem auch nicht mehr nur alleine. Umso mehr habe ich mich gefreut, im Büro einen Gleichgesinnten gefunden zu haben, mit dem ich ab und an auf Tour gehen kann. Neulich waren wir abends in Berlin Mitte unterwegs. Ganz ohne Ziel, reines »Location Scouting«.

Eigentlich bin ich kein Freund dieser Touren ohne Zielbild. Ich bin kein sonderlich strukturierter Mensch, dafür aber recht zielgerichtet. Normalerweise überlege ich mir vorher, was ich gerne fotografieren möchte. Ich gehe dann los, versuche, genau das geplante Bild in den Kasten zu kriegen, und wenn ich das geschafft habe, sind alle weiteren Fotos quasi »nice to have«.

Trotz fehlendem Ziel sind diesmal ein paar Bilder herausgekommen, die ich recht gerne mag. Fast, als hätte ich sie geplant. Hier also die schönsten Fotos unserer kleinen Fototour durch Berlin Mitte.

Berlin Mitte: Der Berliner Fernsehturm
Ganz bestimmt noch nie fotografiert. 😉 Leider ohne hübsche Wolken, dafür im goldenen Abendlicht.
Berlin Mitte: Licht und Schatten
Eigentlich nur ein Testfoto. Der schönen Lichtstimmung wegen habe ich es dann dennoch behalten.
Berlin Mitte: Rosa Abendhimmel
Kein allzu schönes Motiv, aber ist der Himmel nicht wunderbar rosa? Mittels ND64-Filter war trotz hellem Himmel eine Langzeitbelichtung möglich.
Berlin Mitte: Bunte Spree
Ich habe die Gunst der Stunde genutzt und das vorbeifahrende Ausflugsboot für bunte Lichtspuren zweckentfremdet.
Berlin Mitte: Das Bode-Museum
Eine Nahaufnahme des Bode-Museums, das direkt an der Spree gelegen ist.

Der ISO-Fauxpas

Wenn ich meine Kamera einschalte, checke ich erst einmal die Einstellungen. Ich experimentiere auch zu Hause gerne mal mit der Kameratechnik und verstelle dabei eben auch so Einiges. Dummerweise habe ich das Wichtigste diesmal nicht geprüft: den ISO-Wert! Bis zum letzten obigen Foto hatte ich leider alle Bilder mit einem ISO-Wert über 1000 aufgenommen – trotz Stativ und Langzeitbelichtung. Völlig unnötig also und ein dummer Anfängerfehler, der aber wohl jedem mal passiert. Zum Glück war unsere Tour durch Berlin Mitte noch nicht vorbei und prompt entstanden die beiden schönsten Aufnahmen des Abends auch erst nach der ISO-Korrektur:

Berlin Mitte: Das Bode-Museum im Abendlicht
Bei dem schönen Kontrast zwischen dunklem Himmel und goldenem Licht macht es gar nichts, dass die Bäume noch kahl sind. Eindeutig mein Lieblingsfoto dieses Abends.
Berlin Mitte: Sternspuren am Fernsehturm
Die Idee hatte eigentlich mein Begleiter, allerdings hatte er nicht die richtige Technik dabei. Das Foto entstand aus ca. 250 Einzelaufnahmen, die in der Kamera zu einem Foto verrechnet wurden.

Neue Linsen braucht das Land

Und weil ich noch ein ganz neues Objektiv dabei hatte, mit dem sich schöne Portraitaufnahmen machen lassen, testete ich auch dieses zum Abschluss noch schnell. Da kein Fotomodel zugegen war, musste die Skulptur in einem leeren Springbrunnen herhalten:

Berlin Mitte: Portrait am Springbrunnen
Kein Knallerfoto, aber die neue Linse macht definitiv Spaß. Vielleicht mehr dazu demnächst.

2 Gedanken

  1. Sali, Thomas.
    Habe ich bereits den feinen Aufbau Deiner Post-Seiten lobend erwähnt. Gut durchdacht, lesefreundlich & für die ausgiebige Betrachtung mehr als sinnig. Hier hat sich Wer Gedanken gemacht.

    Was Dein jeweiliges “Ziel” angeht, so vermute ich ja stark die Jagdinstinkte der Altvorderen in Dir ruhend (die sind ja auch mit dem Wissen der Erfahrung auf Beutesuche gegangen).
    Foto 1 wirkt wieder sehr futuristisch (die Aufnahme vom planetaren Space-port).
    Foto 2 könnte gut & gerne den Titel tragen “Es ist jemand da, bei Herrschaftens Zuhause”. (*)
    Foto 3 – durch die Farbstimmung kommt direkt die Stimmung eines Gemäldes auf.
    Foto 4 – hier wirkt das grüne Kielwasser besonders reizvoll; vermutlich weil es im Kontrast zu den strengen, oberen Lichtspuren steht. Gut kombiniert also.
    Foto 5 – ich empfinde das Licht in Gebäuden stets als weitaus wärmer, als es in der Realität des Ortes der Fall ist. Wohl ein alter Trick der Farbfotografie…
    Foto 6 – die erwähnte Kahlheit der Uferbäume ist ein wunderbarer Kontrast zur nüchternen Strenge einer Gebäudearchtektur (einmal von Hundertwasser abgesehen 🙂). Zumal ja auch das Wasser wie ein künstlicher Spiegel wirkt. Wäre vielleicht reizvoll den Ort durch die weiteren Jahreszeiten hindurch festzuhalten…
    Foto 7 – die Bewegung (der Erde) durch den Raum wird hier sehr plastisch wiedergegeben. Der Turm wirkt dabei wie ein Heischen um fremde Aufmerksamkeit: “Wir sind hier. Wir bauen solche Dinger. Ist da Wer?!”

    Oh ja – die hohe Kunst der Portraitfotographie (ich hege ja eine Schwäche dafür, mir solche anzusehen).
    Eine gute Zufallspirsch also!

    bonté

    (*)sorry, ich assoziiere wieder drei in der Gegend herum

    1. Hallo RoM,

      besten Dank erst mal. 🙂 Ich habe mir irgendwann mal ein SEO-Plugin installiert. Nicht, dass ich dadurch mehr Aufrufe hätte, aber es hilft mir, kürzere Sätze zu schreiben und vor allem keine allzu langen Absätze zu fabrizieren. Ich persönlich bin ja ein Freund des verschwurbelten Siebenzeilers, aber nur dann, wenn ich ihn selbst geschrieben habe, fürchte ich. Dass so was nicht jedem gefällt, lernt man dann eben doch irgendwann.

      Zu deinen Anmerkungen: Es stimmt, in »echt« wirken die Lichter selten so warm wie auf Bildern. Um ehrlich zu sein, wirken sie wohl auch auf Bildern nicht so, es sei denn, man verwendet ein entsprechendes Profil. Da ich aber eigentlich immer nur die Rohdaten aus der Kamera ziehe und die Entwicklung der Bilder selbst vornehme, liegt es ja an mir, wie kühl oder warm ich die Lichter haben möchte (faszinierende Spielerei übrigens). Ich finde, wenn man schon künstliches Licht im Bild hat, darf es ruhig etwas heimelig wirken – es sei denn, man möchte dystopische Stimmung erzeugen. So ganz kalt waren die Lichter in Wahrheit nun aber auch nicht.

      Portraifotografie ist so ein Feld, das ich wohl bis auf weiteres nicht wirklich beackern werde – sieht man von geplanten Katzenportraits im Sommer mal ab. Die eine oder andere Skulptur gerne, aber echte Menschen … Ich schätze, da kommt mir meine scheue Art ins Gehege. Abgesehen davon habe ich ja gerade deswegen Gefallen an der Fotografie gefunden, weil ich dabei zumeist nicht mit Menschen interagieren muss. 😀

      Viele Grüße
      Thomas

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