Kurzurlaub in Hamburg

Anfang April unternahmen meine Freundin und ich eine Reise nach Hamburg. Obwohl die Stadt mit dem ICE von Berlin aus relativ bequem zu erreichen ist, waren wir bisher nicht länger dort gewesen. Zeit wurde es also, das mal nachzuholen. Und wie das inzwischen so ist, wenn wir auf Reise gehen: Der Fotorucksack durfte selbstverständlich nicht fehlen. 😉

Da wir aber vorwiegend im Hamburg waren, um Urlaub zu machen und natürlich(!) ins Musical zu gehen und uns das »Miniatur Wunderland« anzuschauen (zu dem ich demnächst noch einen eigenen kleinen Beitrag verfassen werde), hielt ich mich für meine Verhältnisse mit dem Fotografieren weitestgehend zurück. So entstand am ersten Abend auch nur dieses eine Foto vom Teehaus im Japanischen Garten des Parks »Planten un Blomen«.

Planten un Blomen
Das Teehaus: Ein wirklich schönes Motiv eigentlich, leider an diesem Abend ohne stimmungsvolle Lichtkulisse.

Den Fernsehturm im Hintergrund habe ich am Folgetag noch mal direkt davor stehend abgelichtet. Aber hey, wir haben hier den Berliner Fernsehturm, insofern fand ich das Ding jetzt nur so mittelspannend.

Heinrich-Hertz-Turm
Den Heinrich-Hertz-Turm nennt man auch »Telemichel«. Noch bot der Himmel ein paar Wolken, doch das sollte sich ändern …

Hamburg Hafen

Als Nichthamburger hat man immer das Gefühl, die Menschen, die in Hamburg leben, glauben, sie wohnen am Meer. Überall sieht man Ankersymbole, Fisch bekommt man an jeder Ecke und überhaupt scheinen die Hamburger wahnsinnig stolz auf ihren Hafen zu sein, der doch eigentlich nur an einem Fluss liegt. Aber was soll ich sagen? Es fühlt sich wirklich ein bisschen an, als wäre man an der See. Riesige Kreuzfahrtschiffe werden hier zusammengeklöppelt oder geparkt. Sogar ein Schaufelraddampfer, die »MS Louisiana Star« fährt immer mal wieder vorbei.

Hamburger Hafen
Ein Blick auf den Hafen mitsamt Elbphilharmonie. Im Vordergrund schaufelt sich die »MS Louisiana Star« vorbei.

Für den obigen Blick lohnt es sich übrigens, einfach mal zu Fuß durch den »Alten Elbtunnel« zu gehen, den man von den Landungsbrücken aus erreicht. Leider war eine Seite des Tunnels gerade im Bau, sodass die verbliebene Röhre recht überfüllt war. Gar nicht so einfach daher, die Länge des Tunnels zu erfassen, ohne dass einem hundert Touristen ins Bild rennen.

Der Alte Elbtunnel
Eine ziemlich lange Röhre. Man vergisst beim Marsch durch den Alten Elbtunnel glatt, dass man gerade unter gigantischen Wassermaßen hindurchgeht.

Ach ja, und wenn man schon mal Hamburg unsicher macht, dürfen natürlich auch dicke Möwen nicht fehlen.

Was guckste so?
Diese Möwe schien sich ehrlich über den merkwürdigen Typ mit der Kamera zu wundern.

Zum ersten Mal konnte ich hier auch meine neue Olympus OM-D E-M1 Mark II etwas intensiver am lebenden Objekt testen. Fliegende Möwen zu fotografieren ist jetzt nicht ganz schwer, weil die Biester gerne langsam gegen den Wind segeln, aber trotzdem machte sich der schnelle kontinuierliche Autofokus hier echt bezahlt. Wenn ich jetzt noch Profi-Telezoom hätte …

Möwe im Flug
Mit kontinuierlichem Autofokus der E-M1 kein Problem.

Hafencity und Elbphilharmonie

Nachdem meine Freundin am Ende eines langen Wandertages schon ziemlich platt war, zog ich noch einmal allein los und machte die »HafenCity« sowie speziell die Elphilharmonie unsicher. Mit Stativ und Kamera im Anschlag ging ich pünktlich zum Sonnenuntergang an den Schalter, um eine Karte für die Aussichtsplattform der Elbphilharmonie zu lösen. Die nette Dame an der Kasse drückte mir das Ticket in die Hand und meinte nur lächelnd: »Kostet nichts.« Wunderbar, also nichts wie rauf!

Oben angekommen war ich erst mal ein wenig enttäuscht von der Aussicht. Man guckt halt, tja, auf die Elbe auf der einen und die Stadt auf der anderen Seite. Hätte der Himmel wenigstens schöne Wolkenstrukturen geboten … Doch als Tourist muss man eben nehmen, was man kriegt. Zumindest der Himmel färbte sich später noch wunderbar orange.

Wasser, soweit man blicken kann
Ein Blick auf die Elbe. Speziell zum Sonnenuntergang wird’s hier sehr stimmig.
Zwei Giraffen und drei AT-AT Walker
Als die Sonne schon verschwunden war, bot sich diese wunderbare Silhouette. Man könnte meinen, einige abgemagerte AT-AT Walker würden hier neben zwei riesigen Robogiraffen parken. 😉 Ein ungeplantes Lieblingsfoto.

Auch an Langzeitbelichtungen habe ich mich natürlich versucht. Leider wirken die nur halb so spannend, wenn der Himmel keine Wolken im Programm hat. Trotzdem! Filter drauf, und los ging es.

Langzeitbelichtung im Hamburger Hafen
Die Kulisse lädt zur Langzeitbelichtung ein. Leider aber ohne Wolken am ansonsten hübsch eingefärbten Himmel.

Prompt näherte sich ein Mann und kroch mir fast schon in die Kamera. Als ich ihn verblüfft anschaute, meinte er nur: »Ah, das ist ja tatsächlich ein Haida-Filter.« Ich guckte wohl noch verwunderter und meinte nur: »Klar, warum nicht?« Darauf sagte er, es gäbe ja schließlich auch genug Alternativen und dass er den Deutschlandvertrieb leite. »Wir sitzen hier um die Ecke. Kommste aus Hamburg?«, fragte er und drückte mir seine Visitenkarte in die Hand und dass ich mich doch mal melden solle. Zufälle gibt’s!

Ein paar Minuten später verhalf ich noch einem weiteren Fotografen zu einem Bild mit seiner Freundin und sich. Dafür drückte er mir seine Kamera – gleiches Modell wie meine – in die Hand und meinte nur: »Bedienung müsste ja klar sein.« Hinterher fachsimpelten wir noch ein wenig und dann machte wieder jeder seine Bilder. Auch das liebe ich an der Fotografie: Diese kleinen Begegnungen mit anderen Enthusiasten.

Nach dem Abstieg stand der Mond bereits weit oben am Himmel. Es war noch nicht dunkel, und bevor ich mein geplantes Zielfoto machte, hielt ich noch einmal an, um die Elbphilharmonie in Szene zu setzen.

Elbphilharmonie mit Mond
Das Glas reflektierte den violetten Himmel, dazu der Mond … Es fing an, Spaß zu machen.
Die Elbphilharmonie
Man kann davon halten was man will, aber die Elbphilharmonie ist einfach ein imposantes Bauwerk. Notiz an mich selbst: Ein Ultra-Weitwinkel kaufen!

Das Zielfoto in der Speicherstadt

Eigentlich war ich nur so lange unterwegs, um nach Sonnenuntergang dieses eine Bild zu machen, das wirklich jeder Fotograf aufnimmt, der nach Hamburg kommt: Das Wasserschloss in der Speicherstadt! Und so war es dann auch: Als ich um die Ecke bog und auf die Brücke zuging, von der aus man das Foto machen kann, waren dort bereits fünf Fotografen und eine Drone(!) zugange. Aber auch wenn es keine innovative Aufnahme ist, der Ausflug hat sich für das Resultat, wie ich finde, trotzdem gelohnt.

Das Wasserschloss
Ja, das Foto sieht quasi immer nahezu gleich aus, aber viele Varianten hat man hier auch wirklich nicht. Trotzdem mag ich es sehr.

Als ich fertig war, wurde es allmählich wirklich dunkel. Klar, in einer glitzernden Großstadt ist es nie ganz finster, aber wenn man sich nicht so gut auskennt, wird einem doch immer ein bisschen mulmig – mir zumindest. Drum machte ich mich flugs auf den Heimweg, aber nicht, ohne noch ein, zweimal halt zu machen, um die Lichtstimmung rund ums Rathaus einzufangen.

Das Hamburger Rathaus
Der Mond hatte mich zum Rathaus begleitet. Hier musste ich leider mit stürzenden Linien fotografieren, aber in diesem Fall passt’s ganz gut, wie ich finde.
Kleine Alster
Selbes Gebäude, andere Perspektive. Ich habe versucht, die Kleine Alster noch ein wenig mit einzubeziehen. Leider war es sehr windig, sodass ich nach diesem letzten Bild zusammenpackte und in die Bahn verschwand.

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