Makrofotografie: Bienchen und Blümchen

Würde mich jemand fragen, auf welche Art der Fotografie man sich als Einsteiger stürzen sollte, ich würde wohl die Makrofotografie vorschlagen. Speziell Naturmakros, denn kaum eine andere Motivart gibt derart schnell schönen Ergebnisse her. Die Kamera wird durch das Makroobjektiv zur Lupe. Feinste Details, für das Auge normalerweise kaum sichtbar, bannt der Sensor aufs Foto. Ein Gänseblümchen am Straßenrand wird in der Großaufnahme zum faszinierenden Wunder der Natur. Wer als Fotografieanfänger auf der Suche nach der Motivation ist, kann sie hier mit hoher Wahrscheinlichkeit finden.

Was mich daran so fasziniert? Als Fotograf werde ich eins der Umwelt. Während ich durch Wald und Wiesen schleiche, achte ich auf Dinge, die wir alle sonst für selbstverständlich halten. Doch in der Makrofotografie ist nichts selbstverständlich, alles ist besonders. Nichts ist entspannender, als sich ausgiebig zu überlegen, wie sich diese Blume oder jenes Insekt am besten in Szene setzen lässt. Der schnelllebige Alltag bleibt draußen, der Stress des Bürojobs fällt von mir ab. All das bietet mir die Makrofotografie wie keine andere Art der Fotografie. Ich bringe die Zeit mit, die Natur hat sie ohnehin.

Regeln der Makrofotografie

So esoterisch das alles klingen mag, ganz ohne Voraussetzungen und Regeln geht’s dann aber doch nicht. Zuerst einmal lohnt es sich, zumindest die einfachsten Prinzipien der Makrofotografie verstehen zu lernen. Was unterscheidet ein gutes Foto von einem beliebigen? Dabei empfiehlt sich wie so oft: Lies ein Buch! Hier kann ich »Die Fotoschule in Bildern – Makrofotografie« sehr empfehlen. Das Buch ist nicht sehr theoretisch, sondern lässt mehrere Fotografen ihre Bilder präsentieren und dazu erklären, wie sie diese aufgenommen und was sie selbst dabei beachtet haben. Learning by doing quasi. Man lernt viel dazu und hat auch noch Spaß beim Anschauen der unglaublich tollen Fotos.

Ist die Theorie klar, muss leider ein wenig Geld in die Hand genommen werden. Ohne Makroobjektiv geht es nicht. Normale Objektive bekommen die Auflösung nicht hin, bzw. haben sie keine derart geringe Naheinstellgrenze. Kurz gesagt: Ich komme mit einem normalen Objektiv nicht so nah an mein Motiv heran, da es dann nicht mehr scharf stellt. Solche Objektive gibt es für alle System- und Spiegelreflexkameras. Für die Makrofotografie in der Natur gilt die Devise. Je länger die Brennweite, desto besser, denn gerade Insekten flüchten, wenn man ihnen zu nahe kommt. Leider sind die Linsen dann aber auch umso teurer. Ich selbst verwende aktuell aus Kostengründen leider nur ein 30mm Makroobjektiv. Tipp für den Objektivkauf: Mit etwa 90mm aufs Vollformat gerechnet lassen sich schon schöne Ergebnisse erzielen, ohne dass man den Insekten die Linse in den Nacken drücken muss.

Womit wir bei der wichtigsten Regel wären: Macht nichts kaputt! Als Makrofotograf bin ich nur als stiller Beobachter in der Natur, also verhalte ich mich auch so. Wenn ich merke, ich scheuche Insekten nur unnötig auf, dann lasse ich sie in Ruhe suche mir ein anderes Ziel. Außerdem sollten Blumen und andere Pflanzen nicht herausgerissen werden, nur weil sie anderswo vielleicht einen schöneren Hintergrund hätten.

Und damit wären wir bei Regel Nummer 2: Achtet auf die Komposition. Ein gutes Makrofoto ist idealerweise aus der Froschperspektive aufgenommen und nicht von oben drauf. Dabei muss man sich hin und wieder ziemlich verrenken, aber das gehört dazu. Ein Kippdisplay an der Kamera ist in der Makrofotografie daher Gold wert. Außerdem sollte ein gutes Makrofoto einen Vordergrund, einen Mittelteil mit Hauptmotiv und einen Hintergrund (meist schön unscharf) haben. Ausnahmen gibt es natürlich immer und nicht immer lässt sich diese Regel umsetzen. Im Zweifel ist jedes Foto besser als keines.

Letzte Regel, die ich zu beachten versuche: Wenn Insekten das Motiv sind, sollte man ihre Augen auf dem Bild scharf sehen können. Klar, der knackscharf abgelichtete Hintern einer gerade flüchtenden Hummel hat auch was für sich, ihr als Betrachter in die Augen schauen zu können, macht aber deutlich mehr her. Dennoch auch hier: Der Hummelhintern ist im Zweifel besser als gar kein Bild.

Makrofotografie im heimischen Garten

Der diesjährige Sommer war die Hölle für die Natur. Der Herbst ist da nicht besser, denn zumindest im Raum Berlin-Brandenburg rafft eine seit April noch immer anhaltende Dürre die Umwelt zusehends dahin. Nicht nur dass sich kaum mehr Wildblumen finden lassen, auch Insekten sind dieses Jahr rar (und leider auch Vögel). Das menschgemachte Insektensterben tut hier ein Übriges.

Wir haben unter anderem auch deswegen im heimischen Garten vor allem Pflanzen, die Bienen und Hummeln anziehen. An schönen Tagen summt und brummt es, dass es eine helle Freude ist. Und so konnte ich trotz Umweltkatastrophe auch in diesem Jahr einigermaßen der Makrofotografie frönen, wie auch heute. Hier ein paar Ergebnisse meiner wirklich kurzen Fototour. 😉 Nicht alle sind perfekt und ziehen in meine Top 10 ein, aber ich hatte meinen Spaß.

Das Schloss Köpenick zur »blauen Stunde«

Nach einem gefühlt unendlich langen Sommer habe ich mich in den letzten Tagen doch sehr über die Wolken gefreut, die endlich mal wieder den Himmel hier bedeckten. Für Fotografen natürlich doof, es sei denn, man plant vielleicht, ein Foto zur »blauen Stunde« aufzunehmen. Blaue Stunde? Das ist, wie der Name schon sagt, der Moment zwischen Tag und Nacht, in dem es noch nicht richtig dunkel ist, jedoch hauptsächlich das blaue Spektrum des Lichts reflektiert wird. Ich hoffe, ich das soweit korrekt wiedergegeben.

Blaue Stunde: Einer vom Pferd
Die Altstadt kann sich sehen lassen. Ich werde mich dort sicher noch mal blicken lassen.

Ein wolkenverhangener Himmel zumindest ist dann kein so großes Problem mehr. Daher schwang ich mich gestern auf den Drahtesel und radelte nach Köpenick, um das dortige Schloss zur blauen Stunde zu fotografieren. Ich hatte ein recht ähnliches Bild im Internet gefunden und dachte mir, hey, das probierst du auch mal. Gesagt, getan! Ich war natürlich viel zu früh da, sodass ich mich noch ein wenig nach weiteren Locations umschauen konnte. Die Köpenicker Altstadt ist ja recht schön, drum werde ich dort wohl demnächst noch mal ein wenig Tourist mit Kamera spielen.

Als die blaue Stunde herangerückt bzw. es dunkel genug war (fast schon zu dunkel, so im Nachhinein betachtet), hatte ich mich mitsamt Kamera und Stativ (Pflicht!) auf einem kleinen Steg positioniert. Ich verwendete das M.Zuiko 12-40mm Pro, ein großartiges, knackscharf abbildendes Objektiv. (Zum Thema Objektive, und was ich so benutze, werde ich demnächst vielleicht auch noch mal was schreiben.) Durch das wenige Licht musste ich automatisch mehrere Sekunden lang belichten, sodass das Wasser schön glatt wirkt. Leider sieht man wegen des inzwischen etwas zu dunklen Himmels keine sonstigen Wasserspiegelungen mehr, aber das Resultat gefällt mir trotzdem ganz gut.

Festbrennweiten? Wozu das denn?

Als ich mit dem Fotografieren anfing, fand ich reine Zoom-Objektive sehr praktisch. Klar, wer seine erste Kamera kauft, bekommt ja üblicherweise auch gleich ein brauchbares Kit-Objektiv dazu. Dieses deckt schon mal den Brennweitenbereich ab, mit dem man anfangs ohnehin fast ausschließlich experimentieren möchte. Festbrennweiten dagegen fand ich lange Zeit wahnsinnig unpraktisch weil unflexibel, sieht man mal von Makroobjektiven ab. Auch heute noch finde ich Zoom-Objektive praktischer und dennoch habe ich mir neulich eine Festbrennweite gekauft.

Festbrennweiten: M.Zuiko 17mm 1:1.8
href=”https://www.phan-thomas.de/wp-content/uploads/2018/08/IMG_4300.jpg”> Macht an der kleinen OM-D E-M10 Mk. II doch einiges her.[/
Das Olympus M.Zuiko 17mm 1:1.8 ist es geworden. Warum dieses? Es ist wahnsinnig klein, wahnsinnig leicht und hat mit F1.8 eine schöne Offenblende, mit der sich auch an einem Micro-Four-Thirds-Sensor freigestellte Motive erzielen lassen. Außerdem sind 17mm an Micro Four Thirds eine sehr praktische Brennweite. Durch den Crop-Faktor kommt man nämlich auf den Bildausschnitt eines 34mm-Objektivs an einer Vollformatkamera – eine sogenannte Reportagebrennweite. Man kann damit immer noch einigermaßen gut Landschaften und Gebäude einfangen, da der Bildausschnitt noch nicht zu eng ist. Gleichzeitig lassen sich Situationen sehr gut im Bild festhalten, bspw. Personen in ihrem aktuellen Umfeld, wenn es eben kein Portrait sein soll. Praktischerweise hat das M.Zuiko 17mm auch einen pfeilschnellen Autofokus sowie einen sehr geschmeidigen Fokusring fürs manuelle Scharfstellen. So macht das Fotografieren definitiv Spaß. Der Preis des Objektivs ist mit über 400 Euro aber definitiv zu hoch fürs Gebotene. Nur so viel, ich hab weniger bezahlt, aber ein Schnäppchen war das Objektiv trotzdem nicht, zumal seine Abbildungsleistung jetzt auch nicht zur absoluten Oberklasse im MFT-Segment zählt. Warum ich es nun aber gekauft habe? Also …

Gute Gründe für Festbrennweiten

  1. Man hört auf, sich seine Welt »zurechtzuzoomen«. Ein Zoom ist ja nicht vorwiegend dazu gedacht, alles näher heranzuholen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, sondern dazu, eine andere Perspektive einzufangen. Mit einer Festbrennweite fällt dieser vermeintliche Komfort weg. Ich musste mir Motive auf der ersten Testtour jedes Mal erarbeiten: Hier ein paar Schritte vor, da ein paar Schritte zurück – die Erfahrung war eine völlig andere als mit einem Standard-Zoom. Ein bisschen frustrierend zu Beginn, aber auch sehr faszinierend zum Schluss.
  2. Sie fördern die Kreativität. In Anbetracht des fehlenden Zooms muss ich mir stets was Neues einfallen lassen, um meine Bilder interessant wirken zu lassen. Statt ständig am Zoom-Ring herumzudrehen, experimentiere ich lieber mit dem Motiv, lasse mir Zeit, lerne dazu.
  3. Dass Festbrennweiten meistens klein und leicht sind – gerade im Vergleich zu ihren Zoom-Geschwistern – habe ich oben ja schon erwähnt. Durch ihre Festlegung auf eine Brennweite sind sie eben keine Kompromisslösungen und können somit meist kompakter gebaut werden.
  4. Sie sind lichtstark. Wie erwähnt, kommt mein M.Zuiko 17mm mit einer Blende von F1.8 daher. Das ist noch mal deutlich mehr als mein eh schon lichtstarkes M.Zuiko 12-40mm Pro, das »nur« eine durchgehende Blende von F2.8 besitzt. (Übrigens gibt es das 17mm sogar noch als F1.2-Variante, aber hier laufen meiner Meinung nach sowohl Gewicht als auch der Preis aus dem Ruder.) Damit ist es für Low-Light-Situationen bestens geeignet, also für kurze Belichtungszeiten mit niedrigem ISO-Wert in dunklen Umgebungen.
  5. Sie haben meist eine bessere Abbildungsleistung als Zoom-Objektive. Das hier erwähnte 17mm-Objektiv gewinnt zwar nicht den Schärfepreis, dennoch ist die Bildqualität tadellos (vor allem die Lichtsterne haben es mir angetan). Und grundsätzlich gilt dieser Punkt eben schon, da Festbrennweiten eben, wie gesagt, keine Kompromisslösungen sind, sondern spezialisiert weil fixiert auf ihre Brennweite.
  6. Sie sind günstig. Okaaay, sie sind nicht günstig. Meines zumindest war nicht günstig. Aber oft sind sie es schon, besonders, wenn man zum Vergleich ein Zoom-Objektiv heranzieht, das bei selber Brennweite eine ähnlich niedrige Offenblende besitzen soll. Gerade im hohen Brennweitenbereich werden die Preise für vergleichbare Zoom-Objektive schnell vierstellig. Daher ist es manchmal lohnenswerter, lieber eine lichtstarke Festbrennweite zu kaufen als ein teures Zoom, das man sowieso meistens nur für dieselben Motivarten verwendet.

Die erste Testtour

Weil ich in letzter Zeit nicht so recht zum Fotografieren kam, war ich schon etwas gefrustet, schließlich wollte ich das neue Objektiv ausgiebig testen. Das Sternspurfoto aus dem letzten Post habe ich zwar auch schon damit aufgenommen, aber dafür habe ich es ja eigentlich nicht gekauft.

Am Sonntag jedoch war endlich etwas Zeit. Ich ließ nichts anbrennen und fuhr also zum Alexanderplatz, um ein paar Testfotos aufzunehmen. In dem Getümmel dort findet sich eigentlich immer was zum »Knipsen« und falls nicht, soll es dort ja diesen komischen Turm geben. Hier also das Resultat. Besonders gefällt mir übrigens der einheitliche Bildlook, der durch die immer gleiche Brennweite entsteht.

Berlin: Spaziergang durchs Regierungsviertel

Bei der aktuellen Hitze fällt es schwer, aktiv zu bleiben. Doch während die Sonne Berlin tagsüber derzeit lähmt, laden die lauen Abende zum einen oder anderen Spaziergang ein. Immer dabei natürlich die Kamera (und rein zufällig ein Stativ *hust*).

Wer Locations in Berlin sucht, wird schnell fündig. Und wer keine Zeit dazu hat, unternimmt einfach einen Abstecher ins Regierungsviertel. Zugegeben, die Fotomotive sind dann nicht wahnsinnig innovativ, aber schön anzusehen sind sie allemal. Netter Nebeneffekt: Wer wie ich schon länger in Berlin lebt, bekommt so die Möglichkeit, sich mal wieder wie einer der vielen Touristen zu fühlen.

Mondfotografie: So klappt’s!

Na gut, für den Blutmond 2018 kommt dieser Beitrag etwas spät, aber auch fernab einer spektakulären Mondfinsternis bietet der Mond doch immer wieder ein schönes Fotomotiv. Drum steige ich hier mal mit einem einfachen Post zur Mondfotografie ein, bzw. wie ich das eben mache.

Allgemeines zu Motiv und Kamera

Zuerst einmal ein paar grundsätzliche Dinge: Am besten kommt es natürlich, wenn man den Mond zusammen mit einem anderen Motiv in Szene setzt. Glücklich schätzen können sich diejenigen, die eine alte Burg auf einem Berg nebenan haben. Was erzeugt bitte mehr Stimmung? Alternativ böte sich auch die Silhouette eines einzelnen Baumes an, dann muss der Mond aber sehr tief stehen. Habt ihr beides nicht zur Hand, könnt ihr auch nur den Mond fotografieren, dann aber am besten nicht den Vollmond. Ein angeschnittener Mond sieht durch das Spiel von Licht und Schatten so viel interessanter aus.

So oder so, für beides gilt: Es wird auf jeden Fall ein Teleobjektiv benötigt. Ich sehe immer wieder Leute, die versuchen, den Mond mit dem Handy zu »knipsen«. Kann man machen, sieht dann halt scheiße aus. 😉 Handykameraobjektive sind weitwinklig, sie holen möglichst viel Raum ins Bild, was den Mond optisch wahnsinnig klein wirken lässt. Daher: Brennweiten ab 200mm (Kleinbild) sind Pflicht und ab hier gilt: Je mehr, desto mehr Detail, desto besser.

Aber kommen wir zum Wesentlichen: Ich verwende zum Fotografieren des Mondes entweder meine Nikon D3200 (APS-C-Sensor) mit einem 70-300mm-Objektiv von Tamron (105-450mm auf Kleinbild gerechnet) oder aber, und das in letzter Zeit eigentlich nur noch, die Olympus OM-D E-M10 Mk. II (Micro-Four-Thirds-Sensor) mit dem M.Zuiko 40-150mm (80-300mm auf Kleinbild gerechnet) von Olympus. Zugegeben, Letzteres ist nicht gerade optimal, wenn man den Mond wirklich groß aufnehmen möchte, aber eine längere Telebrennweite habe ich derzeit noch(!) nicht zur Hand.

Weshalb ich dennoch die zweite Konfiguration bevorzuge? Weil der Bildstabilisator in der Kamera so gut ist, dass ich kein Stativ benötige und der Autofokus hier (wie ich finde) besser funktioniert. Meine Mondfotos, genug Licht vorausgesetzt, verwackeln eigentlich nie. Und weil ich weder imposante Burgen noch einzelne Bäume hier herumstehen habe, habe ich bisher auch nur den Mond allein fotografiert und die Bilder hinterher zugeschnitten. Für Großdrucke taugt das wegen der zu kurzen Telebrennweite eher nicht, aber für Instagram und Co. reicht’s allemal und nette Collagen sind auch möglich.

Und los geht’s!

Zu Beginn stelle ich meine Kamera in den M-Modus, sodass ich Blende und Verschlusszeit selbst kontrollieren kann. Den ISO stelle ich aufs Minimum – bei der Olympus ist das leider nur 200. Bei der Verschlusszeit müsst ihr experimentieren. Da der Mond je nach Mondphase und Wolken unterschiedlich hell ist, kann es immer sein, dass ihr überbelichtet. Probieren hilft. Länger als 1/40 Sekunden würde ich allerdings nicht belichten, da der Mond sich ja (in diesem Fall leider) auch weiterbewegt und das Ergebnis unscharf geraten würde. Wenn ihr wirklich nur den Mond im Bild haben wollt, könnt ihr die Belichtungsmessung in der Kamera auch auf Spot stellen. Dann wird in der Mitte des Bildes die Lichtmessung durchgeführt. Hier sollte sich dann auch der Mond befinden. Eine korrekte Belichtung wird so einfacher, der Himmel wird im Foto vollständig schwarz erscheinen. Entsprechend kann es nun gut sein, dass die Kamera 1/300 Sekunde oder kürzer anzeigt. Prima, damit verwackelt nichts. Ich habe auch schon Mondfotos mit 1/800 Sekunde hinbekommen. Bei einem Vollmond kann es sogar mal 1/2000 Sekunde sein. Die Unterschiede sind hier krasser als man denken würde, wenn man nur zum Himmel hochschaut.

Die Blende stelle ich meist fest auf F5.6 oder F7.1. Der Grund ist, dass die Kamera im Blendenautomatik-Modus bei Spotmessung ggf. eine zu hohe Blende wählen würde. Das Bild wäre dann zwar vielleicht richtig belichtet, aber bei einer zu hohen Blende käme die Beugungsunschärfe hinzu. Die möchte man beim Fotografieren des Mondes auf jeden Fall vermeiden. Sollte also die Überbelichtungswarnung auf dem Kamerabildschirm blinken, stellt nicht die Blendenzahl höher ein, sondern verringert die Verschlusszeit.

Tja, das war auch schon das Geheimnis. Als nächstes zoome ich soweit rein, wie es das Objektiv zulässt. Dann versuche ich, den Mond mit dem Autofokus zu erwischen. Falls das nicht klappt, nehme ich auch schon mal den manuellen Fokus zur Hand. Könnt ihr die Schärfe nicht gut genug einschätzen, dann nehmt auf jeden Fall eine Fokuslupe hinzu. Manche Kameras bieten auch Fokus Peaking an. Scharfe Bereiche werden dann auf dem Bildschirm der Kamera schraffiert dargestellt. Das klappt aber beim Mond nicht gut, da sowohl Himmel als auch Mond »unendlich« weit weg sind und entsprechend immer beides scharf wäre. Resultat wäre ein komplett schraffiertes Vorschaubild. Hat eure Kamera weder Fokuslupe noch Fokus Peaking, dann müsst ihr manuell arbeiten und habt hoffentlich viele Karotten gegessen.

Hier ein paar Beispiele aus meinem Fundus: