Wenn der Boden plötzlich blau gekleckst ist, weiß ich, der Frühling naht: Die ersten Blausterne haben sich ihren Weg ans Tageslicht erkämpft. Leichtes Aufatmen nach einem grauen und dunklen Berliner Winter. Muss man auch erst mal abkönnen. Ich genieße diese Momente mit meiner Kamera: Die zierlichen blauen Blüten bringen Zuversicht, sagen mir, Kopf hoch, die Tage werden nun wieder länger.

Blausterne gehören zu den Sternhyazinthen und zur Familie der Spargelgewächse. Dabei mag ich gar keinen Spargel. Sie blühen hier im Berliner Raum eher spät, meist ab Ende März. Das Zeitfenster, sie zu erwischen, ist kurz, also nicht lange herumplanen, sondern raus mit der Kamera.

Die Frühblüher stehen in großen Gruppen beieinander, da ist ein schönes Motiv schnell gefunden. Besonders toll: Die Blüten können gleichzeitig Hauptmotiv, weicher Vordergrund und Bokeh sein. Bewusst von oben drauf fotografiert lässt sich ihre Sternform betonen. Aus dem Gras nach oben wirken die Blüten wie kleine Flaggen im Wind. Und gibt das Objektiv es her, dann lässt sich auch innerhalb der Blüten selbst noch ein detailreiches Bild finden.


Ich könnte Stunden bei den blauen Naturteppichen verbringen. Manchmal mach ich das auch, bis meine Hände zu kalt geworden sind. Und beim nächsten Naturspaziergang sind die Blausterne vielleicht schon wieder verschwunden. So wie jetzt Anfang Mai, so wie jedes Jahr. Vielleicht macht sie das so besonders: Es ist, als wären sie nie da gewesen.

Equipment
- Kamera: OM System OM-1
- Objektiv: M.Zuiko Digital ED 90mm 3.5 Macro IS PRO

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