Natur mit Herz

Panansonic-Leica 25-50mm – Dickerchen im Feldtest

Vor ungefähr einem Jahr hatte ich mir das Panasonic Leica 25-50 f1.7 schon mal ausgeliehen, um mit flexiblem Zoombereich auf einer Firmenveranstaltung fotografieren zu können. Und was war das Ding toll! Eine Schärfe, mit der man Papier schneiden kann, schön knackige Kontraste und eine Bokehzeichnung zum Reinknien.

Nur wehmütig habe ich die Linse anschließend wieder zurückgeschickt. Aber auch dieses Jahr gibt es wieder eine Firmenveranstaltung, die fotografiert werden will, und weil ich erstens keine Lust hatte, das Prozedere des Ausleihens mit Firmenrechnung etc. noch mal zu durchlaufen, ich zweitens das Teil gern auch häufiger privat nutzen wollte und es außerdem über eBay ein Angebot gab, das ich nicht ablehnen konnte, habe ich mir das dicke Ding nun eben doch gekauft.

Apropos dickes Ding: Ein Fliegengewicht ist das Objektiv nicht gerade. 654 Gramm bringt es auf die Waage, dazu laut Datenblatt 127,6 Millimeter Länge und ein 77mm-Filtergewinde – man spürt definitiv, wenn es an der Kamera hängt.

Objektiv an OM-1
An dem Dickerchen sieht selbst die recht üppige OM-1 samt L-Winkel relativ klein aus.
Panasonic-Leica 25-50 mit Streulichtblende
Die wuchtige aber unverzichtbare Streulichtblende tut ihr Übriges zum ohnehin ausladenden Look der Linse.

Dafür bekommt man aber auch einiges geboten: Die durchgehende Blende von f1.7 über den kompletten Zoombereich von 25 bis 50mm (macht am MFT-Sensor bekanntermaßen umgerechnet 50-100mm im Kleinbildäquivalent) ist technisch eine ziemliche Leistung. Dass Panasonic das mit internem Zoom hinbekommen hat, beeindruckt mich und macht das Handling trotz des Gewichts angenehm griffig.

Das Umschalten zwischen manuellem und automatischem Fokus erfolgt bei Bedarf durch Vor- und Zurückschieben des Fokusrings – praktische Sache. Für Panasonic-Fans gibt es außerdem einen weiteren Ring, um die Blende jederzeit ändern zu können – für Filmer sicher interessant, an der OM-1 allerdings ist der Ring komplett nutzlos.

Ach ja, wetterfest ist das Objektiv obendrein, aber das möchte man im Pro-Segment ja auch erwarten. Ansonsten wirkt die Linse fast schon zu aufgeräumt: Ich hätte mir noch einen frei belegbaren Funktionsbutton gewünscht, wie ihn OM-System-Objektive ja gern mal haben.

Vorrangig ist das Panasonic-Leica ein prima Objektiv für Porträts und eben für die Begleitung von Indoor-Events. Wie könnte ich das Ding daher besser testen, als, genau, all das zu ignorieren und damit ein bisschen durch die Natur zu streifen? Dabei kamen ein paar schöne Gelegenheitsfotos raus, die ich nicht in der Schublade versauern lassen möchte und die außerdem die Klasse des Objektivs ganz schön unter Beweis stellen, wie ich hoffe. Also Abfahrt!

Ausflug in die Natur
Nichts ist schöner als ein Ausflug in die Natur. Also los geht’s!
Blendenstern
Der Blendenstern (bei f13) ist etwas „pinselig“ an den Enden, wirkt dafür weniger klinisch. Gefällt mir recht gut.
Natur mit Herz
Natur mit Herz! Man muss nur die Augen offenhalten. Apropos offene Augen: Hier kommt das wunderbare Bokeh gut zur Geltung.
Was sich liebt, das rankt sich.
Was sich liebt, das rankt sich. Der Übergang in die Unschärfe ist angenehm weich.
Stimmungsfoto bei Sonnenuntergang
Stimmungsfoto bei Sonnenuntergang zur Demonstration der Schärfentiefe knapp an der Naheinstellgrenze bei 25mm. Weicher geht’s echt nicht.
Verwischer trotz Gewicht
Trotz des üppigen Designs sind auch Spielereien wie dieser Verwischer machbar.
Baumscheibenportait
An diesem Baumscheibenportrait zeigt sich die knackige Schärfe auch bei Offenblende. An den Rändern hat das Bokeh bei kurzer Brennweite ziemliche Katzenaugen, aber irgendwas ist ja immer.
Schärfe, Baby!
Schärfe, Baby! An den Flechten auf dem Stein konnte ich nicht vorbeigehen.
Bauernhofatmosphäre
Gänseportrait aus dem Dickicht.
Falscher Verein
Falscher Verein am Stadtrand: Hier ist normalerweise alles rotweiß.
Landschaft ist möglich
Auch ein bisschen Landschaftsfotografie ist mit der Linse möglich. Jetzt müsste man nur noch schöne Landschaften haben.
Lichtspielereien nach Sonnenuntergang
Auf dem Rückweg wurde es schon dunkel, da konnte ich einfach nicht anders. Lichtspielereien sind mit dem Objektiv natürlich auch gut machbar, wenn man sich an der Größe nicht stört.

Equipment

  • Kamera: OM System OM-1
  • Objektiv: Panasonic Leica DG 25-50mm f/1.7

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